Medienmitteilung
Die finanziellen Aussichten bei der IV sind besorgniserregend. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert deshalb, dass die Prävention am Arbeitsplatz gestärkt wird, damit weniger Arbeitnehmende krankheitsbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden und auf eine IV-Rente angewiesen sind. Dazu müssen insbesondere die Krankentaggeldversicherungen stärker in die Pflicht genommen werden und die Prävention entscheidend stärken.
Die heute veröffentlichten Finanzperspektiven der Sozialwerke zeigen, dass die Invalidenversicherung stark unterfinanziert ist. Travail.Suisse nimmt mit Besorgnis zur Kenntnis, dass immer mehr Personen aufgrund psychischer Erkrankungen auf eine IV-Rente angewiesen sind. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es zentral, dass Betroffene rasch Unterstützung erhalten, um wieder gesund zu werden. In dieser Phase spielen die Arbeitgebenden und die Krankentaggeldversicherungen eine zentrale Rolle, um präventiv dafür zu sorgen, dass keine IV-Rente notwendig wird.
Krankentaggeldversicherungen in die Pflicht nehmen
«Leider haben die Krankentaggeldversicherungen heute kaum Anreize, in die Prävention zu investieren. Über Prämienerhöhungen können sie die Kosten für Krankheitsfälle direkt weitergeben», sagt Edith Siegenthaler, Leiterin Sozialpolitik. Für Travail.Suisse ist deshalb klar, dass nicht nur bei der IV, sondern insbesondere auch bei den Krankentaggeldversicherungen Handlungsbedarf besteht.
In der Schweiz ist der Abschluss einer Krankentaggeldversicherung für Unternehmen heute nicht obligatorisch. Doch selbst wenn eine Krankentaggeldversicherung vorhanden ist, wird sie in der Regel erst aktiv, wenn sie für einen Krankheitsfall bezahlen muss. Wegen der sogenannten Karenzfristen ist dies oft erst der Fall, wenn die Betroffenen schon mehr als einen Monat krankgeschrieben sind. So verstreicht wertvolle Zeit, in der die Gesundheit der Betroffenen nicht verbessert wird.
Travail.Suisse fordert deshalb, dass Krankentaggeldversicherungen endlich als Sozialversicherungen betrachtet werden. Damit sie die Kosten nicht mehr über höhere Prämien auf die Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden überwälzen können und einen echten Anreiz haben, in die Prävention zu investieren, braucht es ein Obligatorium und eine zentrale Lösung nach dem Vorbild der SUVA in der Unfallversicherung.
Auskünfte
Edith Siegenthaler, Leiterin Sozialpolitik 077 405 34 21, siegenthaler@travailsuisse.ch