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Personenfreizügigkeit: Positives Fazit nur dank den flankierenden Massnahmen

Das Seco hat im heute publizierten Observatoriumsbericht ein positives Bild von der Personenfreizügigkeit gezeichnet. FürTravail.Suisse, den unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden ist klar, dass diese positiven Effekte nur dank den flankierenden Massnahmen erreicht werden. Eine Aufgabe der eigenständigen Massnahmen zum Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen würde den gesamten bilateralen Weg mit der EU in Frage stellen. mehr

Im Observatoriumsbericht wird ein positives Bild der Personenfreizügigkeit gezeichnet. Die Zuwanderung ist in erster Linie in den Arbeitsmarkt erfolgt und hat eine positive Wirtschaftsentwicklung gebracht. Die Integration von gut ausgebildeten und jüngeren Arbeitnehmenden hilft ausserdem die Finanzlage der Sozialversicherungen zu stabilisieren. Von zentraler Wichtigkeit für Travail.Suisse sind die flankierenden Massnahmen. Nur dank diesen kann dafür gesorgt werden, dass in der Schweiz tatsächlich Schweizer Löhne bezahlt werden, resp. Unterbietungen der Löhne und Arbeitsbedingungen entdeckt und sanktioniert werden können. „Der eigenständige Schutz der Löhne und Arbeitsbedingungen darf nicht im Ringen um ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU geschwächt werden“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Personenfreizügigkeit muss der Bevölkerung nützen

Auch wenn das gesamtwirtschaftliche Fazit der Personenfreizügigkeit positiv ausfällt, profitieren längst nicht Alle gleichermassen von der Freizügigkeitsrendite. Hier ist die Politik gefordert. Mit der Stellenmeldepflicht, welche seit einem Jahr in Kraft ist, wurde der Start gemacht, um die Chancen der inländischen Erwerbsbevölkerung auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. Die effektiven Auswirkungen sind aber noch mit einer genauen Evaluation zu überprüfen, denn die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften bleibt weiterhin sehr einfach. Ein positiver Schritt ist auch das Impulsprogramm zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials, welches der Bundesrat vor wenigen Wochen beschlossen hat. Kostenlose Laufbahnberatung, ausgebaute Massnahmen der Arbeitslosenversicherung und Überbrückungsleistungen für ausgesteuerte, ältere Arbeitnehmende, können helfen, die Zustimmung der Bevölkerung zur Personenfreizügigkeit zu erhalten. Im Kampf gegen die Kündigungsinitiative der SVP braucht es einen funktionierenden Lohnschutz und solche innenpolitischen Massnahmen zur besseren Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials. Für Travail.Suisse ist klar: Die Rendite, welche durch die Personenfreizügigkeit und die bilateralen Verträge erwirtschaftet wird darf nicht nur als Gewinne und über Steuersenkungen den Unternehmen zugutekommen, sondern muss auch für die Bevölkerung spürbar werden (z.B. mit zusätzlicher Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmenden, durch finanzierbare familienexterne Kinderbetreuung, einem ausgebauten Schutz vor Altersarmut oder einem vernünftigen Vaterschaftsurlaub).

Für weitere Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, 076 412 30 53

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2019 07 01 Observatoriumsbericht PFZ d.docx 42 KB

01. Juli 2019, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Löhne: Unten wird geknausert – oben geklotzt

Seit über einem Jahrzehnt untersucht Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Entwicklung der Managerlöhne. Das Fazit der 15. Erhebung ist durchzogen, dennoch öffnet sich in der Mehrheit der untersuchten Unternehmen die Lohnschere weiter. Die Chefs gewähren sich satte Lohnerhöhungen, während bei den tiefen Einkommen Lohndruck, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz zunehmen. Die angenommene Abzockerinitiative kann diesen Trend nicht stoppen, zu wenig griffig sind die umgesetzten Massnahmen in der Aktienrechtsrevision. mehr

Bereits zum fünfzehnten Mal in Folge hat Travail.Suisse die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 26 Schweizer Unternehmen untersucht. Die Analyse fördert beunruhigende Entwicklungen zu Tage.

