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Betreuende und pflegende Angehörige – eine Vernehmlassung wird eröffnet, eine Interessengemeinschaft wird gegründet

Der Bundesrat eröffnet heute die Vernehmlassung über das Legislativpaket, das den betreuenden und pflegenden Angehörigen – insbesondere den berufstätigen unter ihnen – Erleichterungen bringen soll. Die « nationale Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige » will die Interessen der betreuenden und pflegenden Angehörigen auf nationaler Ebene vertreten. Sie wurde von Organisationen gegründet, die sich bereits heute für diese Angehörigen einsetzen. mehr

Jeden Tag unterstützen, helfen und begleiten in der Schweiz 1.9 Millionen Menschen ein Kind oder einen Erwachsenen. Ein grosser Teil von ihnen ist berufstätig. Dieses doppelte Engagement miteinander zu vereinbaren, führt zu zahlreichen Schwierigkeiten. Der vom Bundesrat angekündete Gesetzesentwurf mit dem Ziel, die Situation betreuenden und pflegenden Angehörigen zu erleichtern, wird von allen Organisationen, Verbänden und Ligen, die sich für diese Angehörige einsetzen, sehnsüchtig erwartet.

Mit der Gründung der ersten « nationalen Interessengemeinschaft für betreuende und pflegende Angehörige » (oder IG-Betr. Angehörige) setzen sich das Schweizerische Rote Kreuz, die Krebsliga Schweiz, Pro Infirmis, Pro Senectute und Travail.Suisse auf nationaler Ebene für die Interessen der betreuenden und pflegenden Angehörigen ein. Die Gründungsorganisationen sorgen bereits heute tagtäglich für die betreuenden und pflegenden Angehörigen, sei es mit Entlastungsangeboten, Informationen oder direkten Beratungen.

Abgestützt auf ein grosses Netzwerk von Experten, ist das erste Ziel der neuen Interessengemeinschaft, die vom Bundesrat vorgeschlagenen Gesetzesänderungen im Rahmen der bis 19. Oktober 2018 laufenden Vernehmlassung zu evaluieren und dazu Stellung zu nehmen. Jedes seiner Mitglieder ist zudem frei, gemäss der eigenen spezifischen Ausgangslage eigene Positionen zu formulieren.

Für weitere Informationen
Sekretariats der IG-Betr. Angehörige
Valérie Borioli Sandoz (Travail.Suisse), 031 370 21 11, sekretariat@ig-pflegendeangehoerige.ch

28. Juni 2018, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Sozialkommission kann Pionierrolle übernehmen

Morgen wird in der Sozialkommission des Ständerates (SGK-S) über die Eidgenössische Volksinitiative „Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie“ (Vaterschaftsurlaubs-Initiative) beraten. Nachdem der Bundesrat am 1. Juni bekräftigt hat, dass er Vätern nicht mehr als einen arbeitsfreien Tag zugestehen will, hat die SGK-S jetzt die Möglichkeit, mit einem Ja zur Initiative eine Pionierrolle für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub zu übernehmen. mehr

Am 1. Juni bekräftigte der Bundesrat seine Haltung, dass die Schweiz keinen gesetzlichen Vaterschaftsurlaub braucht. Dass 81 Prozent der Bevölkerung aber einen solchen befürwortet, scheint dem Bundesrat gleichgültig zu sein (siehe repräsentative Studie des Link-Instituts von 2015, www.vaterschaftsurlaub.ch/initiative).

20 Tage Vaterschaftsurlaub sind vernünftig, bezahlbar und organisierbar

Mit der Beratung in der Sozialkommission des Ständerates (SGK-S) geht die Vaterschaftsurlaubs-Initiative in die nächste Phase, die der parlamentarischen Beratung. Ob die SGK-S bereits morgen eine Empfehlung erarbeiten wird, oder ob sie noch weitere Arbeiten in Auftrag gibt, ist noch unklar. Klar ist aber: Die Schweiz braucht jetzt einen Vaterschaftsurlaub! Mit der vorliegenden Initiative für 20 Tage Vaterschaftsurlaub – einzeln und flexibel zu beziehen im ersten Lebensjahr des Babies – liegt ein vernünftiger Vorschlag vor, der der ganzen Familie nützt. Der Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt“ empfiehlt der Kommission ein deutliches Ja zur Initiative. „Sie ist ein Kompromiss zwischen der heutigen Situation und den Wünschen nach einem längeren Elternurlaub und deshalb eine gut schweizerische Lösung“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Vereins und Nationalrat.

