Direkt zum Inhalt
  • Kontakt
  • Mitglied werden
  • Unterstützen
  • Twitter
  • Facebook
  • Suche
  • Deutsch
  • Français
Logo der Website
  • Projekte und Kampagnen
    • Familienzeit-Initiative
    • Barometer Gute Arbeit
    • RESPECT8-3.CH
    • swype
    • info work+care
    • mamagenda
    • Info.Mutterschaft
  • Blog
  • Medien
    • Medienmitteilungen
    • Medienkonferenzen
    • Medienkontakt
    • Fotos
  • Themen
    • Arbeit & Wirtschaft
      • Löhne
      • Arbeitsbedingungen
      • Arbeit
      • Europa / International
    • Gleichstellung & Vereinbarkeit
      • Lohndiskriminierung
      • Vereinbarkeit
      • Elternschaft und Familienzeit
      • Wiedereinstieg
      • Betreuende Angehörige
    • Bildung
      • Berufsbildung
      • Höhere Berufsbildung
      • Weiterbildung
      • Hochschulen
    • Soziale Sicherheit
      • AHV & IV
      • Berufliche Vorsorge
      • Arbeitslosenversicherung
    • Weitere Themen
      • Europa / International
      • Service public
      • Steuern & Finanzen
      • Klima & Energie
      • Integration & Migration
      • Jeunesse.Suisse
  • Über uns
    • Vorstand
    • Geschäftsleitung und Geschäftsstelle
    • Mitgliedsverbände
    • Kommissionen und Regionen
    • Mandate
    • Offene Stellen
  • Publikationen
    • Positionspapiere
    • Sessionsvorschau
    • Kongresspapiere
    • Vernehmlassungen
    • Barometer Gute Arbeit
    • Broschüren
    • Jahresberichte
    • Newsletter
close
  1. Startseite
  2. Arbeit & Wirtschaft
  3. Arbeit

Anstieg der Arbeitslosigkeit: Ursachen, Strukturwandel und politische Weichenstellungen

26. Januar 2026
Thomas Bauer
Thomas Bauer
Leiter Wirtschaftspolitik

Die Arbeitslosigkeit hat in den letzten zwei Jahren deutlich zugenommen. Ursache dafür sind vor allem verschiedene, sich überlagernde Krisen, die Restrukturierungen nach sich ziehen. Die weitere Entwicklung von Arbeitsplätzen und Arbeitslosigkeit wird nicht nur von der internationalen Konjunktur und Politik abhängen, sondern insbesondere auch von innenpolitischen Entscheidungen. Von zentraler Bedeutung sind dabei Fragen der Industrie- und Finanzpolitik sowie die Abstimmung zur Nachhaltigkeitsinitiative der SVP.

In der Schweiz waren im Dezember 2025 232‘000 Stellensuchende bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) als arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit war damit letztmals im Frühjahr 2021 höher. Was sind die Gründe für den Anstieg? 

Zunahme der Arbeitslosigkeit seit zwei Jahren 

Veränderungen der Arbeitslosenquote lassen sich in erster Linie durch die Entwicklung der Anzahl Arbeitsplätze und durch den Strukturwandel erklären. Grundsätzlich steigt die Arbeitslosigkeit, wenn die Anzahl der Stellen sinkt oder wenn sich der Stellenaufbau deutlich verlangsamt. Dieser Zusammenhang zeigt sich in untenstehender Grafik deutlich: Je stärker das Stellenwachstum, desto stärker der Rückgang der Anzahl an Stellensuchenden, welche sich bei den Regionalen Arbeitsvermittlern (RAV) gemeldet haben. 

Ein besonders starker Stellenaufbau erfolgte in der Schweiz etwa vor der Finanzkrise in den Jahren 2006 und 2007, sowie nach der Covid-Pandemie. Dementsprechend sank die Anzahl an Stellensuchenden, die sich auf dem RAV registrierten. Entsprechend liegen die schwarzen Balken in den Grafiken unterhalb der Null-Linie. 

