Medien – Medienkonferenzen

Gute Lohnerhöhungen liegen drin!

Die Schweizer Wirtschaft ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Die Lohnrunde 2011 steht im Zeichen der wirtschaftlichen Erholung. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union fordern gute Lohnerhöhungen für die Arbeitnehmenden. Das ist wirtschaftlich möglich und konjunkturpolitisch sinnvoll.
Kaufkraft erhalten
Die Arbeitnehmenden haben im laufenden Jahr einen Reallohnverlust hinzunehmen. Fürs 2011 ist die Teuerung voll auszugleichen und die Kaufkraft zu erhalten.
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Lohnrückstand aufholen

Die Bilanz der Lohnerhöhungen der letzten Jahre fällt dürftig aus. Trotz Wirtschaftserholung sind die Personalbestände noch nicht wieder aufgestockt. Die Arbeitsproduktivität des Einzelnen nimmt weiter zu. Diese hohe Arbeitsleistung muss in Form von Reallohnerhöhungen honoriert werden.

Lohnzuwachsraten anpassen

Es geht nicht an, dass die Manager ihr Leben in Saus und Braus weiterführen und für ihre Mitarbeitenden immer noch die Fastenzeit gilt. Die Lohnzuwachsraten der Arbeitnehmenden müssen denen der Manager angeglichen werden.

Konsum stützen

Steigende Abgaben belasten im Jahr 2011 die Haushalte. Damit der private Konsum weiterhin die Stütze des Wirtschaftswachstums bleibt, braucht es reale Lohnerhöhungen für die Arbeitnehmenden Auf staatliche Sparprogramme ist zu verzichten.

Lohnerhöhungen sind möglich und notwendig

Reallohnerhöhungen von 1-2 Prozent sind gerechtfertigt. Die Lohnerhöhungen sollen in erster Linie generell erfolgen, anstatt Einmalzahlungen sind reguläre Lohnerhöhungen zu gewähren.

Die 4. Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes schwächt die Arbeitnehmenden
Der einschneidende Leistungsabbau und die schleppende Schuldensanierung höhlt die Arbeitslosenversicherung aus. Damit wird der Schutz der Arbeitnehmenden vor Arbeitslosigkeit durchlöchert und die Lage der Erwerbstätigen in der Schweiz geschwächt.

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PK 020810 Text S Blank.doc 46 KB

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02. August 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne 2009: Lerneffekt gleich Null

Die Krise wirkte sich auf die Managerlöhne höchstens kurzfristig dämpfend aus. Gemäss der Managerlohnstudie von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, öffnet sich die Lohnschere weiter: Im letzten Jahr um durchschnittlich 18 Prozent, in den sieben Jahren seit 2002 um sage und schreibe 70 Prozent. Die stetig ansteigenden Managerlöhne gefährden das wirtschaftliche Erfolgsmodell Schweiz. Es braucht daher grundlegende Veränderungen. Die Stärkung der Aktionäre reicht nicht aus. Um das Lohnkartell aufzubrechen, braucht es eine Personalvertretung im Verwaltungsrat. mehr

Zum sechsten Mal in Folge hat Travail.Suisse die Löhne der Topmanager in 27 Schweizer Firmen untersucht. Die Resultate zeigen, dass sich die Krise höchstens kurzfristig dämpfend auswirkte. So schloss sich die Lohnschere im Jahr 2009 zwar in einigen Firmen, was aber auf die wirtschaftliche Situation zurückzuführen ist. Dort, wo die Krise nicht stattgefunden hat – wie in der Pharmaindustrie – oder wo sie nicht mehr akut ist – wie bei den Banken – geht die Entwicklung weiter wie zuvor. Ein Lerneffekt hat nicht stattgefunden.

Fortschreitender Realitätsverlust gefährdet Erfolgsmodell Schweiz

Die anhaltende Öffnung der Lohnschere gefährdet das wirtschaftliche Erfolgsmodell Schweiz, das auf Vertrauen, Anstand und einer funktionierenden Sozialpartnerschaft basiert. Wenn im Krisenjahr 2009 mit Gewinneinbrüchen und Stellenabbau das durchschnittliche Salär eines Konzernleitungsmitglieds um 20 Prozent ansteigt, dann hat diese Entwicklung keinen Zusammenhang mehr mit realwirtschaftlichen Begebenheiten und deutet auf einen
fortschreitenden Realitätsverlust hin.

