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Bruno Weber-Gobet – 27 Jahre im Dienste der Bildungspolitik

30. März 2026
Jackie Vorpe
Jackie Vorpe
Leiterin Bildungspolitik

Das kürzlich erschienene Buch «Die Arbeit hinter den Kulissen» zeichnet die jüngste Geschichte der Schweizer Berufsbildung aus der Sicht zweier Persönlichkeiten nach, die sie massgeblich geprägt haben: Christine Davatz (Schweizerischer Gewerbeverband) und Bruno Weber-Gobet, langjähriger Leiter Bildungspolitik von Travail.Suisse, dessen Engagement die Bildungspolitik in der Schweiz nachhaltig geprägt hat.

Bruno Weber-Gobet
Bruno Weber-Gobet zu Beginn seiner Tätigkeit beim CNG (zvg)

Es war mir eine Ehre, mich in die Lektüre des Buchs von Lorenzo Bonoli, Forscher an der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB), zu vertiefen. Denn über die historische Erzählung hinaus hinterfragt dieses Buch direkt die Funktion, die ich heute ausübe. Bruno Weber-Gobet war einer der wichtigsten Experten und Lobbyisten im Bereich der Berufsbildung des letzten Vierteljahrhunderts. Sein Engagement fiel in eine entscheidende Phase für die Schweizer Berufsbildung: Bruno Weber-Gobet erlebte das Inkrafttreten der Berufsmaturität im Jahr 1994, die Entstehung der Fachhochschulen im Jahr 1996, das Inkrafttreten des letzten Berufsbildungsgesetzes (BBG) im Jahr 2004 und das des Weiterbildungsgesetzes (WBG) im Jahr 2017.

Die anspruchsvolle Rolle des Experten und Lobbyisten

Das Werk hebt die wichtigsten Erkenntnisse hervor, die Bruno Weber-Gobet in Bezug auf seine Funktion gewonnen hat. Einen echten Beitrag zur Transformation der Bildung zu leisten, ist nicht einfach. «[Man] muss das gesamte Bildungssystem verstehen […]. [Man] muss die Gesetze und ihre Umsetzung kennen. [Man] muss die politischen Prozesse […] gut verstehen […] und wissen, wie man diese beeinflussen kann. Und schlussendlich: [Man] muss mit Medien umgehen können». Diese vier Kompetenzen – das System verstehen, den rechtlichen Rahmen beherrschen, die politischen Mechanismen begreifen und kommunizieren können – zeichnen die Konturen einer besonders anspruchsvollen Rolle nach, die weit über die blosse Vertretung der Interessen der Arbeitnehmenden hinausgeht. Das Buch beschreibt die Funktion wie folgt: Lobbyisten verfügen über ein breites Spektrum an Fachwissen, bauen umfangreiche Kontaktnetzwerke auf, treten bei verschiedenen Veranstaltungen auf, informieren und beeinflussen Entscheidungsträger und schlagen eine Brücke zwischen Praxis und Politik. Bruno Weber-Gobet hat sich nie nur als Vertreter gesehen. «Ich würde mich als Kämpfer für ein gutes Bildungssystem beschreiben», erklärt er. Diese auf das Gemeinwohl ausgerichtete Haltung hat zweifellos dazu beigetragen, ihn zu einer Referenz weit über Travail.Suisse hinaus zu machen.

In der Schweiz basiert die Berufsbildungspolitik auf einem ständigen Gleichgewicht zwischen Behörden, Sozialpartnern und Akteuren vor Ort. Die Gründung der Tripartiten Berufsbildungskonferenz (TBBK) im Jahr 2020 im Rahmen der Initiative «Berufsbildung 2030» stellte in dieser Hinsicht einen wichtigen Meilenstein dar. Sie spiegelt sowohl den Willen zur Anpassung an neue Herausforderungen, als auch eine Stärkung der Steuerung des Systems (die Einrichtung einer Verbundpartnerschaft). Bruno Weber-Gobet war bei der Gründung der TBBK hautnah dabei. Die Tatsache, dass Travail.Suisse heute voll und ganz eingebunden ist, zeugt von der Anerkennung, die sich der Dachverband im Laufe der Jahre erworben hat.

Weiterdenken in der Berufs- und Weiterbildung

Das Werk eröffnet wesentliche Perspektiven für die Zukunft der Berufsbildung. Es regt dazu an, den Stellenwert der Politik in diesem Bereich zu hinterfragen: Soll man versuchen, die Herausforderungen der Berufsbildung im Namen ihrer Effizienz und ihrer Verankerung in der Praxis zu entpolitisieren? Oder soll man ihre grundlegend politische Dimension, die mit gesellschaftlichen Entscheidungen in Bezug auf Chancengleichheit oder die Anerkennung von Bildungswegen verbunden ist, im Gegenteil voll und ganz anerkennen? In dieser Perspektive erscheint die Frage der Governance von zentraler Bedeutung. Ist das heutige System tatsächlich inklusiv, insbesondere gegenüber Lehrkräften und Auszubildenden, deren Stimme in Entscheidungsprozessen oft im Hintergrund bleibt? Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Fähigkeit der Sozialpartner, langfristige Übereinstimmungen zu erzielen: In welchen Fragen gelingt es ihnen tatsächlich, sich zu einigen, und wo bestehen im Gegenteil weiterhin strukturelle Spannungen?

