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Aktuelle Medienmitteilungen

Es braucht einen gesamtschweizerischen Vaterschaftsurlaub

Der Nationalrat hat sich heute gegen eine kantonale Kompetenz zur Einführung eines Vaterschaftsurlaubs ausgesprochen. Travail.Suisse bedauert zwar, dass kein Schritt in Richtung Vaterschaftsurlaub gemacht wurde. Gleichzeitig ist der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden aber überzeugt, dass es eine nationale Lösung braucht. Travail.Suisse fordert vier Wochen Vaterschaftsurlaub für alle. Ein zwar bescheidener, aber richtiger Schritt kann mit der parlamentarischen Initiative Candinas demnächst getan werden. mehr

Travail.Suisse fordert seit langem die Einführung eines vierwöchigen, über die EO bezahlten Vaterschaftsurlaubs. Die Zeit ist reif. Die Väter wollen heute vom ersten Tag nach der Geburt an ihre Verantwortung wahrnehmen und präsent sein. Nachdem heute kantonalen Lösungen eine Abfuhr erteilt wurde, muss das Parlament eine gesamtschweizerische Lösung finden. Die nächste Gelegenheit dazu bietet die parlamentarische Initiative Candinas, welche zwei Wochen bezahlter Vaterschaftsurlaub fordert. Das ist zwar äusserst bescheiden, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Travail.Suisse fordert deshalb die Sozialkommission des Nationalrats auf, diesen Vorstoss zu unterstützen und die Zeichen der Zeit nicht mehr länger zu ignorieren.

Für mehr Informationen:
Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik, Tel. 079 777 24 69

05. März 2015, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Lohndiskriminierung liegt schon beim Berufseinstieg bei 7%

Lohnungleichheit ist auch bei Jugendlichen ein alltägliches Problem – und doch gerät es immer wieder in Vergessenheit. Für Jeunesse.Suisse, die Jugendkommission von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, ist es absolut unverständlich und inakzeptabel, dass junge Frauen und Männer für gleiche Arbeit nicht immer den gleichen Lohn erhalten. mehr

Von klein auf wird uns beigebracht, dass alle Menschen den gleichen Wert haben. In der Schule werden wir nach demselben Massstab bewertet, in der Lehre werden alle gleich entlöhnt. Auch im Studium haben alle dieselben Voraussetzungen, wieso ändert sich dies plötzlich in der Arbeitswelt?

Doppelt verloren: Weniger Lohn und schlechtere Lohnentwicklung

Ein im Rahmen des NFP60 „Gleichstellung der Geschlechter“ durchgeführtes Projekt hat untersucht, ob junge Frauen zumindest beim Berufseinstieg gleich viel verdienen wie die Männer. Die Resultate sind ebenso klar wie erschreckend: Bereits 1-2 Jahre nach Abschluss der Erstausbildung und Aufnahme einer ersten Erwerbstätigkeit sind unerklärbare Lohnunterschiede von ganzen 7% zu beobachten. Diese Diskriminierung lässt sich weder durch Ausbildungswahl, soziodemografische Faktoren oder ausgeübte Berufstätigkeiten erklären. Mehr noch: Junge Männer erzielen in frauentypischen, männertypischen und in Berufen mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis signifikant höhere Bruttomonatslöhne als ihre Berufskolleginnen. Diese Diskriminierung ist für Jeunesse.Suisse unverständlich und inakzeptabel. „Wir sind der Ansicht, dass es kein Tabu mehr sein darf, über Löhne zu sprechen. Nur so können solche Diskriminierungen aufgedeckt werden“, sagt Jordan Kestle, Präsident von Jeunesse.Suisse. Doch nicht nur beim Anfangslohn werden jungen Frauen diskriminiert, auch die Lohnentwicklung verläuft unterschiedlich, wie die Forschungsergebnisse zeigen: Die Löhne der Männer steigen auch schneller an. „Darum setzen wir jetzt auf die Männer. Sie sollen sich aktiv für die Lohngleichheit einsetzen, denn es geht nicht alleine um eine Besserstellung der Frau, sondern um die Gleichberechtigung der Geschlechter.“