Heuchlerische Reaktion der Politik

Ein grosser Teil der Politikerinnen und Politiker ist den Managern hörig und versucht mit zahnlosen Vorschlägen alles zu verhindern, was die Teppichetage verärgern könnte. Das geht so weit, dass im Parlament Augenmass und Vernunft gepredigt werden, um die Masslosigkeit und die Rücksichtslosigkeit der Manager zu schützen. Das ist heuchlerisch und unglaubwürdig.

Es braucht griffige Massnahmen

Travail.Suisse beobachtet die Entwicklung der Managerlöhne sowie die politische Reaktion auf diese Entwicklung seit vielen Jahren. Für Travail.Suisse ist klar, dass die Selbstregulierung versagt hat. Es braucht grundlegende Veränderungen. Dazu gehören die folgenden Massnahmen:

- Begrenzung der Boni und Verbot von Sonderzahlungen: Boni müssen auf ca. einen Monatslohn begrenzt und Abgangs- bzw. Antrittsentschädigungen verboten werden.

- Bonisteuer ab 1 Million Franken: Boni über eine Million Franken dürfen von den Unternehmen nicht mehr als Geschäftsaufwand vom Gewinn abgezogen werden und unterliegen somit der Gewinnbesteuerung.

- Abstimmung über Saläre der Konzernleitung: Die Aktionäre dürfen nicht nur über die Entschädigung des Verwaltungsrates, sondern auch über die Managersaläre bestimmen. Dabei muss volle Transparenz hergestellt werden. Es darf nicht nur eine Abstimmung über ein abstraktes Vergütungsreglement stattfinden.

- Personalvertretung im Verwaltungsrat: Die Stärkung der Aktionärsdemokratie alleine reicht nicht aus. Eine Personalvertretung im Verwaltungsrat stärkt die Ausrichtung auf die lange Frist und bindet die kurzfristige Gewinnmaximierung zurück. Zudem wird so das Lohnkartell aufgebrochen.

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PK 210610 Text M Flügel.doc 34 KB

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PK 210610 Text Y Debrunner.doc 38 KB

Zahlen PK Managerlöhne deutsch.pdf 2389 KB

21. Mai 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Schwierige Lohnrunde im Zeichen der Krise

Die Verbände von Travail.Suisse bewerten die Lohnrunde 2010 als zäh und relativ unergiebig. Insgesamt wird das verfügbare Einkommen der Arbeitnehmenden im nächsten Jahr zurückgehen oder bestenfalls stagnieren. Hauptthema im 2010 wird die steigende Arbeitslosigkeit sein, die es mit Kurzarbeitsverlängerung, Erhöhung der Taggelder auf 520 und Ausbildungszuschüssen für berufliche Erstausbildungen zu bekämpfen gilt. mehr

Die Lohnrunde 2010 gestaltete sich äusserst schwierig. Zwar hellten sich die wirtschaftlichen Aussichten im Verlauf der letzten paar Monate etwas auf, dafür stellten die Arbeitgeber während den Verhandlungen auf ideologisch stur.

Insbesondere im Gewerbe, das im laufenden Jahr von einer guten Auftragslage profitierte, sind die Lohnabschlüsse enttäuschend. Erwartungsgemäss waren die Lohnverhandlungen im Industriesektor unergiebig und daher setzten die Verbände den Schwerpunkt auf den Stellenerhalt. Im Bereich des Service public (Post, SBB, Swisscom) sind die Verhandlungen noch am Laufen und gestalten sich zäh. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage wird im Gastgewerbe die neue Lohnskala erst per 2012 in Kraft gesetzt.

Lohnerhöhungen reichen kaum zur Stützung des privaten Konsums
Aufgrund der negativen Teuerung von 0.4 Prozent (Prognose per Jahresende) haben die Arbeitnehmenden keinen Kaufkraftverlust zu verkraften. Die gewährten Lohnerhöhungen bleiben bescheiden im Bereich von einem Prozent. Diese werden umgehend kompensiert durch steigende Krankenkassenprämien und eine wieder anziehende Teuerung im nächsten Jahr. Insgesamt wird das verfügbare Einkommen der Arbeitnehmenden 2010 zurückgehen oder bestenfalls stagnieren.

