Medien – Medienmitteilungen

Aktuelle Medienmitteilungen

Wichtiges Nein zur SBI, gefährliches Ja zu den Sozialversicherungsdetektiven

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut über das Nein zur Selbstbestimmungsinitiative (SBI). Das Ja zu den Sozialversicherungsdetektiven ist ein Ja zu einem schwammigen Gesetz, was Travail.Suisse bedauert. Die Versicherungen, insbesondere die Suva, sind jetzt gefordert, bei den Observationen mit gutem Beispiel voran zu gehen. mehr

Travail.Suisse bedauert sehr, dass eine Mehrheit der Stimmenden der Vorlage zur Bekämpfung der Versicherungsbetrug zugestimmt hat. „Selbstverständlich ist Travail.Suisse dezidiert gegen jeglichen Versicherungsmissbrauch, aber die heute angenommene Gesetzesänderung ist ein unsorgfältig ausgearbeiteter Schnellschuss, der schwammig formuliert ist und zu viel unklar lässt“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat. Mit dem heutigen Ja werden Sozialversicherungen wieder Observationen durchführen können, ohne dass eine externe Stelle einen ausreichenden Anfangsverdacht prüft. „Ein solcher Eingriff in die Grundrechte müsste mindestens von einem Gericht genehmigt werden“, sagt Wüthrich. Travail.Suisse verlangt, dass das Gesetz sehr zurückhaltend angewendet wird, da es sich um einen starken Eingriff in die Privatsphäre handelt. Laut Travail.Suisse ist jetzt die Suva gefordert, denn sie wird von den Sozialpartnern massgeblich mitgetragen: „Die Suva muss jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und sich freiwillig von einer externen Stelle einen genügenden Anfangsverdacht bestätigen lassen, bevor sie Observationen veranlasst“, sagt Wüthrich. Travail.Suisse wird diese Forderung über ihre Vertretung in den Suva-Gremien einbringen.

Ein Erfolg für eine starke und vernetzte Schweiz

Das Stimmvolk hat heute deutlich Nein gesagt zum SVP-Frontalangriff auf die demokratischen Rechte der gesamten Schweizer Bevölkerung. „Die Stimmbevölkerung hat verstanden, um was es der SVP ging, nämlich um den Angriff auf die Europäische Menschenrechtskonvention und damit um den Ausverkauf der humanitären Tradition der Schweiz“, sagt Wüthrich. Mit der Ablehnung der Initiative erspart sich die Schweiz unnötige Diskussionen über die Auslegung des unklar formulierten Initiativtextes. Mehrere völkerrechtliche Abkommen, u.a. die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union, wären potentiell gefährdet worden. Die Schweizer Bevölkerung will sich nicht auf Experimente einlassen. Travail.Suisse ist erleichtert, dass die irreführende Ja-Kampagne der SVP nicht verfangen hat. Die Selbstbstimmungsinitiative war unter anderem ein Angriff auf die international abgestützten Rechte der Arbeitnehmenden wie etwa auf Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) mit Sitz in Genf.

Mehr Informationen:
Adrian Wüthrich, Nationalrat / Präsident Travail.Suisse, Mobile: 079 287 04 93 (in Bern vor Ort)

Anhang Grösse

2018 11 25 MM-Abstimmungen-vom-25-November-2018 d.docx 41 KB

25. November 2018, Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Praktikumsstelle für Projekt Managerlöhne und Lohnschere

Exorbitante Cheflöhne und wirkungsvolle Gegenmassnahmen sind ein Dauerbrenner in der politischen Diskussion. Travail.Suisse berechnet seit fünfzehn Jahren die Lohnschere (das Verhältnis vom Höchst- zum Tiefstlohn) von ausgewählten Unternehmen in der Schweiz und leistet damit einen Beitrag zu dieser Diskussion. Das Projekt soll im Frühjahr 2019 fortgesetzt werden. mehr

Dazu suchen wir ab Mitte Februar 2019 eine/n Praktikantin / Praktikanten. Interessiert?

Die ganze Stellenausschreibung finden Sie untenstehend.

Anhang Grösse

Anhang Grösse

2018 11 19 Ausschreibung Praktikum 19.pdf 194 KB

22. November 2018, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

5 Milliarden Franken, um den Rückstand in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aufzuholen

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert vom Bund die Verabschiedung eines Aktionsplans mit Massnahmen zugunsten der Vereinbarkeit. Gemäss den neusten Erkenntnissen und Daten belaufen sich die dafür nötigen Investitionen auf insgesamt 5 Milliarden Franken, das heisst 500 Millionen Franken jährlich während mindestens 10 Jahren.

