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Delegierte bekräftigen klare Ablehnung der Chaos-Initiative und fordern einen besseren Schutz der Arbeitnehmenden

22. April 2026

Medienmitteilung

DV 2026

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat an seiner heutigen Delegiertenversammlung die deutliche Ablehnung der SVP-Chaos-Initiative bekräftigt. Die Delegierten forderten zudem eine bessere soziale Absicherung im Krankheitsfall, einen Stopp der Angriffe auf das Arbeitsgesetz, bessere Bedingungen für Teilzeitbeschäftigte und eine starke Weiterbildungspolitik. Greta Gysin, Präsidentin von transfair und Nationalrätin der Grünen Tessin, wurde neu ins Vizepräsidium von Travail.Suisse gewählt.

Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsverbände von Travail.Suisse nahmen an der heutigen Delegiertenversammlung in Bern teil. Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse, gab einen Ausblick auf die Herausforderungen des laufenden Jahres und die zentralen politischen Dossiers für die Arbeitnehmenden in der Schweiz. «Gerade in wirtschaftlich und gesellschaftlich unsicheren Zeiten braucht es Lösungen, die den Zusammenhalt stärken und den Schutz der Arbeitnehmenden verbessern», hielt Wüthrich fest.

Nein zur Chaos-Initiative

Schwerpunktthema der Delegiertenversammlung war die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Die Delegierten bekräftigten ihre klare Ablehnung dieser Vorlage, die keine einzige der realen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, bei den Mieten oder bei der Infrastruktur löst. Stattdessen stürzt sie die Schweiz ins Chaos, indem sie den Lohnschutz und die bilateralen Beziehungen mit der Europäischen Union gefährdet und damit gerade für die Arbeitnehmenden grosse Unsicherheiten schafft.

Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik von Travail.Suisse, betonte in seinem Input: «Die Chaos-Initiative setzt den Lohnschutz und unsere Arbeitsplätze aufs Spiel. Sie gefährdet unsere Gesundheitsversorgung und isoliert die Schweiz in Europa – und löst dabei kein einziges der bestehenden Probleme.» Travail.Suisse setzt sich aktiv für ein Nein ein, unter anderem durch die Verteilung einer Abstimmungszeitung an über 200'000 Haushalte, eine Kampagne in den sozialen Medien sowie verschiedene Aktionen in der ganzen Schweiz im Rahmen einer nationalen Aktionswoche anfangs Mai. «Travail.Suisse nimmt diese Initiative sehr ernst, denn sie ist brandgefährlich: Sie gefährdet unsere Löhne und Renten und hat damit sehr direkte negative Auswirkungen auf alle Arbeitnehmenden und Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz», warnt Präsident Adrian Wüthrich.

Forderungen zu Teilzeitarbeit, Angriffen auf das Arbeitsgesetz, Krankentaggeld und Weiterbildung

In einer Resolution verlangen die Delegierten Massnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierung bei Teilzeitarbeit und fordern ein Recht auf Teilzeitarbeit bei familiären Verpflichtungen. In einer weiteren Resolution wehren sie sich gegen neue Angriffe auf das Arbeitsgesetz und verlangen einen wirksamen Schutz vor überlangen Arbeitstagen, ungenügenden Ruhezeiten und zunehmendem Stress am Arbeitsplatz. Gleichzeitig muss der Vollzug des Arbeitsgesetzes verbessert werden. Schliesslich fordern die Delegierten mit einer dritten Resolution eine bessere soziale Absicherung im Krankheitsfall. Travail.Suisse schlägt mittelfristig die Schaffung einer nationalen Krankentaggeldversicherung nach dem Vorbild der SUVA vor, damit alle Arbeitnehmenden bei längerer Krankheit ausreichend geschützt sind. Schliesslich forderten die Delegierten eine massive und nachhaltige Stärkung der Weiterbildung. Angesichts des technologischen Wandels und der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt brauche es einen gerechten Zugang zur Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden – unabhängig vom Beschäftigungsgrad oder vom Einkommen.

Greta Gysin neue Vizepräsidentin von Travail.Suisse

Die Delegierten wählten Greta Gysin, Präsidentin von transfair, neu ins Vizepräsidium von Travail.Suisse. Sie ergänzt das bisherige Vizepräsidium mit Léonore Porchet, Nationalrätin VD, und Giorgio Fonio, Nationalrat TI. Mit ihrer Wahl wird die Vertretung der Mitgliedsverbände in den Leitungsgremien des Dachverbands weiter gestärkt. 


Auskünfte
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse, 079 287 04 93, wuethrich@travailsuisse.ch 


Resolutionen

Resolution Teilzeitarbeit 2026

101.36 KB

Resolution Krankentaggeld 2026

94.77 KB

Resolution Arbeitsgesetz 2026

95.1 KB

Resolution Weiterbildung 2026

95.4 KB

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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