Mehr Informationen:

  • Adrian Wüthrich, Präsident Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“ und Nationalrat, Mobile: 079 287 04 93
  • Matthias Kuert Killer, Geschäftsführer Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“, Mobile: 079 777 24 69

Der Vaterschaftsurlaub ist…
notwendig: Die Geburt eines Kindes ist ein grosser Schritt. Für einen gelungenen Start braucht es präsente Väter. Und zwar alle, nicht nur die, die sich einen unbezahlten Urlaub leisten können oder bei einem grosszügigen Unternehmen arbeiten.
zeitgemäss: Väter wollen heute von Beginn an Verantwortung übernehmen. Bedingung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, dass die nötigen zeitlichen Freiräume zur Verfügung stehen.
bezahlbar: 20 Tage Vaterschaftsurlaub kosten auf dem Lohnzettel nicht mehr als eine Tasse Kaffee pro
Monat. Die Erwerbsersatzordnung steht finanziell gut da und die Perspektiven sind gut. Vaterschaftsurlaub – ein grosser Schritt für die Väter, ein kleiner für die Sozialversicherung.
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www.vaterschaftsurlaub.ch / www.facebook.com/papizeit

27. Juni 2018, Adrian Wüthrich, Präsident

Parole für die Abstimmung vom 23. September 2018 – Ja zur Förderung von Velowegen

Der Vorstand von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, hat anlässlich seiner letzten Sitzung einstimmig die Ja-Parole zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege (Velo-Initiative)» beschlossen. Zur Fair-Food-Initiative sowie zur Initiative für Ernährungssouveränität wurde keine Parole beschlossen. mehr

Der Vorstand von Travail.Suisse unterstützt den Gegenvorschlag zur Velo-Initiative. Die Förderung eines Radwegnetzes in der Schweiz durch den Bund fördert die sanfte Mobilität, ohne in die Kompetenzen der Kantone einzugreifen. Der Gegenvorschlag verfolgt zwei Ziele, die im Zentrum des Engagements von Travail.Suisse stehen: Einerseits eine nachhaltigere Schweiz und andererseits mehr Lebensqualität.

In diesem Zusammenhang hat die Entwicklung der sanften Mobilität ein grosses Potenzial zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, da jede zweite Fahrt mit dem Auto weniger als 5 km beträgt. Die Fahrradförderung unterstützt ausserdem die Gesundheit, was sich auch vor dem Hintergrund steigender Gesundheitskosten positiv niederschlägt.

Für weitere Informationen:
Denis Torche, Umweltbeauftragter, Mobile 079 846 35 19

26. Juni 2018, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

Schwache Aktienrechtsrevision – droht uns der nächste Bonirausch?

Seit über einem Jahrzehnt untersucht Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, die Entwicklung der Managerlöhne. Das Fazit der 14. Erhebung ist durchzogen, dennoch öffnet sich in der Mehrheit der untersuchten Unternehmen die Lohnschere weiter. Die Chefs gewähren sich satte Lohnerhöhungen, während bei den tiefen Einkommen Lohndruck, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz zunehmen. Die angenommene Abzockerinitiative kann diesen Trend nicht stoppen, zu wenig griffig sind die umgesetzten Massnahmen in der Aktienrechtsrevision. mehr

Bereits zum vierzehnten Mal in Folge hat Travail.Suisse die Schere zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen in 26 Schweizer Unternehmen untersucht. Die Analyse fördert beunruhigende Entwicklungen zu Tage.

Kein Spitzenjahr für die Manager – dennoch öffnet sich die Lohnschere

Im Vergleich mit den letzten Jahren fiel die Entwicklung der Managerlöhne 2017 etwas bescheidener aus, dennoch konnte sich die Mehrheit der Konzernleitungsmitglieder über Erhöhungen ihrer Bezüge freuen. Seit 2011 sind damit die Löhne in den Chefetagen um satte 16 Prozent gestiegen, während sich die normalen Arbeitnehmenden im gleichen Zeitraum mit 3.8% mehr Lohn zufrieden geben mussten. „Damit sind die Löhne ganz oben vier Mal stärker gestiegen als unten – so geht die Lohnschere immer weiter auseinander“, sagt Adrian Wüthrich, Präsident von Travail.Suisse. Wie die Managerlohnstudie zeigt, lag die durchschnittliche Lohnschere in den Unternehmen 2011 noch bei 1:45 und hat sich bis 2017 auf rund 1:49 geöffnet. Diese Entwicklung ist keinesfalls nur von den grössten Unternehmen der Finanz- und Pharmabranche geprägt, sondern lässt sich quer durch alle Branchen feststellen. Beispielhaft für die Öffnung der Lohnschere in den letzten Jahren stehen Valora mit CEO Michael Müller (von 1:23 auf 1:60), Lonza mit Chef Richard Ridinger (von 1:40 auf 1:85), Yves Serra von Georg Fischer (von 1:32 auf 1:63), sowie die übrigen Konzernleitungsmitglieder von Valora (von 1:12 auf 1:28) oder ABB (von 1:64 auf 1:87).

Aktienrechtsrevision mit wenig griffigen Massnahmen

Letzte Woche hat der Nationalrat die Aktienrechtsrevision behandelt und damit die Umsetzung der Abzockerinitiative abgeschlossen. Dabei verpasste er leider die Chance, mit griffigen Massnahmen wirksam gegen übertriebene Managerlöhne vorzugehen. Aus Sicht von Travail.Suisse sind dafür folgende Lücken verantwortlich:

Mangelhafte Transparenz: Auch zukünftig müssen die Vergütungen der Mitglieder der Konzernleitungen nicht individuell ausgewiesen werden, womit die Transparenz unvollständig bleibt.

  • Wenig sinnvolle Abstimmungen: An den Generalversammlungen muss über die Vergütungen des Managements abgestimmt werden. Dies kann aber für Fixlohn und Boni in einem getan werden. Die Kontrollfunktion bleibt so sehr eingeschränkt: Mit prospektiven Abstimmungen müssen Boni bewilligt werden – ohne Kenntnis der erbrachten Leistung und des Geschäftsgangs.
  • Umgehungen: Antritts- und Abgangsentschädigungen sollen verboten werden, bleiben aber als Antrittsprämien, welche die in Zukunft entgangenen Boni beim alten Arbeitgeber „kompensieren“ und überlangen Lohnfortzahlungen, Konkurrenzverboten und intransparenten Beraterverträgen weiterhin möglich.
  • Keine Bonibeschränkung: Eine Regelung zum maximalen Anteil der Boni an der gesamten Vergütung fehlt vollständig. Bonianteile bis über 80% der Gesamtentschädigung mit entsprechenden Fehlanreizen bleiben somit weiter möglich.

„Mit dieser Umsetzung droht die Abzockerinitiative auf halbem Weg stehen zu bleiben. Mit wenig griffigen Massnahmen im Aktienrecht, dem Verschwinden der Managerlöhne aus dem politischen Fokus und einer anziehenden Konjunktur droht in den kommenden Jahren der nächste Bonirausch“, so Wüthrich weiter. „Die absurde Höhe der Managerlöhne und die sich weiter öffnende Lohnschere führen zu einer Entfremdung zwischen Bevölkerung und Wirtschaft mit unabsehbaren politischen Kosten.“

Geschlechterrichtwerte als dringend notwendiger Schritt

Ein positives Ergebnis der parlamentarischen Beratung der Revision des Aktienrechtes liegt in der Einführung von befristeten Richtwerten für die Vertretung der Geschlechter in den Konzernleitungen und Verwaltungsräten. Dieser Schritt war dringend notwendig, wie auch die Managerlohnstudie von Travail.Suisse zeigt. In den untersuchten Unternehmen existieren 213 Konzernleitungsposten, wovon Ende 2017 lediglich 14 von Frauen besetzt waren, was einen beschämenden Frauenanteil von 6.7 Prozent ergibt.

