Medienmitteilung
Die Ergebnisse von PISA 2025 liegen vor: Die Jugendlichen in der Schweiz erzielen im internationalen Vergleich weiterhin gute bis sehr gute Ergebnisse. Gleichzeitig zeigen sich rückläufige Leistungen in Mathematik und Lesen sowie erhebliche Unterschiede nach sozialer Herkunft. Für benachteiligte Schülerinnen und Schüler bleibt das Erreichen des Mindestkompetenzniveaus eine Herausforderung. Für Travail.Suisse ist die Stärkung der Grundkompetenzen eine gemeinsame Aufgabe: Sie sind für die künftigen Arbeitnehmenden, die Wirtschaft und die Gesellschaft unverzichtbar.
Die Schweizer Schülerinnen und Schüler erzielen in der PISA-Studie in allen drei untersuchten Bereichen – Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften – Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt. Während die Leistungen in Naturwissenschaften in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben sind, haben sie in Mathematik und Lesen abgenommen. Dieser Trend zeigt sich auch im OECD-Durchschnitt.
Warnsignale ernst nehmen
Die PISA-Ergebnisse ergänzen jene des Berichts der ÜGK 2024 (Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen. Am Ende des vierten Schuljahres erreichen 79 Prozent der Schülerinnen und Schüler die nationalen Bildungsziele im Leseverstehen und 76 Prozent jene in Mathematik. Die verschiedenen Studien zeigen, dass Jugendliche mit den grössten Schwierigkeiten gezielte Unterstützung benötigen. Nur so kann das Ziel erreicht werden, dass 95 Prozent der jungen Erwachsenen bis zum Alter von 25 Jahren über einen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen.
Mehr Unterstützung in der Berufsbildung
Lücken in den Grundkompetenzen verschwinden nicht mit dem Beginn einer Lehre. Auch die Berufsbildung ist ein zentraler Ort für den Erwerb der Kompetenzen, die in der Arbeitswelt benötigt werden. Eine Unternehmensbefragung des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, des Schweizerischen Gewerbeverbands und von economiesuisse zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen regelmässig bis zu drei Stunden pro Woche für die Unterstützung von Lernenden mit unzureichenden Grundkompetenzen aufwendet.
Diese Unterstützung ist unverzichtbar und muss selbstverständlich sein. Sie darf jedoch nicht allein auf zusätzlichem, nicht anerkanntem Zeitaufwand beruhen. Laut einer Studie der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) erhalten 76 Prozent der betrieblichen Berufsbildnerinnen und Berufsbildner keine zeitliche Entlastung für ihre Ausbildungsaufgabe. Travail.Suisse fordert deshalb, die Unterstützungsmöglichkeiten während der Berufsbildung auszubauen: durch Nachhilfe- und Förderunterricht, Vorbereitungskurse, individuelle Begleitung, Wahlfächer und mehr Flexibilität beim Erwerb zusätzlicher Qualifikationen, insbesondere im Rahmen der Berufsmaturität.
In Kompetenzen investieren – eine gemeinsame Verantwortung
Für Arbeitnehmende sind Grundkompetenzen entscheidend, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen und sich an den Wandel der Arbeitswelt anpassen zu können. «Grundkompetenzen sind nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Sie sind eine Voraussetzung für Selbstständigkeit, Chancengleichheit, berufliche Integration und gesellschaftliche Teilhabe», betont Jackie Vorpe, Leiterin Bildungspolitik bei Travail.Suisse.
Die Verantwortung für die Förderung der Grundkompetenzen liegt gemeinsam bei der Schule, der Berufsbildung, den Unternehmen, der öffentlichen Hand und den Organisationen der Weiterbildung. Travail.Suisse fordert eine kohärente Strategie, um:
- Lücken in den Grundkompetenzen während der obligatorischen Schulzeit vorzubeugen;
- Jugendliche während ihrer Berufsbildung gezielt zu unterstützen;
- Erwachsenen zu ermöglichen, ihre Grundkompetenzen zu stärken und eine berufliche Qualifikation zu erwerben oder zu ergänzen;
- Menschen gezielt zu unterstützen, deren Kompetenzen durch den Wandel der Arbeitswelt an Wert zu verlieren drohen.
Auskünfte
Jackie Vorpe, Leiterin Bildungspolitik, 078 895 01 37, vorpe@travailsuisse.ch