Eine rückläufige Beschäftigung zeigte sich in den letzten 20 Jahren hingegen während der Finanzkrise (2008-2010) und der Covid-Pandemie (2020-2021), wobei bei beiden Krisen die Kurzarbeit einen noch stärkeren Anstieg verhinderte. Drei Mal sank die Beschäftigung zwar nicht, der Stellenaufbau verlangsamte sich jedoch so stark, dass daraus ebenfalls ein Anstieg der Arbeitslosigkeit folgte. Dies war in den Jahren 2013 und 2015 der Fall und zeigt sich seit 2023 erneut. Während die Frankenstärke in den Jahren nach der Finanzkrise zu einem Stellenabbau in der Industrie führte, sind es in den letzten zwei Jahren mehrere sich überlagernde Krisen, die den Anstieg der Arbeitslosigkeit erklären.

 

Veränderung der Stellensuchenden und der Anzahl Beschäftigter
Staatssekretariat für Wirtschaft (Stellensuchende), Bundesamt für Statistik (Beschäftigte), Veränderung zum Vorjahresquartal in % 

Veränderung der Stellensuchenden und der Anzahl Beschäftigter

Stellenabbau im Gastgewerbe, der Industrie, dem Handel und den Medien 

Diese sich überlagernden Krisen führten in verschiedenen Branchen zu einem bedeutenden Stellenabbau. Betroffen waren insbesondere das Gastgewerbe (-10‘000 Stellen), der Gross- und Detailhandel (-5’000 Stellen), Werbung, Marktforschung, Public Relations (-5’000 Stellen), die Maschinen- und Metallindustrie (-6‘500 Stellen), die Medien (-2‘600 Stellen), die Uhrenindustrie (-2000 Stellen), die chemische Industrie (-1’500 Stellen), die Informatik (-1‘400 Stellen) und die Banken (-900 Stellen). 

Dabei lässt sich kein zentraler Grund für den Stellenabbau und die Zunahme der Arbeitslosigkeit ausmachen. Vielmehr sind es verschiedene branchenspezifische oder sogar unternehmensspezifische Krisen, die den Anstieg der Arbeitslosigkeit erklären und höchstens lose zusammenhängen. So hat der Stellenabbau in der Informatik bei der Post, der Swisscom oder bei Google andere Ursachen als die Restrukturierungen bei der Migros. Der Stellenabbau beim Schweizer Fernsehen lässt nicht mit den gleichen Gründen erklären wie der in der Maschinen- oder Uhrenindustrie.

Arbeitslose Akademiker:innen – mehr Folge als Ursache 

Die relativ starke Zunahme der Arbeitslosigkeit auch bei tertiär ausgebildeten Arbeitnehmenden erklärt sich unter anderem dadurch, dass Entlassungen in Branchen mit einem hohen Anteil an tertiär ausgebildeten Arbeitnehmenden erfolgten, darunter insbesondere in der Informatik, im Finanzsektor, in den Medien sowie teilweise in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen etwa in der Pharmaindustrie. Gleichzeitig kam es in verschiedenen Branchen, etwa im Detailhandel oder der Industrie, auch an Hauptsitzen und in Führungspositionen zu Entlassungen. Neben dieser Betroffenheit aufgrund branchenspezifischer Krisen erklärt die allgemeine Tertiarisierung, also die zunehmende Anzahl an Personen mit einem Universitäts- oder Fachhochschulabschluss, die Zunahme der Arbeitslosigkeit unter Akademiker:innen. Da inzwischen etwa die Hälfte der Erwerbstätigen über einen Bildungsabschluss auf Tertiärstufe (Universität, Fachhochschule, Höhere Berufsbildung) verfügt, führt ein Stellenabbau und als Folge davon ein Anstieg der Arbeitslosigkeit mit deutlich grösserer Wahrscheinlichkeit auch dazu, dass vermehrt Arbeitnehmende mit einem tertiären Bildungsabschluss betroffen sind. 

Trotzdem lag die Arbeitslosenquote von tertiär ausgebildeten Arbeitnehmenden im Dezember 2025 mit 2.3 Prozent weiterhin deutlich tiefer als bei Arbeitnehmenden mit einer mittleren Ausbildung (z.B. Berufslehre) mit 2.9 Prozent. Denn auch viele Arbeitnehmende mit mittleren Qualifikationen waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen, so etwa im Gross- und Detailhandel, im Gastgewerbe oder der Industrie. 

