Medien – Medienmitteilungen

Medienmitteilungen 2015

Geldpolitik darf nicht auf Kosten junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen

Nach dem Ende der Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gilt es nun, sich Gedanken über die möglichen Folgen dieses Entscheids zu machen. In der Öffentlichkeit sind diese noch immer kaum bekannt, sie drohen aber die schweizerische Wirtschaft in vielfältiger Weise zu belasten. mehr

Durch den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit aufgrund des zu «teuren» Frankens geraten die Unternehmen unter Druck, insbesondere in den Branchen Gastgewerbe, Handel, Tourismus, Energie und natürlich Exporte. In diesem Umfeld ist zu befürchten, dass die Unternehmen zur Wahrung ihrer Gewinnmargen Massnahmen treffen, welche die Arbeitplätze betreffen. Mögliche Auswirkungen sind Firmenabwanderungen, Arbeitslosigkeit, Entwertung von Stellen, insbesondere von prekären oder provisorischen.

Insbesondere die Grenzgänger könnten einerseits ein immer aggressiveres Lohndumping zu spüren bekommen, aber auch Zielscheibe negativer gesellschaftlicher Gefühle gegenüber einer Kategorie von Arbeitskräften sein, die ohne ihr Zutun von gewissen positiven Auswirkungen profitiert. In gewissen Sektoren ist bereits die Rede von Lohnsenkungen oder einer Wiedereinführung von Kurzarbeit.

Jeunesse.Suisse als Stimme der jungen Arbeitnehmenden der Verbände Syna, Hotel&Gastro Union, Transfair, OCST und SCIV ist besorgt über diese Situation und ruft alle Wirtschaftsakteure dazu auf, unverzüglich gemeinsam Massnahmen zu erarbeiten, die zur Sicherheit der Arbeitsplätze beitragen. Nun ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass auch junge Arbeitnehmende die Chance haben, eine Stelle mit guten Arbeitsbedingungen zu erhalten, denn sie gehören zu den ersten potenziellen Opfern.

Für weitere Informationen:
Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse, 079 258 23 05
Roman Helfer, Vizepräsident Jeunesse.Suisse, 079 540 78 37

16. Februar 2015, Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse Drucker-icon

Art. 121a BV: Umsetzung nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, nimmt den heutigen Entscheid des Bundesrates über die Umsetzung der neuen Verfassungsbestimmung 121a zur Kenntnis. Entscheidend wird sein, dass die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union erhalten bleiben und dass die Umsetzung nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden geschieht. mehr

Der Bundesrat hat heute den nächsten Schritt auf dem Weg der Umsetzung der neuen Verfassungsbestimmung 121a unternommen. Für Travail.Suisse bleiben die Verhandlungen mit der EU zentral. Nur wenn mit der EU eine Verhandlungslösung gefunden werden kann, bleiben die bilateralen Verträge erhalten und sorgen für geordnete Beziehungen zu unsern Nachbarn und wichtigsten Handelspartnern.

Lösungen für die Probleme der Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt gefordert

Jede Beschränkung des freien Personenverkehrs würde die Abhängigkeit des Arbeitnehmenden von seinem Arbeitgeber verstärken und zusätzlichen Druck auf die Löhne und Arbeitsbedingungen in der Schweiz bringen. Zukünftig wird den flankierenden Massnahmen also eine noch grössere Bedeutung zukommen, um den Grundsatz „in der Schweiz gelten Schweizer Löhne und Arbeitsbedingungen“ zu garantieren. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Verfassungsbestimmung ist also einerseits dafür zu sorgen, dass Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt verhindert wird. Andererseits muss die Stellung der Arbeitnehmenden auf dem Arbeitsmarkt gestärkt werden, damit die Umsetzung der neuen Verfassungsbestimmungen nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden geschieht. Es braucht ausserdem konkrete und messbare Massnahmen zur besseren Integration der inländischen Erwerbsbevölkerung in den Arbeitsmarkt. Nur mit einer Offensive in der Nachholbildung, einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Massnahmen zum Schutz der älteren Arbeitnehmenden können der Wirtschaft die benötigten Fachkräfte zur Verfügung gestellt werden.

