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Ständerat lehnt Liberalisierung der Sonntagsarbeit ab – Travail.Suisse begrüsst den Entscheid

9. Juni 2026

Medienmitteilung

Vibrant neon 'Open' sign displaying business hours inside a shop at night.

Der Ständerat will die Sonntagsarbeit nicht weiter liberalisieren. Er ist nicht auf die Vorlage eingetreten, welche möchte, dass Arbeitnehmende im Detailhandel neu an bis zu zwölf Sonntagen im Jahr arbeiten müssen. Nun ist es am Nationalrat, die Standesinitiative definitiv abzuschreiben. Travail.Suisse ist weiterhin bereit, das Referendum dagegen zu ergreifen, sollte dies notwendig sein. Der Sonntag darf nicht zum Werktag werden. 

Der Ständerat hat heute entschieden, nicht auf die Vorlage für eine weitere Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Detailhandel einzutreten. Die Standesinitiative des Kantons Zürich möchte, dass Arbeitnehmende aus dem Detailhandel neu an bis zu 12 Sonntagen pro Jahr arbeiten müssen. Travail.Suisse begrüsst diesen Entscheid des Ständerats. 

Der Sonntag ist heute für 84 Prozent der Arbeitnehmenden normalerweise arbeitsfrei. Er ist für die Erholung der Arbeitnehmenden von hoher und – angesichts der zunehmenden Belastungen im Arbeitsalltag vieler Arbeitnehmender – gar von zunehmender Bedeutung. Der arbeitsbedingte Stress und die Erschöpfung von Arbeitnehmenden haben in den letzten Jahren stark und stetig zugenommen. Überdurchschnittlich hoch ist die Belastung dabei im Detailhandel. Inzwischen geben 47 Prozent der Angestellten aus dem Detailhandel an, dass sie oft oder sehr oft am Abend zu erschöpft sind um sich noch um private Angelegenheiten kümmern zu können. Unregelmässige Arbeitszeiten, geringe Gestaltungsspielräume bei der Arbeitszeit, überlange und fragmentierte Arbeitstage oder Abend- und Samstagsarbeit gehören für viele Angestellter im Detailhandel zum Alltag. «Gerade für die Angestellten im Detailhandel hat der arbeitsfreie Sonntag eine besonders grosse Bedeutung, weil sie schon heute überdurchschnittlich stark belastet sind. Travail.Suisse ist deshalb erfreut über den Nichteintretensentscheid des Ständerates», so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. 

Der arbeitsfreie Sonntag dient jedoch längst nicht nur der Erholung. «Für viele Angestellte im Verkauf ist der Sonntag häufig der einzige gemeinsame freie Tag in der Woche, der mit der Familie und Freunden verbracht werden kann. Der Sonntag erfüllt damit eine wichtige gesellschaftliche Funktion und darf nicht zum Werktag werden», so Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. 

Die Ausdehnung der Sonntagsarbeit bringt zudem keinen wirtschaftlichen Mehrwert. Die Umsätze im Detailhandel sind abhängig von der Kaufkraft der Bevölkerung – längere Ladenöffnungszeiten ändern daran nichts. Eine unveränderte Nachfrage bei längeren Ladenöffnungszeiten führt deshalb in erster Linie zu einem höheren Personalbedarf, einer tieferen Produktivität und einer Verschärfung des demografisch bedingten Arbeitskräftemangels. 

Der Vorstand von Travail.Suisse hat deshalb bereits beschlossen, das Referendum gegen die Vorlage zu ergreifen, sollte der Nationalrat in der Herbstsession auf der Ausweitung der Sonntagsarbeit beharren und der Ständerat seine Position ändern. 


Auskünfte
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93, wuethrich@travailsuisse.ch

Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 077 421 60 04, bauer@travailsuisse.ch 


Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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