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Medienmitteilungen 2015

Adrian Wüthrich ist neuer Präsident von Travail.Suisse

Der Kongress von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, hat Adrian Wüthrich heute zum neuen Präsidenten gewählt. Adrian Wüthrich übernimmt damit die Nachfolge von Martin Flügel an der Spitze des zweitgrössten Arbeitnehmerdachverbands der Schweiz. mehr

Adrian Wüthrich hat im Werkstudium den Master in Public Management und Politik mit Schwerpunkt Management im öffentlichen Sektor an der Universität Bern erlangt. Er hat durch seine bisherigen Tätigkeiten eine breite Erfahrung in Politik und Verbandsarbeit erworben und sich durch diverse Engagements einen Namen gemacht. Zuletzt arbeitete Adrian Wüthrich als Fachspezialist Verein + Gesellschaft auf dem Zentralsekretariat der SRG SSR.

Adrian Wüthrich ist seit fünf Jahren Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern, Fraktionsvizepräsident und Exekutivmitglied der Gemeinde Huttwil (SP). Er wurde 1980 geboren, ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen im Vorschulalter.

Den Arbeitnehmenden eine starke Stimme sein

Der neu gewählte Präsident will Travail.Suisse als eigenständige und starke Stimme auf der nationalen Polit-Bühne aktiv einbringen und sich für eine Arbeit mit Zukunft einsetzen. Mit dem Politprogramm, das von den Delegierten am Kongress verabschiedet wird, habe sich Travail.Suisse viel vorgenommen, ist sich Adrian Wüthrich bewusst. „Wir werden alles daran setzen, um möglichst viele dieser Ziele zu erreichen“.

Die Ansprache von Adrian Wüthrich zu seiner Wahl sowie Fotos sind auf unserer Website www.travailsuisse.ch abrufbar.

Für mehr Informationen:
Therese Schmid, Tel. 079 749 38 43

Anhang Grösse

2015-09-12 Präsidialansprache A Wuethrich.docx 51 KB

12. September 2015, Therese Schmid, Leiterin Administration Drucker-icon

Stress und Sorge um den Arbeitsplatz belasten die Arbeitnehmenden in der Schweiz

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat heute den «Barometer Gute Arbeit » präsentiert. Basierend auf einer repräsentativen Umfrage bewerten die Arbeitnehmenden ihre Arbeitsbedingungen. Schlecht benotet werden insbesondere die gesundheitlichen Belastungs-Kriterien und die Förderung der Weiterbildung. Auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist weit verbreitet. mehr

Mit dem «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse existiert ein menschliches Mass zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Die Bewertung der Arbeitsbedingungen richtet sich dabei an der Kernfrage nach guter Arbeit im Sinne von zukunftsfähiger Arbeit aus. Zukunftsfähige Arbeit muss die Gesundheit schützen, die Motivation erhalten und den Arbeitnehmenden eine gewisse Sicherheit vermitteln. Auf der Basis einer repräsentativen Umfrage bei 1‘500 Erwerbstätigen in der Schweiz werden 20 Kriterien aus den drei zentralen Dimensionen „Gesundheit“, „Motivation“ und „Sicherheit“ bewertet. Es bestätigen sich dabei Ergebnisse, welche uns durch Schilderungen der Mitglieder unserer Verbände und die alltägliche Arbeit bekannt sind.

Stress und psychische Belastung mit schlechtester Bewertung

Der Stress und die psychische Belastung der Arbeit, werden durch die Arbeitnehmenden am schlechtesten beurteilt. So fühlen sich 40 Prozent der Arbeitnehmenden oft oder sehr häufig durch ihre Arbeit gestresst und ein Drittel nimmt die Arbeit als psychologische Belastung wahr. Im Zusammenhang mit dem Wegfall des Euro-Mindestkurses hat der Druck auf die Arbeitnehmenden noch einmal deutlich zugenommen. „Diese Produktivitätspeitsche führt zu einer Überbelastung der Arbeitnehmenden, mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der einzelnen Arbeitnehmenden, aber auch mit hohen Kosten für die Volkswirtschaft insgesamt“, sagt Adrian Wüthrich, designierter Präsident von Travail.Suisse.