Weitere Informationen:
• Adrian Wüthrich, Präsident Travail.Suisse und Nationalrat, Mobile: 079 287 04 93
• Jacques-André Maire, Vizepräsident Travail.Suisse und Nationalrat, Mobile: 078 709 48 50
• Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Travail.Suisse, Mobile: 076 412 30 53

22. Juni 2018, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik und Lino Bruggmann, Mitarbeiter Projekt "Managerlöhne"

Mängel in der Prävention psychosozialer Risiken

Stress und psychosoziale Risiken im Arbeitsmarkt sind auf dem Vormarsch. Das Seco und die kantonalen Arbeitsinspektorate führen deshalb 2014-2018 einen Vollzugsschwerpunkt dazu durch. Ein Bericht betont nun dessen präventive Wirkung, deutet aber auch klar auf die vorhandenen Grenzen hin. Für Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, gibt es Handlungsbedarf auf drei Ebenen. mehr

Gaben in der Stressstudie im Jahr 2000 noch 27 Prozent der Arbeitnehmer an, häufig gestresst zu sein, waren es 2010 bereits 34 Prozent und 2017 im «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse bereits 41 Prozent. Zusätzlich vermeldete der Krankenversicherer Swica zuletzt seit 2012 eine starke Zunahme der Krankheitsfälle insgesamt und der psychischen Erkrankungen im Speziellen. In einem Bericht präsentiert das Seco die Evaluation eines Vollzugsschwerpunktes, welcher seit 2014 läuft. Dabei wurden die psychosozialen Risiken stärker in die Inspektionstätigkeit integriert. Im Ergebnis zeigt sich eine stärkere Sensibilisierung der Arbeitgeber, es kommen aber auch ganz klar Grenzen der Präventionswirkung zum Ausdruck. „Zur Bekämpfung von Stress und psychosozialen Risiken braucht es neben einer weiteren Stärkung der Arbeitsinspektoren auch eine stärkere Mitverantwortung der Arbeitgeber und griffigere Regelungen im Gesetz“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik von Travail.Suisse. Für Travail.Suisse weist der Bericht auf Handlungsbedarf auf den folgenden drei Ebenen:

Stärkung der Arbeitsinspektoren: Der Bericht macht deutlich, dass eine präventive Wirkung der Arbeitsinspektoren nur mit einem stimmigen Kontext möglich sind. Dazu braucht es einen Fokus auf die psychosozialen Risiken in den Kontrollen, mehr Aus- und Weiterbildung der Inspektoren, zusätzliche finanzielle Ressourcen für die Arbeitsinspektorate und einen gesteigerten Erfahrungsaustausch.
Mitverantwortung der Arbeitgeber: Laut der Evaluation kümmern sich die Arbeitgeber zwar um psychosoziale Risiken. Allerdings liegt der Fokus auf der individuellen Problemlösung oder bei der Steigerung der Produktivität – vernachlässigt wird die Prävention durch eine Anpassung der Arbeitsorganisation und den Einbezug der Mitarbeitenden. Es braucht zusätzliche Sensibilisierung der Vorgesetzten und psychosoziale Risiken und deren Prävention müssen zu einem Schwerpunkt in den Aus- und Weiterbildungen der Personalverantwortlichen werden.
Gesetzgeberischer Handlungsbedarf: Auf eine weitere Flexibilisierung und Ausdehnung der Arbeitszeiten muss zwingend verzichtet werden. Im Gegenteil muss die allgemeine Sorgfaltspflicht des Arbeitsgebers aus dem Arbeitsgesetz auf die psychosozialen Risiken angepasst und angewendet werden.

Für mehr Informationen : Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 076 412 30 53

21. Juni 2018, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik

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