Diese Fragen sind Teil einer Reihe von Themen, die heute aktueller denn je sind. Die Weiterbildung ist zunächst einmal ein wichtiges Betätigungsfeld, sei es bei der Erarbeitung von Förderinstrumenten wie Bildungsgutscheinen oder bei der Stärkung des effektiven Zugangs zum lebenslangen Lernen. Die berufliche Zertifizierung für Erwachsene stellt ebenfalls einen wichtigen Hebel für die Anerkennung von Kompetenzen dar, die ausserhalb formaler Bildungswege erworben wurden. Ebenso erfordert die höhere Berufsbildung, die Bruno Weber-Gobet als ein System bezeichnet, das sich noch in der «Pubertätsphase» befindet, eine Konsolidierung sowohl hinsichtlich ihrer Verständlichkeit als auch ihrer Positionierung in der Bildungslandschaft. Hinzu kommen Herausforderungen bei der Koordination mit den Hochschulen, die bisweilen noch von einer Logik der Abschottung geprägt sind, sowie Fragen der Inklusion, insbesondere der Zugang zur Berufsbildung für Menschen mit Behinderungen. Schliesslich bleibt die Qualitätssicherung der betrieblichen Ausbildung eine wichtige Säule des dualen Systems – aber auch eine ständige Herausforderung vor dem Hintergrund sich rasch wandelnder Berufe und Ausbildungsanforderungen.

Gleichzeitig gewinnt die Frage der Berufs- und Laufbahnberatung zunehmend an Bedeutung. Wie können junge Menschen bei ihren Ausbildungsvorhaben und Erwachsene bei ihren Umschulungsentscheidungen angesichts der zunehmenden Diversifizierung der Bildungswege und des Wandels in der Arbeitswelt angemessen begleitet werden? In diesem Punkt fällt Bruno Weber-Gobets Urteil besonders kritisch aus: Er erachtet den Abschnitt über die Berufsberatung im Bundesgesetz über die Berufsbildung als «den schlechtesten Teil des Gesetzes» und unterstreicht damit die derzeitigen Grenzen des institutionellen Rahmens sowie die Notwendigkeit, diesen entscheidenden Aspekt des Systems grundlegend zu überdenken.

Ein Erbe für die Zukunft

Beim Lesen des Buches drängt sich mir eine Frage auf: Wie kann man einem solchen Erbe gerecht werden? Die Rolle als Expertin und Lobbyistin erfordert ein subtiles Gleichgewicht. Man darf nicht zu vehement auftreten, um den Dialog nicht zu gefährden. Gleichzeitig darf man nicht zu versöhnlich sein, um nicht die Stimme der Arbeitnehmenden zu verlieren. Diese goldene Mitte zu finden, ist zweifellos eine der wertvollsten Lektionen, die mir Bruno Weber-Gobet vermittelt hat. Sein Werdegang zeigt, dass Einfluss nicht nur von der Stärke der vertretenen Positionen abhängt, sondern auch von der Fähigkeit zu verstehen, Verbindungen herzustellen und zu überzeugen. Vor allem erinnert er daran, dass Glaubwürdigkeit erst mit der Zeit entsteht. Dieses Vermächtnis spüre ich umso stärker, als Bruno Weber-Gobet dazu beigetragen hat, den sehr guten Ruf von Travail.Suisse im Bereich der Bildungspolitik zu etablieren.

Die Stärke des Schweizer Bildungssystems beruht nicht nur auf seinen Strukturen, sondern auf den Frauen und Männern, die sich als Hüterinnen und Hüter der Qualität engagieren. Danke, Bruno Weber-Gobet, für dieses wertvolle Vermächtnis – und für diese wichtige Lektion: Die nachhaltigsten Fortschritte entstehen oft im Verborgenen, dank jenen, die Überzeugung und Kompromissbereitschaft miteinander verbinden können.
 

Bruno Weber-Gobet war Leiter Bildungspolitik beim CNG und später bei Travail.Suisse, Geschäftsleiter des Bildungsinstituts ARC, Mitglied der Expertenkommission zur Ausarbeitung des Gesetzes über die Berufsbildung von 2002, Mitglied der Eidgenössischen Berufsbildungskommission, Mitglied der Eidgenössischen Fachhochschulkommission, Mitglied der vorparlamentarischen Gesetzgebungskommission zur Teilrevision des Fachhochschulgesetzes, Vorstandsmitglied des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung SVEB, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für angewandte Berufsbildungsforschung, Vorstandsmitglied der Konferenz der Fachhochschulen. Er war zudem einer der Vertreter der Schweiz im Advisory Committee on Vocational Training (2011–2021), dem Ausschuss der Europäischen Union für die Berufsbildung.


Link zum Buch

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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