Hauptthema 2010: die steigende Arbeitslosigkeit
Die Krise auf dem Arbeitsmarkt ist noch nicht ausgestanden, bereits im Frühjahr wird die Grenze von 200’000 Arbeitslosen überschritten. Priorität hat der Stellenerhalt, die Unternehmen müssen die Möglichkeit der verlängerten Kurzarbeit ausschöpfen. Die bereits Erwerbslosen sollen ihre Arbeitsmarktfähigkeit erhalten können. Dafür ist die Anzahl Taggelder auf 520 zu erhöhen. Zudem muss das Instrument der Ausbildungszuschüsse ausgebaut werden, das den Arbeitslosen ermöglicht, eine berufliche Grundausbildung nachzuholen.

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PK 151209 Text S Blank.doc 33 KB

PK 151209 Text A Kerst.doc 69 KB

PK 151209 Text E Dubuis.doc 936 KB

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15. Dezember 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Mehr Staat für einen sicheren Service public

Ein gut ausgebauter Service public ist Voraussetzung für eine positive gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung der Schweiz. Um die Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit des Service public weiterhin zu gewährleisten, darf er nicht in private Hände übergeben werden. Zudem dürfen Liberalisierungen nicht auf dem Buckel der Arbeitnehmenden erfolgen. Diese Forderung haben Travail.Suisse und der Personalverband transfair heute anlässlich einer Medienkonferenz in Bern unterstrichen. mehr

Lange Zeit wurde in der Schweiz der Dauerhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit des Service public allerhöchste Bedeutung zugemessen. Die Leistungen des Service public wurde mit grosser Selbstverständlichkeit und in höchster Qualität vom Staat erbracht. Die Identifikation der Bevölkerung mit den Leistungen des Service public war hoch.

Ausgehend von der neoliberalen Marktgläubigkeit ist jedoch diese bewährte „staatliche Produktion“ von Service public in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten stark unter Druck geraten und wurde gezielt in Verruf gebracht. Der Ruf nach Liberalisierung und Privatisierung wurde immer lauter und war vom Versprechen begleitet, dass damit eine steigende oder zumindest gleichbleibende Qualität zu einem tieferen Preis erreicht werden kann.

Entsprechende Erfahrungen im Ausland zeigen jedoch, dass die wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Bilanz der Liberalisierung im Service public vernichtend ausfällt. In vielen Bereichen sind die Preise gestiegen und die Qualität der Leistungen hat abgenommen. Durch den Arbeitsplatzabbau, den Druck auf die Löhne und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen sind zudem hohe Kosten entstanden, die Allgemeinheit aufgebürdet wurden. Auf dieses Experiment kann und muss die Schweiz verzichten.

Post: Keine Liberalisierung auf dem Buckel der Arbeitnehmenden

In der kommenden Wintersession werden die eidgenössischen Räte die Revision der Postgesetzgebung beraten. Nach dem Willen des Bundesrates soll bereits ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Postgesetzes der Entscheid zur vollständigen Marktöffnung fallen. Insbesondere für die Arbeitnehmenden könnte dies zu einer deutlichen Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen führen. Zudem würde die Finanzierung der Grundversorgung und damit deren Qualität in Frage gestellt. Für den Personalverband transfair ist eine Marktöffnung ohne flankierende Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmenden nicht akzeptabel. So braucht es nicht nur die Pflicht zur Verhandlung von Gesamtarbeitsverträgen, notwendig ist eine Verpflichtung zum Abschluss solcher Verträge.

Starker Staat für starken Service public

Damit der Staat den Service public dauerhaft, zuverlässig, mit fairen Arbeitsbedingungen und mit der nötigen demokratischen Kontrolle erbringen und garantieren kann, darf er sich nicht auf die Rolle des Regulators zurückziehen. Es braucht also keinesfalls mehr Liberalisierung und Privatisierung, sondern mehr Regulierung, mehr Staatsbetriebe und dort, wo Monopolstrukturen naheliegend sind, staatliche anstatt private Monopole. Travail.Suisse-Präsident Martin Flügel ist überzeugt: „Nur mit mehr Staat anstatt mit mehr Liberalisierung kann die Schweiz auch zukünftig einen starken Service public garantieren“.