Massive Zunahme der Entschädigungen bei den Konzernleitungsmitgliedern

Im Vergleich mit den letzten Jahren fiel die Entwicklung der Managerlöhne 2018 durchzogen aus. Während sich die Entschädigungen bei den CEO auf dem Niveau des Vorjahres bewegten, legen die übrigen Mitglieder der Konzernleitungen durchschnittlich um satte 7 Prozent zu. Seit 2011 haben damit die Cheflöhne um 19 Prozent zugenommen, während sich die normalen Arbeitnehmenden im gleichen Zeitraum mit 4.3 Prozent mehr Lohn zufrieden geben mussten. In den letzten beiden Jahren mussten die Arbeitnehmenden der Schweiz bedingt durch die wieder anziehende Teuerung sogar Reallohnverluste hinnehmen. „Während bei den normalen Arbeitnehmenden auf die Lohnbremse getreten wird – scheint dies in der Chefetage nicht zu gelten“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Folglich öffnet sich auch die Lohnschere munter weiter. Wie die Managerlohnstudie zeigt, lag die durchschnittliche Lohnschere in den Unternehmen 2011 noch bei 1:45 und hat sich bis 2018 auf rund 1:51 geöffnet. Diese Entwicklung ist keinesfalls nur von den grössten Unternehmen der Finanz- und Pharmabranche geprägt, sondern lässt sich quer durch alle Branchen feststellen. Beispielhaft für die Öffnung der Lohnschere in den letzten Jahren stehen Helvetia mit CEO Philip Gmür (von 1:25 auf 1:37), Lonza mit Chef Richard Ridinger (von 1:40 auf 1:88) oder die restlichen Konzernleitungsmitglieder von Valora (von 1:12 auf 1:28) oder SwissLife (von 1:35 auf 1:42).

Aktienrechtsrevision immer noch zahnlos gegen übertriebene Managerlöhne

Letzte Woche hat der Ständerat die Aktienrechtsrevision und damit auch die Umsetzung der Abzockerinitiative beraten. Dabei verpasste er leider die Chance, mit griffigen Massnahmen wirksam gegen übertriebene Managerlöhne vorzugehen. Aus Sicht von Travail.Suisse sind dafür folgende Lücken verantwortlich:

Mangelhafte Transparenz: Auch zukünftig müssen die Vergütungen der Mitglieder der Konzernleitungen nicht individuell ausgewiesen werden, womit die Transparenz unvollständig bleibt. Ebenfalls unklar bleiben die Zusatzeinzahlungen in die Pensionskassen von Konzernleitungsmitgliedern. Ausserordentlich hohe Vergütungen für die Manager werden so auch über die berufliche Laufbahn hinaus zementiert.
Wenig sinnvolle Boni-Genehmigung: Die Genehmigung der Boni vor dem Geschäftsergebnis widerspricht komplett der Logik der leistungsabhängigen Vergütung. Ebenso die Möglichkeit zur gemeinsamen Abstimmung über Fixlohn und Boni an den Generalversammlungen.
Umgehungen: Antritts- und Abgangsentschädigungen sollten verboten werden, bleiben aber als Antrittsprämien bestehen. Zukünftig hypothetisch entgangene Boni des alten Arbeitgebers werden vorsorglich und ohne erbrachte Leistung schon mal vom neuen Arbeitgeber vorkompensiert – eben als Antrittsprämie. Auch überlange Lohnfortzahlungen, Konkurrenzverbote und intransparente Beraterverträge sind weiterhin möglich.
Keine Bonibeschränkung: Eine Regelung zum maximalen Anteil der Boni an der gesamten Vergütung fehlt vollständig. Bonianteile bis über 80% der Gesamtentschädigung mit entsprechenden Fehlanreizen bleiben somit weiter möglich.