Für mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 076 412 30 53

11. Februar 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Wiedereinstieg: Arbeitslosenversicherung muss Wiedereinstieg mit neuen Kriterien fördern

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, unterstützt die parlamentarische Initiative ihres Vizepräsidenten, Nationalrats Jacques-André Maire (SP/NE), die grosszügigere Kriterien der Arbeitslosenversicherung für Bildungsmassnahmen von Wiedereinsteiger/innen fordert. Diese Kriterien müssen für Personen, die mehrere Jahre auf eine Erwerbsarbeit verzichtet und sich um die Erziehung ihrer Kinder gekümmert haben, gelockert werden. Das Geschäft wird heute von der zuständigen Kommission des Nationalrats beraten. mehr

Personen – mehrheitlich Frauen – die sich länger als vier Jahre aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, um ihre Kinder zu betreuen müssen die Chance auf einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt haben. Dazu benötigen sie eine gezielte Begleitung, die wesentlich mehr beinhalten muss als den Besuch von Auffrischungskursen für ihre ursprüngliche Ausbildung. Notwendig ist vielmehr eine professionelle Begleitung über mehrere Monate hinweg. Dazu müssen Betroffene die finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen können, die das Arbeitslosenversicherungsgesetz AVIG für Bildungsmassnahmen vorsieht. Bisher war dies nicht möglich, weil die Regionalen Arbeitsvermittlungzentren Kriterien anwenden, die der besonderen Situation von Wiedereinsteiger/innen nicht Rechnung tragen. Nach mehr als vier Jahren Erwerbsunterbruch befinden sich diese sozusagen im toten Winkel des AVIG und haben keine Chance, eine Stelle zu finden, die ihrer Ausbildung, ihren Fähigkeiten und ihrem Wissen entspricht. Die parlamentarische Initiative Maire will diesen toten Winkel beseitigen.

Ein Wiedereinstieg von Frauen und Eltern im Allgemeinen würde von allen Seiten begrüsst: Travail.Suisse befasste sich im Rahmen der Studie «Expérience ReProf» bereits 2013 mit den Hürden bei einem Wiedereinstieg. Diese Studie beziffert die Zahl der Personen, die pro Jahr wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten, auf 13’000 bis 15’000. Mehrere parlamentarische Vorstösse wurden nach Erscheinen der Studie eingereicht – als Antwort auf den Fachkräftemangel, der sich nach der Abstimmung vom 9. Februar weiter verschärft hatte. Kürzlich hat auch der Bundesrat an die Frauen appelliert, sich stärker am Arbeitsmarkt zu beteiligen, und auch Wirtschafts- und Arbeitgeberkreise unterstützen dies im aktuellen Umfeld.

Die Mitglieder der Kommission für Wirtschaft und Abgaben WAK des Nationalrats haben heute ein Schreiben von Travail.Suisse erhalten, das ihnen empfiehlt, die parlamentarische Initiative ihres Vizepräsidenten Jacques-André Maire anzunehmen.

Für weitere Informationen:
Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik, 079 598 06 37

09. Februar 2015, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Travail.Suisse unterstützt die Syndicats chrétiens du Valais SCIV bei der Verteidigung der Interessen des Tamoil-Personals

Der Vorstand von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist sehr besorgt über die Drohung der Tamoil AG, die Raffinerie in Collombey stillzulegen, und erachtet die Art und Weise, wie das Unternehmen in dieser Frage mit dem Personal umgeht, als inakzeptabel. Der Vorstand wurde anlässlich seiner Klausursitzung in Sion von den Syndicats chrétiens du Valais (SCIV) über die Situation bei Tamoil informiert. mehr

Die Tamoil AG hat ihre Angestellten am 13. Januar mit der Ankündigung, die Raffinerie in Collombey stillzulegen, völlig überrumpelt. Bei einer definitiven Stilllegung würden über 230 Angestellte ihre Stelle verlieren.

Travail.Suisse bedauert die absolut minimalistische Kommunikation von Tamoil. Insbesondere die kompromisslose Haltung der Firma, die Einführung von Kurzarbeit, welche die Suche nach einem Käufer erleichtern würde, nicht einmal in Betracht zu ziehen, stösst auf grosses Unverständnis.

Travail.Suisse unterstützt die SCIV bei ihrem Engagement zugunsten des Personals von Tamoil. Die SCIV sind bestrebt, den Betrieb der Raffinerie möglichst aufrecht zu erhalten und für den Fall einer Stilllegung einen dem Einsatz des Personals würdigen Sozialplan auszuhandeln. Travail.Suisse begrüsst auch die Anstrengungen seitens des Kantons Wallis, einen Käufer für die Anlage in Collombey zu finden, und fordert die Tamoil AG auf, diese Suche nicht zu einer Alibi-Übung verkommen zu lassen.

Mehr Informationen:
Patrick Chabbey, Generalsekretär SCIV, Tel. 079 460 50 29

03. Februar 2015, Linda Rosenkranz, Leiterin Kommunikation Drucker-icon

SNB-Entscheid: Auf Arbeitsmarkt fokussieren

Der Vorstand von Travail.Suisse hat an seiner heutigen Sitzung eine Lagebeurteilung nach der Aufhebung des Franken-Mindestkurses vorgenommen. Dabei ist klar geworden, dass auf die Unternehmen und die Arbeitnehmenden in der Schweiz grosse Herausforderungen zukommen. Generelle Lohn- oder Steuersenkungen werden von Travail.Suisse klar abgelehnt. Lohn- und Arbeitszeitfragen sind zwischen den Sozialpartnern zu regeln und höchstens im begründeten Einzelfall zu ändern. Eine breitere Diskussion erfordert jedoch die Anstellungspolitik der Unternehmen, die nicht so weitergehen darf wie in den letzten Jahren. mehr

Mit dem Entscheid, den Mindestkurs per sofort aufzuheben, hat die Schweizerische Nationalbank SNB an den globalen Finanzmärkten ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Klar ist, dass der Entscheid auch die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz beeinträchtigen wird.

Ruhe bewahren – keine Schnellschüsse

Im Moment ist jedoch nicht klar, was in den nächsten Wochen und Monaten passieren wird. Je nach dem, wohin sich der Frankenkurs bewegt, sind die Folgen für die Schweiz unterschiedlich. In dieser Situation Entscheide zu fällen wäre falsch. Alle Schnellschüsse, die jetzt insbesondere von Seiten Wirtschaft oder von einzelnen Branchen abgegeben werden und die unverhohlen versuchen, den Moment der Unsicherheit zur Durchsetzung von Eigeninteressen zu nutzen, werden von Travail.Suisse klar abgelehnt. Insbesondere sind vorschnelle Aenderungen an Gesamtarbeitsverträgen nicht geeignet, um Probleme durch Währungsschwankungen zu lösen.

Auf Arbeitsmarkt fokussieren – Unternehmen sind gefordert

Zentral sind für den Vorstand von Travail.Suisse die Folgen auf dem Arbeitsmarkt. Dazu wurden bereits die wildesten Ideen von der Abschaffung der Arbeitszeiterfassung über Arbeitszeitverlängerungen bis hin zu Lohnsenkungen oder Eurolöhne in den Raum gestellt. Auch hier ist klar, dass weder Schnellschüsse noch generelle Lösungen in Frage kommen. In guter sozialpartnerschaftlicher Manier kann hingegen in Einzelfällen und bei Unternehmen mit ausgewiesenen und offengelegten Schwierigkeiten immer über angepasste Massnahmen verhandelt werden. „Im Gegenzug muss es aber immer auch darum gehen, Arbeitsplätze wo möglich zu erhalten, und darauf hinzuwirken, dass bei Fluktuationen und Pensionierungen vermehrt Arbeitnehmende angestellt werden, die in der Schweiz wohnen. Denn auch die Anstellungspolitik der Unternehmen wird wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Schweiz haben“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse. Die Anstellungspolitik der letzten Jahre, in denen ein starkes Wachstum der Anzahl Stellen in der Schweiz nicht zu einem Rückgang der Erwerbslosenzahlen geführt hat, darf jetzt auf keinen Fall weitergeführt werden.

Für weitere Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Mobile: 076 412 30 53

03. Februar 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon