Medienmitteilung
Der Nationalrat hat heute eine Motion von Giorgio Fonio, Vizepräsident von Travail.Suisse, gutgeheissen, die ein neues Programm für Personen fordert, die ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen während mehrerer Jahre unterbrochen haben. Das Programm soll von der Arbeitslosenversicherung finanziert werden. Travail.Suisse begrüsst diesen Entscheid als wirksamen ersten Schritt zur Unterstützung von Wiedereinsteigenden.
Ein neues nationales Programm «Supported Re-Entry» soll vom Bund lanciert werden – nach dem Vorbild des Programms «Supported Employment», das Personen ab 50 Jahren während 18 Monaten bei der Suche nach einer Erwerbstätigkeit sowie bei deren Erhalt unterstützt. Der Nationalrat hat die Motion des Tessiner Mitte-Politikers Giorgio Fonio am ersten Tag der Sondersession angenommen. Fonio erklärt: «Die Forschung zeigt, dass rund 11 bis 15 Prozent der erwerbstätigen Frauen nach der Geburt eines Kindes unfreiwillig aus dem Erwerbsleben aussteigen. Diese Personen möchten wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen, stossen dabei jedoch auf grosse Hindernisse. Das führt zu einem Kompetenzverlust für die Wirtschaft und zu einer unnötigen Entfremdung vom Arbeitsmarkt, der dringend Arbeitskräfte benötigt.»
Das Programm richtet sich an Personen, die nach mehreren Jahren Abwesenheit in den Arbeitsmarkt zurückkehren möchten. Es soll auf die spezifischen Bedürfnisse von Wiedereinsteigenden eingehen und eine mehrmonatige Begleitung (Coaching) anbieten. Auch Personen ohne Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sollen daran teilnehmen können, da Wiedereinsteigende gleich behandelt werden sollten wie andere Stellensuchende.
Zentrale Forderung des Travail.Suisse-Positionspapiers von 2024
Im Juni 2024 hatte Travail.Suisse ein umfassendes Positionspapier zum Thema Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt veröffentlicht. Die Motion Fonio greift eine der zentralen Forderungen daraus auf. Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse, erklärt: «Personen ohne Arbeitslosenentschädigung haben nur sehr eingeschränkten Zugang zu arbeitsmarktlichen Massnahmen. Die bestehenden Instrumente sind nicht darauf ausgelegt, einen Wiedereinstieg nach einem längeren Erwerbsunterbruch wirksam zu begleiten – ein Unterbruch, von dem mehrheitlich Frauen betroffen sind.»
Die Motion sieht keine neuen Finanzmittel vor, da das Programm im Rahmen der Arbeitslosenversicherung finanziert werden soll – wie bereits das Programm «Supported Employment» für Personen ab 50 Jahren. Es handelt sich um einen gezielten und kohärenten Einsatz bewährter Instrumente der Arbeitslosenversicherung. Das Programm entspricht zudem den Zielen der Strategie der öffentlichen Arbeitsvermittlung 2030, die arbeitssuchenden Personen ohne Taggeldbezug besondere Bedeutung beimisst.
Auskünfte
Giorgio Fonio, Nationalrat TI und Vizepräsident Travail.Suisse, 076 679 86 36, giorgio.fonio@parl.ch
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37, borioli@travailsuisse.ch