„Mit dieser Umsetzung bleibt die Abzockerinitiative wirkungslos. Die Politik scheint nicht gewillt, mit griffigen Massnahmen gegen den absurden Bonirausch in den Chefetagen und damit sich öffnender Lohnschere vorzugehen“, so Wüthrich weiter.

Geschlechterrichtwerte als dringend notwendiger Schritt

Ein wichtiges Ergebnis der Beratung der ist die Zustimmung des Ständerates zu den befristeten Geschlechterrichtwerten in den Konzernleitungen und Verwaltungsräten. Dieser Schritt ist dringend notwendig, das zeigt auch die Managerlohnstudie von Travail.Suisse. In knapp der Hälfte der untersuchten Unternehmen sind reine Männergremien an der Spitze und von den 208 Konzernleitungsposten waren Ende 2018 lediglich 19 von Frauen besetzt, was einen beschämenden Frauenanteil von 8.8 Prozent ergibt. „Die Geschlechterrichtwerte sind ein wichtiger Schritt zur Erreichung von echter Gleichstellung der Geschlechter“, gibt sich Wüthrich überzeugt.

Weitere Informationen:
Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse und Nationalrat, Mobile: 079 287 04 93
Carole Furrer, Vize-Präsidentin Travail.Suisse und Präsidentin SCIV, Mobile: 079 524 66 74
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Mobile: 076 412 30 53

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2019 06 24 MK Managerloehne DOSSIER d.pdf 1167 KB

24. Juni 2019, Adrian Wüthrich, Präsident und Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub: Ständerat geht mit Baby-Steps in die richtige Richtung

Heute hat der Ständerat an seiner Sitzung über die drei Vorstösse zum Thema Vaterschaftsurlaub diskutiert. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ hat im Juni 2017 erfolgreich die Initiative eingereicht, die 20 Tage Vaterschaftsurlaub fordert – flexibel innert dem ersten Lebensjahr des Neugeborenen zu beziehen. Daer Ständerat hat es heute verpasst zu zeigen, wie in der Schweiz eine moderne Familienpolitik aussehen könnte und hat die Vaterschaftsurlaubs-Initiative abgelehnt. Immerhin erkannte er aber das gesellschaftliche Bedürfnis und hat dem Gegenentwurf zugestimmt. mehr

Zwar hat der Ständerat – im Gegensatz zum Bundesrat – an seiner heutigen Sitzung die Zeichen der Zeit erkannt und zumindest dem Gegenentwurf zur Vaterschaftsurlaubs-Initiative zugestimmt. Doch ein echtes Statement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist das nicht. „Der Ständerat hat heute zwar einen ersten Baby-Step in Richtung echter Familienpolitik gemacht. Es ist aber unverständlich, hat er nicht mehr Mut bewiesen und Ja gesagt zum vernünftigen Modell mit 20 Tagen Vaterschaftsurlaub“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Nationalrat.

Nun liegt der Ball bei Nationalrat. Er wird voraussichtlich in der Herbstsession über den Gegenentwurf entscheiden und in der Wintersession über die Volksinitiative.

Quotes:

Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse,
Mobile: 079 287 04 93
„Es ist an der Zeit, Familienpolitik für Arbeitnehmende zu machen. Sonst droht uns nicht der Fachkräftemangel sondern ein eigentliches Fachkräfteloch.“

Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F,
Mobile: 079 778 85 71
„Ein vernünftiger Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen wäre ein kleiner Anfang in Richtung echter Gleichstellung gewesen – schade, hat der Ständerat diese Chance verpasst.“

Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch,
Mobile: 079 757 79 91
„Die Zeiten, in denen Väter den Kindern gerade mal gute Nacht sagen, sind längst vorbei. Schade, hat das der Ständerat nicht erkannt. Männer haben ein Recht auf einen anständigen Start in der Famlie.“

Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47
„Es ist Zeit für eine Schweizer Familienpolitik, die ihren Namen verdient.“