Einsatz an der Lohngleichheitsdemo vom 7. März 2015

Bedauerlicherweise befindet sich die ansonsten fortschrittliche Schweiz gemäss Zahlen des EBG im europäischen Vergleich im hinteren Drittel der Tabelle. Um gegen diese Ungerechtigkeit zu demonstrieren, schreiten zahlreiche Personen – darunter auch die Mitglieder von Jeunesse.Suisse – am 7. März von der Berner Schützenmatte bis zum Bundesplatz. Mit dieser Aktion will Jeunesse.Suisse gemeinsam mit andere Organisationen zum Ausdruck bringen, dass Lohngleichheit ein ernstzunehmendes Anliegen ist. Kestle: „Bei dieser Demonstration sind Frauen wie Männer gleich willkommen, denn zusammen erreichen wir mehr. Gemeinsam am selben Strick zu ziehen ist in der heutigen Zeit essentiell. Kämpfen wir also gemeinsam für Lohngleichheit nach der Ausbildung!“

Mehr Informationen:
Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse, 079 258 23 05

02. März 2015, Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse Drucker-icon

Bundesrat schleicht sich aus der Verantwortung

Heute hat der Bundesrat ein mögliches Rahmengesetz für die Sozialhilfe ein weiteres Mal schubladisiert. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, erachtet das als schade und ärgerlich. Solange der Bund nicht mit einheitlichen Rahmenbedingungen für ein verbindliches und tragfähiges letztes soziales Netz sorgt, werden die Demontageversuche der Hetzer gegen Sozialhilfebeziehende nicht aufhören. Gleichzeitig findet zwischen den Kantonen und Gemeinden weiterhin ein unwürdiger „Wettbewerb nach unten“ statt. Es bestehen weiterhin Anreize, Sozialhilfebeziehende möglichst loszuwerden anstatt mit einem gesamtschweizerischen Lastenausgleich für faire Verhältnisse zu sorgen. mehr

Der Bundesrat drückt sich mit seinem heutigen Entscheid ein weiteres Mal davor, im Bereich der Sozialhilfe mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist sehr bedauerlich. „Mit diesem Entscheid drohen bei steigenden Fallzahlen kantonale und regionale Flickenteppiche“, warnt Matthias Kuert, Leiter Sozialpolitik bei Travail.Suisse. Die gegenwärtigen Diskussionen rund um die Sozialhilfe zeigen, wie wichtig eine starke demokratische Legitimation der Regelungen der Sozialhilfe sowie ein fairer Lastenausgleich zwischen Stadt und Land sowie zwischen einzelnen Regionen sind.

Nachdem die Kantone selber sich gegen ein nationales Rahmengesetz geäussert haben, stehen sie in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass durch einheitliche und verbindliche Regelungen und einen gesamtschweizerischen Lastenausgleich ein unwürdiges Abschieben der Betroffenen von einem Zahler zum nächsten unterbunden wird.

Der heutige Entscheid verdeutlicht ein weiteres Mal: Verlässliche Unterstützungsleistungen sind nur über gut ausgebaute Sozialversicherungslösungen möglich. Dafür wird sich Travail.Suisse weiterhin dezidiert einsetzen.

Für mehr Informationen:
Matthias Kuert, Leiter Sozialpolitik, Tel. 031 370 21 11 oder 079 777 24 69

25. Februar 2015, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Bundesrat höhlt das Verbot der Sonntagsarbeit aus

Der Bundesrat hat heute eine Verordnungsänderung präsentiert, mit der er das Verbot der Sonntagsarbeit weiter aushöhlt. Für bestimmte Shoppingzentren wird dauerhafte Sonntagsarbeit eingeführt. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, bemängelt die schwammigen Voraussetzungen und ist insbesondere schockiert, dass die Interessen der Arbeitnehmenden nicht ausreichend berücksichtigt werden. mehr

Der Bundesrat hat heute eine Änderung der Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz (ArG) beschlossen. Über eine Ausnahmeregelung sollen gewisse Shoppingzentren in Zukunft an Sonntagen dauerhaft geöffnet sein. Die Voraussetzungen für eine Bewilligung sind dabei äusserst schwammig, und der Entscheid verbleibt bei den kantonalen Behörden. Mit dieser unnötigen zusätzlichen Ausnahme vom Verbot der Sonntagsarbeit höhlt der Bundesrat eine zentrale Schutzbestimmung für die Arbeitnehmenden weiter aus und lässt den Sonntag ein weiteres Stück zu einem ganz normalen Arbeitstag verkommen.

Kompensationsmassnahmen für die Beschäftigten unzureichend

Das Arbeitsgesetz und die dazugehörenden Verordnungen dienen dem Schutz der Arbeitnehmenden. Das Verbot der Sonntagsarbeit hat darüber hinaus auch einen grossen gesellschaftlichen und kulturellen Wert. Nur ein gemeinsamer arbeitsfreier Tag für alle ermöglicht ein intaktes Sozial- und Familienleben und die Pflege von Kontakten und Beziehungen. Mit dieser unnötigen Ausnahmeregelung höhlt der Bundesrat das Verbot der Sonntagsarbeit weiter aus und missachtet die Interessen der betroffenen Arbeitnehmenden. Dies umso mehr als die Kompensationsmassnahmen für die betroffenen Beschäftigten nicht ausreichen. „Mit dem Verzicht auf eine GAV-Pflicht für Sonntagsarbeit, macht der Bundesrat klar, dass er einseitig die Interessen der Shoppingzentren berücksichtigt“, sagt Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik bei Travail.Suisse.

Für mehr Informationen:
Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik, Tel. 031 370 21 11 oder 076 412 30 53

18. Februar 2015, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Geldpolitik darf nicht auf Kosten junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen

Nach dem Ende der Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gilt es nun, sich Gedanken über die möglichen Folgen dieses Entscheids zu machen. In der Öffentlichkeit sind diese noch immer kaum bekannt, sie drohen aber die schweizerische Wirtschaft in vielfältiger Weise zu belasten. mehr

Durch den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit aufgrund des zu «teuren» Frankens geraten die Unternehmen unter Druck, insbesondere in den Branchen Gastgewerbe, Handel, Tourismus, Energie und natürlich Exporte. In diesem Umfeld ist zu befürchten, dass die Unternehmen zur Wahrung ihrer Gewinnmargen Massnahmen treffen, welche die Arbeitplätze betreffen. Mögliche Auswirkungen sind Firmenabwanderungen, Arbeitslosigkeit, Entwertung von Stellen, insbesondere von prekären oder provisorischen.

Insbesondere die Grenzgänger könnten einerseits ein immer aggressiveres Lohndumping zu spüren bekommen, aber auch Zielscheibe negativer gesellschaftlicher Gefühle gegenüber einer Kategorie von Arbeitskräften sein, die ohne ihr Zutun von gewissen positiven Auswirkungen profitiert. In gewissen Sektoren ist bereits die Rede von Lohnsenkungen oder einer Wiedereinführung von Kurzarbeit.

Jeunesse.Suisse als Stimme der jungen Arbeitnehmenden der Verbände Syna, Hotel&Gastro Union, Transfair, OCST und SCIV ist besorgt über diese Situation und ruft alle Wirtschaftsakteure dazu auf, unverzüglich gemeinsam Massnahmen zu erarbeiten, die zur Sicherheit der Arbeitsplätze beitragen. Nun ist es besonders wichtig, dafür zu sorgen, dass auch junge Arbeitnehmende die Chance haben, eine Stelle mit guten Arbeitsbedingungen zu erhalten, denn sie gehören zu den ersten potenziellen Opfern.

Für weitere Informationen:
Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse, 079 258 23 05
Roman Helfer, Vizepräsident Jeunesse.Suisse, 079 540 78 37

16. Februar 2015, Jordan Kestle, Präsident Jeunesse.Suisse Drucker-icon

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Donnerstag, 26. März 2015, 9.30 Uhr, Bern

Thema:
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