Medienmitteilung
Die von Travail.Suisse entwickelte Plattform info-workcare.ch präsentiert sich seit anfangs Jahr in neuem Kleid und mit aktualisierten Inhalten. Die Plattform bietet kostenlose Informationen für berufstätige Personen, die Angehörige betreuen, damit diese ihre Betreuungsaufgaben besser mit ihrem Erwerbsleben vereinbaren können. Die Aktualisierung umfasst Adressen, Tools und offizielle Informationen. Neu deckt die Plattform auch aktuelle Entwicklungen ab, wie die Möglichkeit, sich von einer Spitex-Organisation anstellen zu lassen.
Die vor zehn Jahren lancierte dreisprachige Plattform info-workcare.ch bleibt die einzige zentrale Informations- und Ressourcenquelle für Berufstätige, die Pflege- und Betreuungsaufgaben für Angehörige übernehmen. Die Frage, wie sich diese Verpflichtungen miteinander vereinbaren lassen, ist zentral. Die Plattform bietet zu diesem Zweck kostenlose Informationen, strukturiert nach dem Dringlichkeitsgrad von sieben typischen Situationen – von Unfällen über emotionale Erschöpfung bis hin zu Gewaltsituationen.
Praktische Tools für den Alltag
Verschiedene Tools stehen online zur Verfügung: etwa ein neues Dossier «Im Notfall», ein Quiz zur Einschätzung der Belastung betreuender Angehöriger, eine Checkliste für die Bedürfnisse der betreuten Person oder ein Wochenplan zur Koordination mehrerer Pflegekräfte. Insgesamt steht rund ein Dutzend kostenloser Tools zur Verfügung, um die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit zu erleichtern – damit Betroffene nicht gezwungen sind, ihre Erwerbstätigkeit aufzugeben. Denn gerade Frauen verzichten oft auf ihre Erwerbstätigkeit, wenn sie zu betreuenden Angehörigen werden, und gefährden damit ihre spätere Rente.
Neue Entwicklungen im Fokus
Ein neues Kapitel beleuchtet die Möglichkeit, sich von einer Spitex-Organisation anstellen zu lassen und für Grundpflegeleistungen bezahlt zu werden. Dabei werden wichtige Punkte aufgezeigt, wie das Vermeiden falscher Erwartungen oder das Bewusstsein für neue Pflichten als angestellte Person. Valérie Borioli Sandoz, Projektleiterin und Leiterin Gleichstellungs- und Vereinbarkeitspolitik erklärt: «Die Anstellung bei einer Spitex-Organisation bietet betreuenden Angehörigen professionelle Begleitung, ein offenes Ohr und wertvolle Anerkennung. Es ist wichtig, die betreuenden Angehörigen zu sensibilisieren, damit sie sich gut informiert für dieses Modell entscheiden.»
Des Weiteren enthält die Plattform Informationen zur Anstellung einer Betreuungsperson im Haushalt der unterstützten Person. Die per 1. Januar 2026 erhöhten Stundensätze des Normalarbeitsvertrags Hauswirtschaft sind bereits im zur Verfügung gestellten Mustervertrag berücksichtigt.
Überarbeitete Adressdatenbank
Die auf der Plattform erfassten Adressen wurden umfassend überarbeitet und neu strukturiert. Seit der Lancierung der Plattform 2016 haben zahlreiche Kantone neue Angebote geschaffen (Betreuungsdienste, Beratungsstellen, finanzielle Hilfen), auch gemeinnützige Organisationen haben ihre Leistungen angepasst. Da sich diese Angebote laufend ändern, war eine Vereinfachung nötig: Die Adressen sind nun nach Organisation und Tätigkeitsbereich sowie nach Kantonen gegliedert. Aufgeführt werden nur Kantone mit einem Online-Angebot an Informationen und Dienstleistungen.
Die Lancierung der Plattform wurde ursprünglich vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann finanziell unterstützt. Die Aktualisierung wurde hauptsächlich von der Christlich-Sozialen Union, der Paul-Schiller-Stiftung und dem Lotteriefonds des Kantons Bern finanziert.
Auskünfte
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik und Vereinbarkeit, 079 598 06 37, borioli@travailsuisse.ch