Links:
- Factsheet direkte und indirekte Kosten des Vaterschaftsurlaubs: https://bit.ly/2×6RfuQ
- www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit / Twitter @papizeit

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2019 06 20 Medienmitteilung Verein Vaterschaftsurlaub-jetzt SR-Entscheid d.docx 56 KB

2019 06 20 Factsheet Direkte-indirekte-Kosten Vaterschaftsurlaub d.docx 59 KB

20. Juni 2019, Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation und Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon

Für mehr Frauen in den Chefetagen

Am Frauenstreik von vergangenem Freitag setzten mehrere hundertausend Frauen und Männer ein gewaltiges, friedliches und kreatives Zeichen für mehr Gleichstellung der Geschlechter in der Schweiz. Nur vier Tage später kann der männerdominierte Ständerat zeigen, ob er den Wink verstanden hat. Morgen entscheidet er im Rahmen der Aktienrechtsrevision über die Einführung von Geschlechterrichtwerden in den Führungsetagen der Schweizer Unternehmen. mehr

Der Bundesrat hat vorgeschlagen in der laufenden Aktienrechtsrevision auch Richtwerte für die Vertretung der Geschlechter in den Führungsgremien von Schweizer Unternehmen festzulegen. Demnach sollen in den Verwaltungsräten beide Geschlechter mit mindestens 30 Prozent und in den Geschäftsleitungen mit mindestens 20 Prozent vertreten sein. „Der Bundesrat hat damit einen richtigen und wichtigen Schritt gemacht, auch wenn er deutlich hinter den 40-Prozent-Richtwerten der EU zurückbleibt“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Völlig unverständlich war der darauffolgende Entscheid der Rechtskommission des Ständerates – wohlgemerkt ein Gremium bestehend aus 12 Männern und einer Frau – auf die Richtwerte bei den Geschäftsleitungen zu verzichten. Die Mitglieder des Ständerates haben morgen die Möglichkeit, zu zeigen, dass sie das Signal des Frauenstreikes besser verstanden haben als ihre Kommission und dem wichtigen Schritt auf dem Weg zu echter Gleichstellung zwischen den Geschlechtern keine zusätzlichen Steine in den Weg legen.

Männer bleiben in den Konzernleitungen unter sich

Gerade in den Geschäftsleitungen sind die Frauen aber extrem untervertreten. Während sich bei den Verwaltungsrätinnen in den letzten Jahre eine leichte Entwicklung zeigt und beispielsweise in der Managerlohnstudie von Travail.Suisse auf rund 25 Prozent gestiegen ist, verharrt der Anteil Frauen in den Geschäftsleitungen bei unter 9 Prozent. „Von den 206 Konzernleitungsposten sind lediglich 18 mit Frauen besetzt – das ist beschämend“, so Fischer weiter. Dazu kommt, dass beinahe die Hälfte der untersuchten Unternehmen reine Männergremien haben. Diese Untervertretung von Frauen in den wirtschaftlichen Führungsgremien ist nicht nur aus Optik der Gleichstellung desaströs, sondern auch betriebswirtschaftlich völlig unverständlich. Bereits 2015 (und bestätigt 2018) hat McKinsey in einem Bericht nachgewiesen, dass Unternehmen mit ausgeprägter Geschlechterdiversität in den Führungsgremien erfolgreicher und profitabler sind.

Mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, 076 412 30 53

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2019 06 18 MM Aktienrechtsrevision Geschlechterrichtwerte d.docx 44 KB

18. Juni 2019, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Vaterschaftsurlaub: Ständerat kann ein Zeichen setzen

Am Donnerstag berät der Ständerat über den Vaterschaftsurlaub. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ fordert ihn auf, die Volksinitiative für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub zu unterstützen. 20 Tage Vaterschaftsurlaub, flexibel innerhalb des ersten Lebensjahrs des Neugeborenen zu beziehen, sind zeitgemäss und organisierbar. Auch die Kosten sind tragbar. mehr

Der Ständerat hat am Donnerstag die Chance, mit einem Ja zum 20-tägigen Vaterschaftsurlaub ein echtes Zeichen für eine moderne Familienpolitik zu setzen. Der wachsende Fachkräftebedarf der Wirtschaft, kürzere Ansprüche auf Betreuungsleistungen in den Spitälern nach der Geburt und die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter erfordern einen stärkeren Einbezug der Väter nach der Geburt ihrer Kinder. Die Männer sind bereit. Schaffen wir endlich den dafür notwendigen Platz.

Es ist Zeit für ein Zeichen für eine echte Familienpolitik

Der 20-tägige Vaterschaftsurlaub ermöglicht den Müttern eine bessere Erholung nach der Geburt, den Vätern einen Beziehungsaufbau und dem Kind einen geborgenen Start ins Leben im Schoss der gesamten Familie. Auch die Kosten sind tragbar: Wenn alle Väter ihren Anspruch auf Vaterschaftsurlaub geltend machen, kosten 20 Tage Vaterschaftsurlaub rund 420 Millionen Franken pro Jahr. Dies zeigen die Berechnungen des Bundesrates. Das entspricht weniger als einem Prozent dessen, was wir heute für die AHV ausgeben. Oder anders ausgedrückt kostet der Vaterschaftsurlaub Arbeitnehmende und Arbeitgeber je rund 0.055 Lohnprozente, was bei einem durchschnittlichen Schweizer Monatslohn etwa einem Kaffee pro Monat entspricht. Weil die Entschädigungen für Militärdiensttage, die auch über die EO abgerechnet werden, ständig abnehmen, müssen die EO-Beitragssätze mittelfristig gar nicht oder nur unwesentlich angepasst werden.

KMU-Forum hat indirekte Kosten falsch berechnet

In den Medien kursieren zurzeit verwirrende Zahlen über die indirekten Kosten eines Vaterschaftsurlaubs. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ hat in einem Factsheet richtiggestellt, wie Kosten zu berechnen sind und widerlegt damit die kursierenden medialen Gerüchte. Das KMU-Forum liess über die Medien verlauten, dass das Seco für einen 10-tätigen Vaterschaftsurlaubs mit Gesamtkosten von zwischen 672 bis 1.12 Milliarden Franken rechnet. Dies entspricht der Summe aus den direkten Kosten über 230 Millionen Franken und den indirekten Kosten in der Höhe von 450-900 Millionen Franken. „Diese Zahlen sind falsch berechnet und stammen auch nicht vom Seco, wie im Artikel behauptet wird“, sagt Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident des Vereins „Vaterschaftsurlaub jetzt!“. Das KMU-Forum behauptet mit Bezug auf eine Regulierungsfolgenabschätzung zu den pflegebedingten Arbeitsabwesenheiten, dass die indirekten Kosten des Vaterschaftsurlaubes doppelt bis viermal so hoch ausfallen würden. Den indirekten Kosten stehen indirekte Erträge gegenüber, die Schätzung sind beider Varianten ist allerdings wissenschaftlich sehr umstritten.

Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ stellt den Medienschaffenden ein Factsheet zur Verfügung, das die Berechnungen in ein richtiges Licht stellt.

Mehr Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93
• Maya Graf, Vize-Präsidentin Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Co-Präsidentin alliance F, Mobile: 079 778 85 71
• Markus Gygli, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Präsident männer.ch, Mobile: 079 757 79 91
• Philippe Gnägi, Vize-Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Direktor Pro Familia Schweiz, Mobile: 079 476 29 47

Links:
- Factsheet direkte und indirekte Kosten des Vaterschaftsurlaubs
- www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit / Twitter @papizeit

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2019 06 20 Factsheet Direkte-indirekte-Kosten Vaterschaftsurlaub d.pdf 406 KB

18. Juni 2019, Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon