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Jeunesse.Suisse sagt Nein zur brandgefährlichen Chaos-Initiative

4. Juni 2026
Miriam sw
Miriam Häfliger
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Am 14. Juni 2026 wird die Schweizer Bevölkerung über die Chaos-Initiative der SVP abstimmen, die darauf abzielt, eine Bevölkerungsobergrenze einzuführen. Jeunesse.Suisse, die Jugendkommission von Travail.Suisse, nimmt Stellung zu dieser gefährlichen Initiative. Für die jungen Generationen stellt sie eine Bedrohung dar für die Wirtschaft, für die Finanzierung unserer Sozialversicherungen und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die Einwanderung ist Teil der wirtschaftlichen und sozialen Realität der Schweiz. Die Menschen, die in unser Land kommen, um hier zu arbeiten, tragen zu seinem Wohlstand bei, beteiligen sich an der Finanzierung der Sozialversicherungen und übernehmen Arbeiten, die für das reibungslose Funktionieren vieler Branchen unverzichtbar sind. Die SVP-Initiative liefert falsche Antworten auf echte Herausforderungen und droht, bereits bestehende Probleme zu verschärfen. Genau aus diesen Gründen erachtet Jeunesse.Suisse ein klares NEIN zu dieser Initiative als unerlässlich. 

Eine Wirtschaft und Branchen, die auf Arbeitskräfte angewiesen sind

Die Schweiz ist heute auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen, welche das Land tagtäglich am Laufen halten. Laut Luana Sägesser, Co-Präsidentin von Jeunesse.Suisse und Mitglied der Hotel Gastro Union, ignoriert die Initiative die Realität auf dem Arbeitsmarkt: «Im Gastgewerbe, in der Pflege, in der Langzeitpflege oder in anderen für unseren Alltag unverzichtbaren Bereichen leisten Arbeitskräfte aus dem Ausland bereits einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren unserer Gesellschaft. Eine starke Einschränkung der Zuwanderung würde die aktuellen Schwierigkeiten nicht lösen, sondern könnte sie im Gegenteil noch verschärfen.» Angesichts des demografischen Wandels und der zahlreichen Pensionierungen der Babyboomer-Generation braucht die Schweiz Massnahmen, die die Arbeitsbedingungen, die Ausbildung und die berufliche Integration verbessern. Ein Bevölkerungsdeckel würde diesen Herausforderungen nicht gerecht werden und im Gegenteil bereits unter Druck stehende Branchen gefährden. Deshalb ist dieser Ansatz falsch: Er ignoriert sowohl die wirtschaftliche Realität als auch die bereits bestehenden sozialen Dynamiken.

Die Renten künftiger Generationen nicht aufs Spiel setzen

Die Chaos-Initiative stellt eine Bedrohung für die nachhaltige Finanzierung der Altersvorsorge dar. Für Anna Furrer, Co-Präsidentin von Jeunesse.Suisse, ist die Frage der AHV-Finanzierung von zentraler Bedeutung: «Die Alterung der Bevölkerung übt bereits einen erheblichen Druck auf unser Vorsorgesystem aus. Erwerbstätige, die in die Schweiz einwandern, arbeiten nicht nur hier, sondern zahlen Steuern und leisten Beiträge an die AHV. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, die Finanzierung unserer ersten Säule zu stärken. Eine Bevölkerungsobergrenze würde die soziale Sicherheit künftiger Generationen deshalb gefährden.“ 

Eine Politik, die den Anliegen der Jugend nicht gerecht wird

Jessica Lucisano, Vertreterin von Jeunesse.Suisse, erinnert daran, dass die Anliegen der Jugend vor allem die Lebenshaltungskosten, den Zugang zu Bildung, die Wohnsituation sowie die beruflichen Perspektiven und Arbeitsbedingungen betreffen: «Die Jugend erwartet konkrete Lösungen angesichts der Notwendigkeit, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, der steigenden Krankenkassenprämien oder der Schwierigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu finden.» Initiativen, welche bestimmte Bevölkerungsgruppen für alle Probleme verantwortlich machen, gehen auf keine dieser Herausforderungen ein. Jeunesse.Suisse stellt zudem fest, dass die gleichen politischen Kräfte, die diese Initiative unterstützen, regelmässig Massnahmen blockieren, welche beispielsweise die Ausbildungsqualität für Lernende verbessern würden, die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern würden, Haushalte angesichts steigender Lebenshaltungs- und Gesundheitskosten unterstützen würden oder die Chancengleichheit stärken würden. Für Jessica ist die Botschaft klar: «Die Forderungen dieser Initiative stehen eindeutig im Widerspruch zu allen Werten, auf denen unser Land aufgebaut ist. Ein Nein zur Chaos-Initiative ist eine Gewissensfrage – nicht nur gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber den Menschen, die wie Sie und ich ein würdiges Leben führen möchten.»

Für eine offene, solidarische und zukunftsorientierte Schweiz

Die Schweiz braucht Lösungen, die den sozialen Zusammenhalt stärken und den jungen Generationen Perspektiven bieten. Die Initiative bietet keine echten Lösungen. Im Gegenteil: Die Initiative gefährdet Arbeitsplätze und Wohlstand, spielt Menschen gegeneinander aus, bedroht den sozialen Zusammenhalt und birgt die Gefahr, die Schweiz zu isolieren. Aus all diesen Gründen ruft Jeunesse.Suisse dazu auf, am 14. Juni 2026 entschieden NEIN gegen die Initiative zu stimmen. 

Auskünfte
Miriam Häfliger, Geschäftsleiterin Jeunesse.Suisse, 031 370 21 16, haefliger@travailsuisse.ch


Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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