» zur Resolution
mehr

Ehrgeiz: Damit lässt sich zusammenfassen, was Travail.Suisse vom Bund in Sachen Vereinbarkeit fordert. Der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden setzt sich seit vielen Jahren für mehr Vereinbarkeit ein. Er ist überzeugt, dass die bisher ergriffenen, zu zaghaften und zeitlich befristeten Massnahmen unser Land langsam, aber sicher in die Katastrophe führen.

Die Schweiz muss jetzt in Vereinbarkeit investieren

Viele Parameter erklären die aktuelle Sackgasse: die Alterung der Bevölkerung, der immer stärker wachsende Bedarf an familienergänzenden Betreuungsstrukturen für Kinder und an Betreuungsstrukturen für kranke und älter werdende Angehörige, der Fachkräftemangel oder etwa die tiefe Geburtenrate trotz anhaltend grossem Kinderwunsch. Diese Parameter erfordern ehrgeizige Massnahmen und erhebliche Investitionen. Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident von Travail.Suisse: "Die Schweiz, eines der reichsten Länder der Welt, muss für Vorschulkinder mindestens so viel ausgeben wie die anderen OECD-Länder. Das ist durchschnittlich achtmal mehr“. Investitionen in die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Praxis, denn heute sind es vor allem die Frauen, die in Sachen Vereinbarkeit den Grossteil der Last tragen.

Der Vorstand von Travail.Suisse hat eine Resolution für einen Aktionsplan Vereinbarkeit verabschiedet und fordert, dass die Schweiz massiv in die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und allen anderen Lebensbereichen investiert. Die Schweiz soll mindestens 10 Jahre lang jährlich rund 500 Millionen Franken dafür einsetzen, insgesamt also 5 Milliarden Franken. Dieser Betrag besteht aus der Summe der Kosten, welche die Umsetzung der wichtigsten Massnahmen verursacht (Krippenplätze, Betreuungsstrukturen für Kleinkinder, Finanzhilfen im Hinblick auf die Senkung der Kosten zulasten der Eltern, Vaterschaftsurlaub und andere Elternurlaube, Urlaube für betreuende und pflegende Angehörige usw.). Bereits im Budget 2019, das einen Überschuss von 1,3 Milliarden vorsieht, besteht für Travail.Suisse die Möglichkeit 700 Millionen Franken dafür einzustellen.

Im Rahmen der Fachkräfteinitiative (FKI) wurde die Vereinbarkeit als wichtigster Pfeiler für die Ausschöpfung des Fachkräftepotenzials bezeichnet. Leider hatte der Bundesrat abgelehnt, konkrete Massnahmen vorzuschlagen. Jetzt ist das Parlament gefordert, denn jeder in die Vereinbarkeit investierte Franken generiert einen Gewinn für die öffentlichen Finanzen.

Parlamentarische Vorstösse sind geplant

Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse und Nationalrat sowie Jacques-André Maire, Vizepräsident von Travail.Suisse und Nationalrat werden in der Wintersession einen Vorstoss für ein Rahmengesetz für die Betreuungsinfrastruktur als Service public einreichen. Die heutige Anschubfinanzierung des Bundes kann zu einem solchen Rahmengesetz umgebaut werden, damit die Betreuungsinfrastruktur für Kinder und pflegebedürftigen ältere Menschen finanziert und aufgebaut werden kann. Der Vorstoss ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, weitere werden folgen. Klar ist: Wird nichts unternommen, so werden die Arbeitnehmenden als erste mit ihrer Gesundheit für die Versäumnisse bezahlen und mittelfristig wird es die gesamte Wirtschaft treffen. Für das Wohl aller ist jetzt die Zeit gekommen, mit Ehrgeiz in die Vereinbarkeit zu investieren.

Für mehr Informationen :
Adrian Wüthrich, Nationalrat und Präsident, Tel. 079 287 04 93
Jacques-André Maire, Nationalrat und Vizepräsident, Tel. 078 709 48 50
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, Tel. 079 598 0637

Anhang Grösse

2018 11 22 RESOLUTION Aktionsplan Vereinbarkeit 5Milliarden-Franken-sind-gefordert d.docx 48 KB

2018 11 22 Resolution Aktionsplan Vereinbarung d.pdf 202 KB

22. November 2018, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik und Adrian Wüthrich, Präsident Drucker-icon

Sessionsvorschau Wintersession 2018

In der Wintersession werden im Parlament einige Vorlagen beraten, die für die Arbeitnehmenden in der Schweiz von zentraler Bedeutung sind. Gerne präsentieren wir Ihnen die Haltung von Travail.Suisse zu ausgewählten Geschäften.

Als unabhängiger Dachverband der Arbeitnehmenden setzt sich Travail.Suisse in der Politik und als nationaler Sozialpartner für Arbeit mit Zukunft ein. Mehr zu unserem Kongresspapier „ Arbeit mit Zukunft “ erfahren Sie im Dokument.

Wir wünschen Ihnen eine gute Session und stehen für Fragen jederzeit gerne zur Verfügung (Geschäftsstelle: 031 370 21 11).

Zur Sessionsvorschau:

Anhang Grösse

TravailSuisse Sessionsvorschau Winter 2018.pdf 1054 KB

21. November 2018, Adrian Wüthrich, Präsident und Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon

Betreuende und pflegende Angehörige: Ja zum Gesetzesentwurf, aber es braucht weitere Massnahmen

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, unterstützt die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen zur Entlastung von erwerbstätigen Personen, die kranke Angehörige betreuen. Diese Massnahmen sind nötig und dringend. Der entsprechende Gesetzesentwurf weist allerdings Lücken auf und muss nun durch zusätzliche Massnahmen ergänzt werden. mehr

» zur Vernehmlassung

Aufgrund der Alterung der Bevölkerung und des Fachkräftemangels ist es nötig, dass der Bund Massnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege ergreift. „Heute haben die betroffenen Arbeitnehmenden grosse Schwierigkeiten, alle ihre Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Sie gefährden damit ihre eigene Gesundheit und ihre Zukunft“, unterstreicht Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik bei Travail.Suisse.

Travail.Suisse unterstützt die Stellungnahme der Nationalen Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige zum Gesetzesentwurf. Die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden gehört neben dem Schweizerischen Roten Kreuz, der Krebsliga Schweiz, Pro Infirmis und Pro Senectute zu den Gründungsmitgliedern dieser Interessengemeinschaft. So beurteilt Travail.Suisse den Kurzzeiturlaub von drei Tagen für die Betreuung von Angehörigen in gewissen Fällen ebenfalls als zu kurz (das gilt zum Beispiel für alleinerziehende Familien oder bei der Unterstützung eines Angehörigen beim Eintritt in eine Einrichtung). Der Langzeiturlaub seinerseits sollte nicht nur Eltern von schwer kranken Kindern gewährt werden, sondern auch bei Betreuung anderer Angehöriger in einer schwierigen Situation gelten (bei schwerer Krankheit, am Ende ihres Lebens).

Travail.Suisse hat die eigene Stellungnahme mit zusätzlichen Punkten ergänzt, welche für die Arbeitnehmenden, die Angehörige betreuen, wichtig sind:

• Travail.Suisse erachtet die Dauer des vorgeschlagenen Langzeiturlaubs als zu kurz und fordert wie die Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige eine Verlängerung auf 24 Wochen. Die Dauer sollte allerdings dem Alter der Kinder angepasst werden. Die maximale Dauer wäre dabei der Betreuung von Kindern bis zu 6 Jahren vorbehalten.
• Die Betreuungs- und Erziehungsgutschriften in der AHV müssen kumuliert werden können. Tatsächlich betrifft die Doppelbelastung vor allem die „Sandwich“-Generation der erwerbstätigen Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, die noch ihre Kinder betreuen und sich bereits um ihre Eltern oder Schwiegereltern kümmern. Das fiktive Einkommen auf ihrem AHV-Konto wird sie nicht reich machen, aber Vorsorgelücken in der 1. Säule verhindern.
• Es braucht eine Lösung für die Frage der Lücken in der beruflichen Vorsorge jener Personen, die für die Angehörigenbetreuung oder –pflege ihr Arbeitspensum reduzieren oder die Erwerbsarbeit ganz aufgeben. Der Bund sollte mindestens den Arbeitgeberbeitrag übernehmen für die Zeit, in der die Erwerbsarbeit zugunsten der Angehörigenbetreuung oder –pflege reduziert oder eingestellt wird
• Wer auf Arbeitssuche und beim RAV registriert ist und gleichzeitig Angehörige betreut oder pflegt, sollte Anspruch auf eine Verlängerung seiner Rahmenfrist haben, so wie dies bei einer Ausbildung der Fall ist.

Travail.Suisse wird sich auch in Zukunft für die erwerbstätigen Personen einsetzen, die in die Unterstützung und Begleitung von nahestehenden Personen, seien dies ihre Kinder oder Angehörige, eingebunden sind.

Anhang Grösse

2018 11 16 Medienmitteilung Vernehmlassung Pflegende-Angehoerige d.docx 43 KB

16. November 2018, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon