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Kommission lässt junge Arbeitslose im Stich

21. August 2026
Jugendarbeitslosigkeit

Die Erwerbslosigkeit von jungen Erwachsenen hat stark zugenommen und liegt so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings sind viele Junge nicht ausreichend gegen Arbeitslosigkeit abgesichert. Ihre Leistungen wurden in den letzten Jahren stark gekürzt. Viele junge Stellensuchende melden sich deshalb bei Arbeitslosigkeit gar nicht erst bei einem RAV. Mit einer parlamentarischen Initiative möchte Léonore Porchet, Vizepräsidentin von Travail.Suisse, dieser problematischen Entwicklung Gegensteuer geben. Die zuständige Kommission hat ihren Vorstoss heute allerdings abgelehnt. Travail.Suisse bedauert diesen kurzsichtigen Entscheid und fordert den Nationalrat auf, diesen zu korrigieren.  

Die Erwerbslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist hoch. Im Jahr 2025 gaben 8,8 Prozent der 15- bis 24-Jährigen an, dass sie derzeit arbeitslos sind. Gründe dürften vor allem eine schwächere Konjunktur, der Abbau von Einstiegsstellen – unter anderem aufgrund der künstlichen Intelligenz – sowie die zunehmenden gesundheitlichen Belastungen junger Menschen sein. Der Einstieg ins Berufsleben hat sich als Folge davon deutlich erschwert.

Umso erstaunlicher ist die tiefe offizielle Arbeitslosenquote von Jungen. Diese erfasst nur jene Erwerbslosen, die bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum registriert sind. Nur rund ein Drittel der jungen Erwerbslosen meldete sich 2025 bei einem RAV. Grund dafür ist, dass die Leistungen für junge Stellensuchende mit der 4. AVIG-Revision von 2011 stark gekürzt wurden. «Die massiven Leistungskürzungen für junge Menschen in der Arbeitslosenversicherung sind nicht zeitgemäss. Ein gelungener und nachhaltiger Einstieg ins Berufsleben ist eine zentrale Investition in die Zukunft. Dafür müssen auch die Leistungen der Arbeitslosenversicherung für junge Erwerbslose angepasst werden», so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Eine Mehrheit der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. Sie hat die parlamentarische Initiative von Travail.Suisse-Vizepräsidentin Léonore Porchet abgelehnt. Diese verlangte, dass die Anzahl der Taggelder für junge Arbeitslose wieder auf das alte Niveau erhöht wird. «Jugendliche und junge Erwachsene brauchen langfristige berufliche Perspektiven. Genügend Zeit für die Stellensuche und eine wirksame Unterstützung durch die öffentliche Arbeitsvermittlung sind dafür zentrale Voraussetzungen. Deshalb müssen die Kürzungen der Vergangenheit rückgängig gemacht werden», so Léonore Porchet.

Travail.Suisse schätzt die zusätzlichen Kosten der Massnahme auf rund 30 Millionen Franken pro Jahr. Die Kosten sind damit vergleichbar mit denjenigen der Überbrückungsleistungen für ältere Stellensuchende (30,3 Millionen Franken im Jahr 2025).  Verglichen mit anderen Anpassungen, die im Arbeitslosenversicherungsgesetz beispielsweise für Unternehmerinnen und Unternehmer beschlossen wurden (Pa. Iv. Silberschmidt), handelt es sich somit um eine sehr günstige und unbürokratische Massnahme mit einem grossen Mehrwert.


Auskünfte
Léonore Porchet, Vize-Präsidentin Travail.Suisse, Nationalrätin, 079 3500 67 43, leonore.porchet@parl.ch
Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 077 421 60 04, bauer@travailsuisse.ch        

 

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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