Bundesrat verkennt die Probleme in der Krankentaggeldversicherung - jetzt braucht es eine SUVA-Lösung
Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist enttäuscht, dass der Bundesrat die Probleme in der Krankentaggeldversicherung verkennt. Er anerkennt weder die Probleme in der Prävention noch bei den Prämien. Travail.Suisse hat einen umfassenden Bericht erstellt, der zeigt, dass es dringend ein Leistungsobligatorium und eine öffentlich-rechtliche Krankentaggeld-Versicherungsanstalt braucht, die solidarische und bezahlbare Prämien garantiert.
Der Bundesrat hat heute seinen Bericht zu den Handlungsoptionen bei der Krankentaggeldversicherung veröffentlicht (Postulat 24.3465). Die Schlussfolgerungen des Bundesrats sind enttäuschend und werden den Herausforderungen im Bereich der Krankentaggeldversicherung nicht gerecht. Der Bundesrat lehnt eine Systemänderung ab und stellt sich gegen ein Versicherungsobligatorium. Der Bericht des Bundesrates zeigt deutlich, dass er nicht gewillt ist, die bestehenden Missstände im Bereich der Krankentaggeldversicherung gezielt anzugehen.
Probleme ignoriert
Die soziale Absicherung bei Krankheit weist in der Schweiz nach wie vor grosse Lücken auf. Sowohl für Arbeitnehmende wie auch für Arbeitgebende bringt das heutige System grosse Probleme mit sich. Die Prämien steigen ungebremst. Versicherer haben heute keinen Anreiz, um in die Prävention zu investieren. Eine frühe Intervention wird durch die Karenzfristen verhindert. Das hat gerade bei psychischen Erkrankungen verheerende Auswirkungen. Für Travail.Suisse ist deshalb klar, dass es dringend eine Systemänderung braucht.
Travail.Suisse fordert SUVA-Lösung für die Krankentaggeldversicherung
Travail.Suisse hat einen umfassenden Bericht verfasst, der die Problemlage analysiert und zeigt, welche Lösungen es braucht. Die Schweiz braucht ein Leistungsobligatorium. Alle Arbeitnehmenden sollen im Krankheitsfall darauf zählen können, dass sie ihren Lohn während zwei Jahren nicht verlieren. Damit die Unternehmen nicht den Versicherern ausgeliefert werden, braucht es eine öffentlich-rechtliche Versicherungsanstalt, die bezahlbare Prämien garantiert, die Risiken ausgleicht und die Prävention investiert – so wie das heute die SUVA macht. Kleinstunternehmen, die besonders stark von den Problemen mit den Prämien betroffen sind, sollen alle bei dieser öffentlich-rechtlichen Versicherungsanstalt angeschlossen werden.