Gesundheitsförderung und Förderung der Weiterbildung ungenügend

Weiter zeigt sich, dass die Arbeitnehmenden nicht zufrieden sind mit den Massnahmen, welche der Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung getroffen hat. Während für 14 Prozent überhaupt keine Massnahmen getroffen wurden, reichen für weitere 29 Prozent die Massnahmen gar nicht oder nur in geringem Mass aus. Ebenfalls ungenügend ist die Förderung der Weiterbildung der Arbeitnehmenden durch die Arbeitgeber. Mit 46 Prozent erfährt fast die Hälfte der Arbeitnehmenden keine oder nur in geringem Mass eine Förderung ihrer Weiterbildung. Für Nationalrat Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse, ist klar: „Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Probleme von älteren Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt, ist es essenziell, dass die Arbeitnehmenden in ihren Weiterbildungsaktivitäten stärker durch die Arbeitgeber unterstützt werden“.

Ausgeprägte Sorge um den Arbeitsplatz

Dass die Schweiz ein Problem mit den älteren Arbeitnehmenden hat, unterstreicht der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse eindrücklich. Bereits in der kurzfristigen Perspektive sehen die älteren Arbeitnehmenden ihre Arbeitsplätze stärker bedroht als die übrigen Alterskategorien. Erschreckend wird das Bild aber insbesondere in der mittelfristigen Perspektive. So glauben mit 65 Prozent beinahe zwei Drittel der 46- bis 64-Jährigen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt kaum daran, bei freiwilligem- oder unfreiwilligem Arbeitsplatzverlust wieder eine vergleichbare Stelle mit vergleichbarem Einkommen zu finden. Es braucht dringend eine massgeschneiderte Bildungspolitik und Laufbahnberatung für ältere Arbeitnehmende wie auch eine Korrektur der Anstellungspolitik der Unternehmen. „Gelingt es nicht, die Arbeitsmarktfähigkeit der älteren Arbeitnehmenden zu sichern, haben wir ein europapolitisches Problem“, betont Adrian Wüthrich, zukünftiger Präsident von Travail.Suisse.

Kongress von Travail.Suisse nimmt Problemfelder aus dem Barometer auf

Unter dem Motto „Für Arbeit mit Zukunft“ findet morgen Samstag 12, September 2015 in Bern der Kongress von Travail.Suisse statt. Neben der Wahl von Adrian Wüthrich als neuer Präsident steht auch die Verabschiedung des Kongressdokumentes durch die Delegierten auf dem Programm. Darin sind etliche Forderungen enthalten, welche sich direkt mit den Ergebnissen des «Barometer Gute Arbeit» in Verbindung bringen lassen. Faire Arbeitszeitregelungen, die Förderung der Weiterbildung und ein spezielles Augenmerk auf die Probleme der älteren Arbeitnehmenden sind zentrale Punkte dieses Dokuments.

Der «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse liefert ein Bild der Arbeitsbedingungen in der Schweiz aus Sicht der Arbeitnehmenden. Er ist damit auch eine Handlungsanleitung für unsere gewerkschaftliche und politische Arbeit. Es ist geplant, den Barometer in regelmässigen Abständen zu erheben, um so künftig auch Veränderungen über die Zeit aufzeigen zu können.

Für mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, designierter Präsident Travail.Suisse, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat, Vizepräsident Travail.Suisse, Tel. 078 709 48 50
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Projektleiter «Barometer Gute Arbeit»,
Tel. 076 412 30 53

Anhang Grösse

2015 09 09 Bericht Barometer v DEF.pdf 1528 KB

2015 09 11 Redetext A Wuethrich.docx.pdf 125 KB

2015 09 11 Redetext Jacques Andre Maire.docx.pdf 129 KB

11. September 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Jacques-André Maire, Vizepräsident und Nationalrat Drucker-icon

Sozialkommission schiebt Vaterschaftsurlaub auf die lange Bank

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist erstaunt, dass die Sozialkommission des Ständerates den Vaterschaftsurlaub auf die lange Bank schiebt. Denn die Fakten sind klar: 80 Prozent der Stimmbevölkerung wollen einen Vaterschaftsurlaub, die notwendigen Berichte liegen vor und Mitte-Links hat eine Mehrheit in der Kommission. Travail.Suisse fordert die familienfreundlichen Parteien auf, das Anliegen ernsthaft voranzutreiben anstatt auf Zeit zu spielen. mehr

Es ist höchste Zeit, dass ein gesetzlich definierter Vaterschaftsurlaub als Schritt in Richtung einer modernen Familienpolitik vom Parlament beschlossen wird. Wird das Anliegen weiter verzögert und werden die Bedürfnisse der jungen Familien nicht ernst genommen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Geduldsfaden bei der Bevölkerung reisst und das Anliegen per Initiative durchgesetzt werden muss. Denn es entsteht der Eindruck, als ob wegen der Diskussion bezüglich Altersvorsorge die Familien vergessen gehen. Das wäre kurzsichtig: Gute Rahmenbedingungen für junge Familien und somit Massnahmen gegen die tiefe Geburtenquote sind wegen der Umlagefinanzierung in der AHV äusserst wichtig für die Altersvorsorge.

