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Bildung und Armut in der Schweiz: Den Teufelskreis durchbrechen

29. Januar 2026
Jackie Vorpe
Jackie Vorpe
Leiterin Bildungspolitik

In der Schweiz wird Bildung oft als Schlüssel zur beruflichen Integration und wirtschaftlichen Sicherheit dargestellt. In einem Themenheft analysiert der vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlichte Bericht 2025 des Nationalen Armutsmonitorings verschiedene Aspekte der Bildung im Zusammenhang mit Armut: Abschlüsse (formale Bildung), Grundkompetenzen sowie Weiterbildung (nicht formale Bildung).

Nadja, heute 24 Jahre alt, absolvierte eine Ausbildung zur Fachfrau Betreuung, als ihre Tochter zur Welt kam. Aufgrund von Gesundheitsproblemen und dem Mangel an bezahlbaren Betreuungsmöglichkeiten musste sie ihre Ausbildung unterbrechen. Nach einer Zeit in der Sozialhilfe arbeitet sie heute als freiberufliche Content-Erstellerin und verdient etwa 3'000 Franken pro Monat. Nadja gilt zwar nicht mehr als arm, ist aber weiterhin von Armut bedroht. Ihr Werdegang zeigt ebenso wie die Geschichten anderer Personen, die zu Beginn des Armutsmonitoringbericht vorgestellt werden, wie sehr Bildung, Arbeit und Armut miteinander verflochten sind, insbesondere für Frauen, wenn die Rahmenbedingungen fehlen.

Ziel: Ein Abschluss auf Sekundarstufe II für alle

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Personen ohne Abschluss auf Sekundarstufe II sind deutlich stärker von Armut bedroht. Im Jahr 2023 verfügten 14 Prozent der 25- bis 64-jährigen Erwachsenen über keinen solchen Abschluss. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Einwanderer:innen der ersten Generation. Bei den jungen Erwachsenen haben fast zehn Prozent im Alter von 25 Jahren noch keinen postobligatorischen Abschluss, wobei die Quote bei Menschen mit einer Behinderung, bei Personen, die in Haushalten mit niedrigem Einkommen aufgewachsen sind oder Sozialhilfe bezogen haben, deutlich höher ist. Diese unterbrochenen Bildungswege führen oft zu Phasen, in denen die Betroffenen weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind (NEET, Not in Education, Employment or Training), was für die berufliche Eingliederung besonders kritisch ist. Der Bericht hält fest, dass bereits während der obligatorischen Schulzeit bestehende Anforderungsprofile sowie die getroffenen Laufbahnentscheide zu anhaltenden Chancenungleichheiten beitragen. Am 5. Mai wird das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) eine Bilanz des im Jahr 2006 ins Leben gerufenen gemeinsamen Ziels von Bund und Kantonen ziehen. Dieses sieht vor, dass 95 Prozent der 25-Jährigen über einen Abschluss der Sekundarstufe II verfügen sollen. Dieses Ziel wurde bis heute nicht erreicht.

Armut macht auch vor gut ausgebildeten Menschen nicht Halt

Der Bericht erinnert gleichzeitig an eine andere wichtige Tatsache: Armut betrifft nicht nur gering qualifizierte Menschen. Mehr als drei Viertel der von Armut betroffenen Personen verfügen über einen Abschluss der nachobligatorischen Ausbildung – 30 % von ihnen sogar über einen Tertiärabschluss. Die Ausbildung hat zwar einen starken Einfluss auf das Einkommensniveau und die Position auf dem Arbeitsmarkt, garantiert jedoch allein keine dauerhafte wirtschaftliche Sicherheit. Eine Trennung, eine Krankheit, ein Unfall, die Geburt eines Kindes oder der Verlust des Arbeitsplatzes können ausreichen, um in die Prekarität abzurutschen. Oft ist es eine Kombination von Risiken – Bildung, Gesundheit, familiäre Situation, Migrationsstatus –, die zu Armut führt. In einem solchen Szenario sind Frauen oft besonders gefährdet. Diese Feststellung macht deutlich, wie wichtig es ist, auf mehreren Ebenen zu handeln.