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Positionspapier Service public.doc 137 KB

PK 171109 Text D M Flügel.doc 36 KB

PK 171109 Text D Torche.doc 36 KB

PK 171109 Text D P Heiri.doc 46 KB

2009 11 06 D Flyer Postgesetzgebung.pdf 348 KB

17. November 2009, Denis Torche, Leiter Steuer- und Finanzpolitik und Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Nur Obligatorium garantiert Weiterbildung für alle

Weiterbildung für alle ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Schweizer Wirtschaft. Nur wenn es gelingt, das Wissen und Können aller Arbeitnehmenden laufend den neuen Anforderungen anzupassen, können wir in der Schweiz unseren hohen Lebensstandard auch in Zukunft halten. Damit die Weiterbildung für alle Arbeitnehmenden zum Standard wird, fordert Travail.Suisse in neu zu schaffenden Weiterbildungsgesetz ein Weiterbildungsobligatorium. Diese Forderung hat die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden anlässlich einer Medienkonferenz in Bern heute unterstrichen. mehr

Seit 2006 hat der Bund den Auftrag, ein Weiterbildungsgesetz zu schaffen. Die Zeichen stehen gut, dass Bundesrat und Parlament die Umsetzung dieses Auftrags endlich an die Hand nehmen. Die Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) beider Räte haben eine entsprechende parlamentarische Initiative gutgeheissen.

Die Welt verändert sich rasant – Weiterbildung tut Not

Das Wissen und das Können der Arbeitnehmenden sind ein zentraler Erfolgsfaktor unseres Wohlstandes. Die Fähigkeit des Schweizer Bildungssystems, den meisten jungen Menschen eine gute Grundausbildung zukommen zu lassen, ist gross. Das reicht aber heute und in Zukunft bei weitem nicht mehr aus, um den wirtschaftlichen Spitzenplatz der Schweiz zu bewahren. Die sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Arbeitswelt sind enorm. Die Arbeitnehmenden müssen in immer kürzeren Abständen immer wieder neue, meist auch steigende Anforderungen bewältigen. Die „Halbwertszeit“ von Wissen und Können wird kürzer. In Bezug auf ihren Bildungsstand gehören die Arbeitnehmenden heute also deutlich früher „zum alten Eisen“. Gleichzeitig wird die Schweizer Wirtschaft aufgrund der demographischen Entwicklung schon bald vermehrt auf die älteren Arbeitnehmenden angewiesen sein.

Weiterbildung ist das wichtigste Instrument, um den Stand des Wissens bei den Arbeitnehmenden hoch und aktuell zu halten. Der einzelne Arbeitnehmende kann mit Weiterbildung sein Wissen und Können laufend neuen Anforderungen anpassen und dadurch zusätzliche Aufgaben übernehmen. Die Arbeitnehmenden werden produktiver.

Weiterbildung für alle mit Weiterbildungsobligatorium

Ein zentrales Problem der jetzigen Situation in der Weiterbildung ist deren ungleiche Verteilung. Heute bilden sich die gut ausgebildeten, Vollzeit arbeitenden Männer weiter. Deutlich weniger bis fast keine Weiterbildung betreiben hingegen Arbeitnehmende mit Teilzeitpensen, Frauen und insbesondere tief qualifizierte Arbeitnehmende.

Die heutige Weiterbildungspolitik ist nicht in der Lage, diese einseitige und weder wirtschaftlich noch gesellschaftlich zielführende Verteilung der Weiterbildung zu überwinden. Travail.Suisse fordert deshalb eine neue Weiterbildungspolitik.

Konkret heisst das, dass Weiterbildung zur Selbstverständlichkeit werden muss. Dazu braucht es nach Ansicht von Travail.Suisse ein Weiterbildungsobligatorium. Nur mit einem Obligatorium können wir sicherstellen, dass in der Schweiz auch zukünftig ein grosser Teil der Arbeitnehmenden über das nötige hohe und aktualisierte Bildungsniveau verfügt. Travail.Suisse fordert deshalb, dass im neuen Weiterbildungsgesetz ein Weiterbildungsobligatorium für alle Arbeitnehmenden vorgesehen wird. Das Obligatorium kann ohne grosse administrative Aufwendungen umgesetzt werden und schafft die Voraussetzung für eine zukunftsgerichtete Weiterbildungspolitik.

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PK 231009 Text M Flügel.doc 36 KB

PK 231009 Text B Weber.doc 60 KB

PK 231009 Positionspapier Weiterbildung.doc 249 KB

23. Oktober 2009, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik und Martin Flügel, Präsident Drucker-icon