Starker Stellenaufbau im Gesundheitswesen und im Service Public 

In den letzten zwei Jahren hat sich das Stellenwachstum insgesamt zwar stark abgeschwächt. Bis zum 3. Quartal 2025 erfolgte jedoch über die gesamte Volkswirtschaft gesehen noch kein Stellenabbau. Allerdings konzentrierte sich das Stellenwachstum zunehmend auf wenige Branchen. Von den 63‘000 neuen Stellen, die zwischen dem 3. Quartal 2023 und dem 3. Quartal 2025 geschaffen wurden, entfielen 60 Prozent auf das Gesundheitswesen und die Pflegeheime. 

Ohne die Branchen Gesundheitswesen, Heime, Sozialwesen, öffentliche Verwaltung und Bildungswesen, wären die Anzahl Stellen in der Schweiz in den letzten zwei Jahren sogar gesunken und die Arbeitslosigkeit vermutlich deutlich stärker gestiegen. Ein anhaltend einseitiges Wachstum in diesen Branchen ist durchaus problematisch, das aktuelle Jammern darüber ist aber gerade jetzt fehl am Platz.
 

Veränderung der Stellensuchenden und der Anzahl Beschäftigter nach Branchen
Staatssekretariat für Wirtschaft (Stellensuchende), Bundesamt für Statistik (Beschäftigte), Veränderung in absoluten Zahlen, Dezember 2023 zu Dezember 2025 (Stellensuchende) bzw. 3. Quartal 2023 zu 3. Quartal 2025 

Veränderung der Stellensuchenden und der Anzahl Beschäftigter nach Branchen

Strukturwandel schwächt sich ab 

Neben dem Beschäftigungswachstum ist der Strukturwandel für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit entscheidend. Wenn einzelne Branchen, wie das Gesundheitswesen, stark wachsen, während andere Branchen, wie die Industrie, schrumpfen, ist die Stellensuche und die Stellenbesetzung grundsätzlich erschwert. Mit einem Indikator, der das unterschiedliche Wachstum der Beschäftigung in den Branchen gewichtet nach ihrer Grösse zeigt, kann das Ausmass des derzeitigen Strukturwandels abgeschätzt werden. 

Nach einem erhöhten branchenspezifischen Strukturwandel etwa direkt nach der Pandemie zeigte sich im Verlauf des Jahres 2025 eine Abschwächung. sodass sich die gewichteten Wachstumsraten bei der Beschäftigung in den einzelnen Branchen einander annäherten. Dieser Aspekt dürfte sich somit eher positiv auf Stellensuchende auswirken. Entscheidend bleibt jedoch die Entwicklung beim Stellenauf- oder -abbau in den kommenden Monaten. 
 

Branchenspezifischer Strukturwandel 
Bundesamt für Statistik (Besta), eigene Berechnungen, Indikator

Branchenspezifischer Strukturwandel

Ein Jahr der politischen Ökonomie – der zukünftige Wachstumspfad wird an der Urne und im Parlament entschieden 

Ökonomie ist immer politische Ökonomie. Politische Entscheidungen und Institutionen sind immer entscheidend für die Entwicklung einer Volkswirtschaft. Am Ende des dritten Quartals 2025 lag die Schweiz beim Beschäftigungsaufbau praktisch am Nullpunkt. Obwohl verschiedene Indikatoren auf eine leichte Aufhellung hindeuten, wird die weitere Entwicklung – neben der internationalen Konjunktur und Politik – auch bei der Arbeitslosigkeit stark von innenpolitischen Entscheidungen abhängen. Betroffen sind insbesondere die Industriepolitik, die Finanzpolitik und die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP. 

Industriepolitik: Besonders prekär bleibt die Situation der produzierenden Industrie. Sie befindet sich in einer mehrfachen Krise: Zölle, ein starker Franken und eine überbordende Dominanz der chinesischen Industrie in der Weltwirtschaft, die zu starken Abwehrreaktionen führt. Inzwischen stammen 30 Prozent aller weltweit produzierten Industriegüter aus China, wobei es sich dabei kaum mehr um Plastikspielzeug handelt. Diese Dominanz und die immer intensiveren Abwehrreaktionen anderer Länder dagegen werden auch die Schweiz anhaltend treffen. Tiefe Zölle mit den USA mögen ein wichtiger Anfang sein. Letztlich kann sich die Schweiz industriepolitischen Massnahmen aber nicht entziehen, wenn sie mittel- und langfristig auch ein Industriestandort bleiben will. 