Grundkompetenzen, Selbstständigkeit und der Teufelskreis der Armut

Über die Abschlüsse der formalen Bildung hinaus hebt der Bericht die zentrale Rolle der Grundkompetenzen für ein selbstbestimmtes Leben hervor. Neben den Kompetenzen im Lesen, Schreiben, Rechnen und Problemlösen gibt es noch drei weitere Kompetenzen, die für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, den Zugang zu Rechten und den Erhalt des Arbeitsplatzes entscheidend sind: digitale Kompetenz (digitale Kompetenzen und Reaktionsfähigkeit angesichts des Wandels in der Arbeitswelt), Finanzkompetenz (Fähigkeit, ein Budget, Schulden oder Versicherungen zu verwalten) und Gesundheitskompetenz (Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu verstehen und zu verarbeiten).

Armut schwächt jedoch genau diese Kompetenzen. Der Mangel an finanziellen Mitteln, Gesundheitsprobleme oder die psychische Belastung durch prekäre Lebensverhältnisse verringern die Lernmöglichkeiten und verstärken einen Teufelskreis, der bereits in der Kindheit beginnen und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden kann.

Weiterbildung: Ungleich verteilte Chancen

Weiterbildung ist ein zentrales Anliegen von Travail.Suisse und spielt angesichts der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt eine Schlüsselrolle. Im Jahr 2023 haben 53 Prozent der 25- bis 64-Jährigen eine Weiterbildung absolviert. Der Zugang zu diesen Angeboten ist jedoch nach wie vor sozial ungleich verteilt. Personen mit geringem Einkommen erhalten seltener finanzielle Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. Während 81 Prozent der Arbeitnehmenden mit geringem Einkommen, die eine berufliche Weiterbildung absolviert haben, Unterstützung erhielten, lag dieser Anteil bei den Arbeitnehmenden mit hohem Einkommen bei 93 Prozent. Zahlen aus dem PIAAC-Bericht zeigen ausserdem, dass bei den 15 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz, die über schwache Grundkompetenzen verfügen, die Teilnahmequote an Weiterbildungen viermal niedriger ist als im Durchschnitt. Diese Zahlen zeigen, dass diejenigen, die am dringendsten eine Weiterbildung benötigen, um ihre Situation zu verbessern, oft den geringsten Zugang dazu haben. Eine solche Situation erfordert entschlossene Massnahmen, wie beispielsweise die Übernahme der indirekten Ausbildungskosten, die eines der grössten Hindernisse für eine Weiterbildung oder Umschulung darstellen.

Travail.Suisse will alle Hebel in Bewegung setzen

Für Travail.Suisse ist die Botschaft klar: Investitionen in die Bildung sind unerlässlich, aber sie reichen nicht aus. Es braucht solide Rahmenbedingungen: existenzsichernde Löhne, schützende Sozialversicherungen, einen echten Zugang zur Weiterbildung – auch für Erwachsene – sowie eine bessere Anerkennung der erworbenen Kompetenzen, sowohl in der Schweiz als auch im Ausland. Die Bekämpfung der Armut erfordert eine kohärente Politik, die eine qualitativ hochwertige Bildung auf allen Ebenen, Grundkompetenzen, menschenwürdige Arbeit, Chancengleichheit und soziale Sicherheit miteinander verbindet. Bildung öffnet Türen. Allerdings muss sie für alle zugänglich sein – und die Arbeit, die sie ermöglicht, muss langfristig vor Armut schützen.

Über Travail.Suisse

Travail.Suisse ist der wichtigste unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz, er ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Travail.Suisse vertritt die Interessen der 130’000 Mitglieder seiner Mitgliedsverbände und aller Arbeitnehmenden in Politik und Öffentlichkeit. Travail.Suisse ist einer der vier nationalen Sozialpartnerdachverbände, ihm gehören zehn Mitgliedsverbände an.

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