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Bildungsbericht Schweiz 2026: Warnsignale für die Berufsbildung

25. März 2026

Medienmitteilung

Lehre

Die Schweizer Berufsbildung bietet nach wie vor solide Beschäftigungsaussichten, sieht sich jedoch mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert. Der Bildungsbericht Schweiz 2026 zeigt eine Stagnation der Abschlussquote auf der Sekundarstufe II, einen Rückgang der Anzahl Lehrbetriebe sowie eine begrenzte Durchlässigkeit zum Tertiärbereich. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, setzt sich für eine Weiterentwicklung der Berufsbildung ein, die darauf abzielt, deren Qualität zu stärken, die Arbeit der Berufsbildner aufzuwerten und sozioökonomische Ungleichheiten abzubauen.

Der soeben erschienene Bildungsbericht Schweiz 2026 bietet eine umfassende Analyse des Schweizer Bildungssystems, von der obligatorischen Schule bis zur Weiterbildung. Er beleuchtet die Leistungen des Systems unter den Gesichtspunkten der Wirksamkeit, der Effizienz und der Chancengleichheit in einem Kontext, der durch den technologischen Wandel, den Aufstieg der künstlichen Intelligenz sowie durch wachsende soziale und ökologische Herausforderungen geprägt ist.

Warnsignale dürfen nicht ignoriert werden

Die Berufsbildung ist und bleibt eine tragende Säule des Schweizer Bildungssystems und bietet solide Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Die Daten des Bildungsberichts bestätigen, dass Personen mit einem Berufsbildungsabschluss ein um 50 Prozent geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko aufweisen als Personen ohne nachobligatorische Ausbildung und gleichzeitig ein um durchschnittlich etwa 10 Prozent höheres Einkommen erzielen.

Trotz dieser positiven Aspekte deuten mehrere Indikatoren auf eine fortschreitende Schwächung des Systems hin. So liegt die Abschlussquote auf Sekundarstufe II weiterhin unter dem politischen Ziel von 95 Prozent und ist in den letzten Jahren sogar zurückgegangen, von 91,5 Prozent im Jahr 2016 auf 90,1 Prozent im Jahr 2022. Dabei weisen Kantone mit einer stark ausgebauten Berufsbildung in der Regel höhere Abschlussquoten auf. Gleichzeitig bleibt der Übergang von der Sekundärstufe in die Tertiärstufe auf tiefem Niveau. Nur rund 20 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Berufsbildung nehmen innerhalb von acht Jahren nach ihrem Abschluss eine höhere Berufsbildung auf, und knapp 15 Prozent beginnen ein Studium an einer Fachhochschule. Ohne Berufsmaturität bleiben die Perspektiven sehr begrenzt: nur 11 Prozent der Personen ohne Berufsmaturität wechseln in eine tertiäre Ausbildung, verglichen mit fast 71 Prozent bei den Inhaberinnen und Inhabern einer Berufsmaturität. Diese Situation ist umso beunruhigender, als die Quote der während der Lehre erlangten Berufsmaturität (BM1) zwischen 2014 und 2023 um 13 Prozent zurückgegangen ist.

Ein weiteres alarmierendes Signal ist der Rückgang der Ausbildungsbetriebe. Innerhalb von zehn Jahren haben mehr als 6’000 Unternehmen die Ausbildung von Lernenden eingestellt, das ist etwa jeder zehnte Betrieb. Diese Entwicklung schwächt das duale Bildungssystem direkt. Gleichzeitig bleibt die Ausbildung für die Betriebe insgesamt rentabel, mit einem durchschnittlichen Nettogewinn von rund 4’500 Franken pro Lehrvertrag und Jahr.

Der Bildungsbericht zeigt zudem einen Rückgang der schulischen Kompetenzen bei den Jugendlichen zu Beginn ihrer Lehre auf. Zwischen 2012 und 2022 sind die Leistungen in Sprache und Mathematik um etwa das Niveau eines ganzen Schuljahres gesunken, was wichtige Fragen hinsichtlich der Vorbereitung der Jugendlichen auf den Einstieg in eine anspruchsvolle Ausbildung aufwirft. Zudem sind die Ausbildungswege nach wie vor von häufigen Unterbrechungen geprägt: 24 Prozent der EFZ-Lehrverträge und 26 Prozent der EBA-Lehrverträge werden vorzeitig gekündigt. Diese Brüche bedeuten jedoch keinen Ausstieg aus dem System, da 80 Prozent der betroffenen Jugendlichen ihre berufliche Ausbildung anschliessend fortsetzen.

