Medienmitteilung
Die Erwerbslosigkeit bei jungen Erwachsenen hat in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Neben einer schwächeren Konjunktur haben dazu insbesondere der Abbau von Einstiegsstellen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz sowie gesundheitliche Belastungen beigetragen. Der Berufseinstieg erfordert deshalb für junge Erwachsene mehr Zeit und Unterstützung. Der Nationalrat war heute nicht bereit, diese Investition in die Zukunft junger Berufsleute zu tätigen. Travail.Suisse bedauert diesen Entscheid und erachtet ihn als kurzsichtig.
Der Nationalrat hat heute eine parlamentarische Initiative abgelehnt, welche jungen Stellensuchenden mehr Zeit bei der Arbeitssuche ermöglichen wollte. Konkret sieht die parlamentarische Initiative Porchet vor, die Taggelder der Arbeitslosenversicherung für junge Erwachsene auf Stellensuche bei voller Beitragszeit von 200 auf 400 Tage zu erhöhen.
Die Kürzung auf 200 Tage bei voller Beitragszeit wurde mit der 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes eingeführt. Mit dieser Sonderregelung sind junge Stellensuchende unter 25 Jahren schlechter abgesichert als andere Altersgruppen. Seither registrieren sich deutlich weniger junge Erwerbslose bei der Arbeitslosenversicherung und nehmen seltener Vermittlungsleistungen der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) in Anspruch. Gleichzeitig haben die Aussteuerungen von jungen Erwachsenen zugenommen. «Die Leistungskürzungen haben sich als Fehler erwiesen. Junge Erwachsene brauchen einen guten Start in ihr Berufsleben. Sie verdienen die gleiche Unterstützung durch die öffentliche Arbeitsvermittlung wie alle anderen Arbeitnehmenden», so Léonore Porchet, Vizepräsidentin von Travail.Suisse.
Angesichts der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt ist diese Schlechterstellung von jungen Stellensuchenden besonders problematisch. Die Erwerbslosigkeit bei jungen Erwachsenen hat in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Ursachen dafür sind neben einer schwächeren Konjunktur insbesondere auch der Abbau von Einstiegsstellen durch die Einführung von künstlicher Intelligenz. Studien zeigen klar, dass vor allem junge Arbeitnehmende von diesem Stellenabbau betroffen sind. Junge Erwachsene brauchen deshalb mehr Zeit bei der Stellensuche, um den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Der Nationalrat hat ihnen dies heute mit seinem Entscheid verwehrt. «Die Schweiz ist dringend auf die Generation junger Berufsleute angewiesen. Statt in sie zu investieren, schliesst der Nationalrat die Augen vor den wachsenden Herausforderungen beim Berufseinstieg. Das ist sehr kurzsichtig», so Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.
Travail.Suisse wird mit weiteren Vorstössen daran arbeiten, damit junge Arbeitslose gegenüber den neuen Herausforderungen besser geschützt und unterstützt werden.
Auskünfte
Léonore Porchet, Vizepräsidentin von Travail.Suisse, 079 350, 67 43, leonore.porchet@parl.ch
Thomas Bauer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, 077 421 60 04, bauer@travailsuisse.ch