Finanzpolitik: Mit dem Entlastungspaket 27 will das Parlament bedeutende Ausgaben kürzen und zur Armee umlagern. Durch den Verzicht auf Mehreinnahmen verteidigt das Parlament die weitgehenden Steuersenkungen der letzten 20 Jahre und schützt letztlich die wachsenden Vermögen von Personen, die sich dadurch aus der veränderten Verantwortungslage ziehen können. Dies ist nicht nur gesellschaftspolitisch problematisch, sondern führt auch zu beträchtlichen langfristigen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden – sei es bei der Bildung, der Infrastruktur, dem Service Public, beim Schutz vor dem Klimawandel oder bei der langfristigen Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Demgegenüber würde eine Annahme der Klimafonds-Initiative wichtige Investitionen ermöglichen und Arbeitsplätze in den Bereichen schaffen, wo Arbeit und Innovation dringend notwendig sind, bei der Energieeffizienz, der technologischen Entwicklung und beim Schutz vor weiteren Katastrophen. Der Klimafonds wäre ein Geschenk an den Werkplatz Schweiz, für die Innovationsfähigkeit und für die Branchenvielfalt. 

Nachhaltigkeitsinitiative der SVP: Wirtschaftspolitisch entscheidend wird letztlich vor allem auch die Abstimmung zur Nachhaltigkeitsinitiative («Keine 10-Millionen-Schweiz!») sein. Die Umsetzung würde voraussichtlich bereits drei Jahre nach der Annahme beginnen und relativ rasch eine Kündigung der bilateralen Verträge nach sich ziehen. Mit der Durchsetzung einer harten Bevölkerungsobergrenze, wie sie die Initiative verspricht, wäre der demographische Wandel kaum mehr zu stemmen und würde etwa das anhaltend hohe Beschäftigungswachstum in der Pflege trotz alternder Bevölkerung rasch stoppen – mit der Folge einer Versorgungskrise. Der Lohnschutz, der in vielen Regionen der Schweiz für den sozialen Frieden entscheidend ist, würde vermutlich durch ein kaum wirksames Kontingentsystem ersetzt, bei welchem die Löhne und Arbeitsbedingungen vieler Unternehmen in der Schweiz nicht mehr kontrolliert würden. Es ist klar, dass für die SVP Freiheit immer Freiheit für den Chef bedeutet. Dies entspricht der klar kommunizierten Vision der SVP. Für sie ist der Lohnschutz – unter anderem mit den in Gesamtarbeitsverträgen ausgehandelten Minimallöhnen und Arbeitsbedingungen – nichts als staatlich verordnete Bürokratie, die es zu beseitigen gilt. Wer die Reden und Programme der SVP liest, staunt höchstens über die Offenheit darüber, wie sie dies kommuniziert. Sollten die falschen Versprechungen der Nachhaltigkeitsinitiative in der Bevölkerung tatsächlich eine Mehrheit finden, dann wird die Schweiz den verschiedenen Krisen kaum mehr gewachsen sein. Eine harte Bevölkerungsobergrenze und ein Bruch mit Europa mögen globalisierte heimatlose Unternehmen  kaum aus der Ruhe bringen. Sie können ihre Produktion auch in andere Regionen Europas verlagern. Dies zeigt sich bereits heute bei einem Teil der Manager und Verwalter internationaler Vermögen, die kaum mehr starke Gefühle für den Werkplatz Schweiz hegen und ihre ideologische Ablehnung der EU höher gewichten. Für Arbeitnehmende hingegen, die auch morgen noch gut in der Schweiz leben wollen, ist eine pragmatische Entscheidung gegen die Nachhaltigkeitsinitiative Pflicht. 

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

Travail.Suisse

Travail.Suisse
Hopfenweg 21
Postfach
3001 Bern
031 370 21 11
info@travailsuisse.ch

  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
To top

© Copyright 2019-2025 Travail.Suisse. Alle Rechte vorbehalten. Erstellt mit PRIMER - powered by Drupal.