Schliesslich prägen soziale Ungleichheiten die Ausbildungswege weiterhin stark: So besuchen 55 Prozent der Kinder von Akademikerinnen und Akademikern eine Hochschule, verglichen mit lediglich 17 Prozent der Kinder von Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung.

Ein System unter Druck angesichts wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen

Diese Entwicklungen vollziehen sich vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen. Technologische Umwälzungen verändern die Anforderungen des Arbeitsmarkts, während die Unsicherheit angesichts der Automatisierung die Berufswahl beeinflusst. Gleichzeitig beeinflussen klimatische Herausforderungen zunehmend die Berufswahl, insbesondere hin zu Berufen im Zusammenhang mit der ökologischen Wende. Strukturell hat sich die Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten stark verändert, mit einem deutlichen Anstieg der intellektuellen und wissenschaftlichen Berufe, deren Anteil von 7,3 Prozent im Jahr 1970 auf 26,8 Prozent im Jahr 2023 gestiegen ist, während die qualifizierten Berufe in Industrie und Handwerk von 25,1 Prozent auf 9,5 Prozent zurückgegangen sind. Auch demografisch sind die Herausforderungen gross. Die Zahl der Personen in Ausbildung auf der Sekundarstufe II dürfte zwischen 2023 und 2033 um rund 16 Prozent steigen. Schliesslich verfügt ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung über keine nachobligatorische Qualifikation. Im Jahr 2023 betraf dies 14 Prozent der 25- bis 64-Jährigen, also rund 530’000 Erwachsene, von denen die Mehrheit erwerbstätig ist.

Trotz dieses Drucks zeigt die Berufsbildung eine beachtliche Widerstandsfähigkeit. Die Bildungswege verlaufen nicht immer geradlinig, bleiben aber dynamisch, und die Mehrheit der Jugendlichen erwirbt einen Abschluss. Diese Anpassungsfähigkeit darf jedoch die strukturellen Grenzen nicht verschleiern. Sie wirft auch die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Spezialisierung und Allgemeinbildung auf: In 60 Prozent der Berufe, die mit einem EFZ abgeschlossen werden, werden jährlich weniger als 100 Diplome verliehen, und nur zwölf Berufe verzeichnen mehr als 1’000 Absolventen pro Jahr.

Ein Modell der Exzellenz bewahren, indem man es weiterentwickelt

Die im Bildungsbericht aufgezeigten Warnsignale müssen ernst genommen werden, um ein System zu bewahren, das eine der Grundlagen des Schweizer Bildungs- und Erfolgsmodells darstellt. Es ist unerlässlich, die Unterstützung und Anerkennung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner zu stärken – ohne sie gibt es keine Lehrbetriebe. Der Ausbau des Sprachaustauschs muss gefördert werden, um die Kompetenzen und die Mobilität der Lernenden zu stärken (derzeit liegt die Austauschquote bei ca. 10 Prozent in der allgemeinen Bildung gegenüber 1 Prozent in der Berufsbildung). Auch die Berufsberatung muss gestärkt werden, zumal junge Menschen Lehrkräfte als Schlüsselakteure bei ihrer Berufswahl ansehen. Darüber hinaus ist es notwendig, die höhere Berufsbildung stärker aufzuwerten und den Zugang zur Tertiärstufe zu erleichtern. Die Berufsmaturität spielt hier eine zentrale Rolle und muss gestärkt werden. Der Abbau von Ungleichheiten aufgrund des sozioökonomischen Hintergrunds muss eine Priorität sein, um echte Chancengleichheit zu gewährleisten. Schliesslich muss sich die Berufsbildung weiterhin an technologische und ökologische Veränderungen anpassen, dabei die Vielfalt der Berufe bewahren und die überfachlichen Kompetenzen stärken.


Auskünfte
Jackie Vorpe, Leiterin Bildungspolitik,vorpe@travailsuisse.ch , 078 895 01 37

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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