Weitere Informationen:
Martin Flügel, Präsident, Tel. 079/743‘90‘05
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079/777‘24‘69

02. September 2015, Martin Flügel, Präsident und Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Mindestzinssatz: Enttäuschende Empfehlung der BVG-Kommission

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist enttäuscht, dass die BVG-Kommission dem Bundesrat für das Jahr 2016 eine Senkung des Mindestzinssatzes in der beruflichen Vorsorge auf 1.25 Prozent empfiehlt. Im gegenwärtigen Umfeld mit hohen Schwankungen an den Anlagemärkten ist eine Festlegung so weit im Voraus nicht mehr zweckmässig. Travail.Suisse hatte deshalb gefordert, den Mindestzinssatz unverändert bei 1.75 Prozent zu belassen und gleichzeitig eine Arbeitsgruppe der Sozialpartner einzusetzen, welche eine modifizierte Formel sowie eine Festlegung des Mindestzinssatzes jeweils gegen Ende des laufenden Jahres prüft (ex-post. mehr

Die empfohlene Senkung des Mindestzinssatzes auf 1.25 Prozent ist überstürzt. Im gegenwärtigen Umfeld mit hohen Volatilitäten ist es nicht zweckmässig, den Mindestzins weit im Voraus festzulegen. Seit längerem wird die zur Bestimmung des BVG-Mindestzinssatzes zugezogene Formel der gängigen Anlagepolitik vieler Pensionskassen nicht mehr gerecht. Eine Überprüfung der Formel statt einer einseitigen Senkung des Zinssatzes wäre deshalb angebracht gewesen. Travail.Suisse fordert nun den Bundesrat auf, die heute angewandte Formel überprüfen zu lassen. Richtig wäre zudem eine Festlegung des Mindestzinssatzes jeweils gegen Ende des laufenden Jahres, wenn man mehr über die tatsächliche Performance weiss. Sollte sich zu diesem Zeitpunkt zeigen, dass nur ein kleiner Mindestzinssatz drin liegt, werden die Versicherten dies besser akzeptieren können. Eine tiefe Verzinsung auf Vorrat, wie dies gegenwärtig der Fall ist, ist für die Versicherten hingegen schwer nachvollziehbar.

Für weitere Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079 777 24 69

31. August 2015, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub jetzt!

Heute haben sich in Bern über 150 Personen zur ersten Papizeit-Aktion versammelt. Mit einer bunten und fröhlichen Aktion haben sie nochmals auf das dringende Anliegen eines gesetzlich verankerten, bezahlten Vaterschaftsurlaubs aufmerksam gemacht. Am 1. September hat die Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Ständerats die Möglichkeit, einen wichtigen und konkreten Schritt in Richtung Einführung eines Vaterschaftsurlaubs zu machen. mehr

Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden, gezeigt hat, sind über 80 Prozent der Stimmberechtigten für die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs. Die Zustimmung ist über alle Bevölkerungsgruppen hoch. Am kommenden Dienstag kann die Sozialkommission des Ständerats mit der Annahme der parlamentarischen Initiative Candinas diesem Bedürfnis Nachachtung verschaffen und einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub gutheissen. Damit würde erstmals der Auftrag verankert, ein entsprechendes Gesetz zu schaffen.

Heute erhalten Väter gemäss Obligationenrecht bei der Geburt eines Kindes von ihrem Arbeitgeber einen arbeitsfreien Tag zugesprochen. Das ist gleichviel wie bei einem Umzug. Heutige Väter wollen sich vom ersten Tag an in der Familie engagieren. Dafür müssen sie jedoch über genügend zeitliche Freiräume verfügen. Es braucht deshalb einen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

Über 150 Personen haben mit ihrer Teilnahme an der ersten Papizeit-Aktion in Bern unterstrichen, dass die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden darf. Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse, bringt es auf den Punkt: „Die Zeit für einen Vaterschaftsurlaub ist überreif. Das darf die Politik nicht weiter ignorieren.“

Für mehr Informationen:
Martin Flügel, Präsident, Tel. 079/743‘90‘05
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079/777‘24‘69

30. August 2015, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon