Medienmitteilung
Der Nationalrat hat an seiner heutigen Sitzung einer Motion zugestimmt, welche die Arbeits- und Ruhezeiten von Arbeitnehmenden ab einem Jahreslohn von 120’000 CHF komplett liberalisieren will. Der Nationalrat startet damit seinen nächsten Frontalangriff auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Es ist nun am Ständerat, diesen Entscheid zu korrigieren.
Der Nationalrat hat heute die Motion Grossen (24.3779) gutgeheissen. Sie fordert eine weitgehende Liberalisierung der Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen im Arbeitsgesetz für Personen mit einem Jahreslohn ab 120'000 Franken. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, erachtet die Folgen einer Umsetzung der Motion als schwerwiegend.
Aktuell legt das Arbeitsgesetz unter anderem fest, welche minimale Ruhezeit Arbeitnehmenden zusteht und welche Höchstarbeitszeiten eingehalten werden müssen. Der heutige Entscheid des Nationalrats zielt darauf ab, diese Grenzen des Arbeitstages für bestimmte Arbeitnehmende aufzuheben. Dadurch greift er die Gesundheit der Arbeitnehmenden frontal an.
Die Lohnhöhe von Arbeitnehmenden sagt wenig über ihre gesundheitlichen Risiken aus. «Auch Arbeitnehmende mit höheren Löhnen brauchen Grenzen des Arbeitstages und Erholung, damit sie nicht krank werden. Geld schützt nicht vor Krankheit», so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik.
Die Arbeits- und Ruhezeiten sind für den Gesundheitsschutz zentral. Sie stellen sicher, dass sich Arbeitnehmende ausreichend erholen können und nicht aufgrund der hohen Arbeitslast erkranken. Die Anzahl der gestressten und erschöpften Arbeitnehmenden hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Damit verbunden ist eine zunehmende Verbreitung von Stresserkrankungen bei Arbeitnehmenden. «Arbeitnehmende brauchen nicht weniger, sondern mehr Gesundheitsschutz. Der Nationalrat erkennt die Zeichen der Zeit nicht», so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik.
Nun ist es am Ständerat, die Geringschätzung des Gesundheitsschutzes für Arbeitnehmende zu stoppen und das öffentliche Interesse in den Vordergrund zu rücken.
Auskünfte
Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 077 421 60 04, bauer@travailsuisse.ch