Medien – Medienkonferenzen

Löhne: Jetzt muss es aufwärts gehen!

Die Schweiz hat die vergangene Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die Aussichten bleiben mit einem Wirtschaftswachstum von 2.9 Prozent fürs laufende und 1.9 Prozent fürs kommende Jahr solide. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union fordern fürs Jahr 2012 Lohnerhöhungen von 1.5 bis 3 Prozent nominell. mehr

Dass es mit der Schweizer Wirtschaft seit zwei Jahren stetig nach oben geht, ist nicht zuletzt auch dem grossen Einsatz der Arbeitnehmenden zu verdanken. Die laufend steigende Produktivität, die hohe Flexibilität und der hohe Arbeitsdruck sind in der Lohnrunde 2012 entsprechend zu honorieren.

Differenzierte Forderungen zwischen 1.5 und 3 Prozent

Wie gewohnt gehen Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union differenziert vor und tragen der aktuellen wirtschaftlichen Situation der einzelnen Branchen und Firmen Rechnung. Die Lohnforderungen für das Gewerbe, den Bau, den Detailhandel und den Dienstleistungssektor belaufen sich auf 2 bis 3 Prozent nominell (1.3 – 2.3 Prozent real) und für die Industrie im Schnitt auf 2 Prozent nominell (1.3 Prozent real), für die Branchen des Service Public auf 1.5 bis 2.5 Prozent nominell (0.8 bis 1.8 Prozent real)1. Mit der neuen Lohnskala im Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes gibt es nun auch für die Gastro-Angestellten die seit einiger Zeit anstehenden Lohnerhöhungen von zwischen 4 bis 7 Prozent.

Fokus Lohngleichheit

Es braucht eine ausserordentliche Lohnerhöhung für Frauen. Zudem sind die Unternehmen aufgefordert, sich am Lohngleichheitsdialog zu beteiligen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Karrierechancen von Frauen zu verbessern.

Fokus generelle und reguläre Lohnerhöhungen

Mit generellen Lohnerhöhungen können alle Arbeitnehmenden die steigenden Lebenshaltungskosten ausgleichen und vom Wirtschaftsaufschwung profitieren. Anstatt Prämien und Einmalzahlungen braucht es reguläre Lohnerhöhungen.

1 Abzüglich der Teuerung von 0.7 Prozent.

03. August 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

mamagenda ist aufgeschaltet! Ein innovatives Tool, um die Mutterschaft am Arbeitsplatz begleiten zu können

Heute lanciert Travail.Suisse offiziell mamagenda, die digitale Agenda zur Begleitung schwangerer Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz. mamagenda ist für die Frauen wie auch für die Unternehmen von grossem Nutzen und konkretisiert eine gelebte Sozialpartnerschaft. mehr

mamagenda ist ein innovatives neues Internet-Angebot im Bereich der Human Resources, auf das gratis zugegriffen werden kann. Mit dem digitalen Terminkalender können Unternehmen die Mutterschaft ihrer weiblichen Angestellten managen. Er organisiert den fortlaufenden Dialog und schlägt zum geeigneten Zeitpunkt Gespräche und Themen vor. Weil er von überall zugänglich ist, können die Frauen und ihre Partner ihn auch zu Hause konsultieren.

mamagenda verfolgt zwei Ziele: Die Unternehmen können sich die Fähigkeiten und die Berufserfahrung ihrer Mitarbeiterinnen erhalten. Die Frauen und ihre Partner wiederum können dank den Informationen, Tipps und Hilfestellungen Beruf und Familie besser vereinbaren.

Wann offenbare ich an der Arbeitsstelle meine Schwangerschaft? Ab welcher Schwangerschaftswoche ist es verboten, stehend zu arbeiten? Was tu ich, wenn in meinem Team Spannungen aufkommen wegen meiner Schwangerschaft? mamagenda hält die Antworten auf diese und viele weitere Fragen bereit. Sie geht auf die Sorgen der Angestellten, aber auch der Arbeitgeber ein.

Auf der Webseite www.mamagenda.ch findet man unterhaltsame Clips, die der Sensibilisierung dienen, Videos mit der Präsentation des Instruments, Informationsblätter und Formulare.
Zur Anwendung der digitalen Agenda genügt es, sich anzumelden, seine persönliche mamagenda zu kreieren und danach die Mitarbeiterin (oder den/die Vorgesetzte/n) einzuladen, die mamagenda ebenfalls zu benützen.

mamagenda begleitet die Vorgesetzten und deren Mitarbeiterinnen durch die Schwangerschaft, den Mutterschaftsurlaub bis hin zur Rückkehr an den Arbeitsplatz.

28. Juni 2011, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Managerlöhne: Selbstbedienung geht weiter!

Nach einem kurzen Zwischenstopp in den Jahren 2008 und 2009 grassierte im 2010 wieder die Selbstbedienungsmentalität in der Führungsetage. Die Managerlohnstudie von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, zeigt auf, dass sich die Lohnscheren in den vergangenen neun Jahren massiv geöffnet haben. mehr

Anhand der Geschäftsberichte hat Travail.Suisse zum siebten Mal in Folge die Lohnzahlungen an Manager und Verwaltungsräte von 27 Schweizer Unternehmen untersucht. Fazit: Nach einer abgeschwächten Entwicklung in den Vorjahren ist im Jahr 2010 der „ ganz normale Wahnsinn“ in die Mehrheit der Teppichetagen zurückgekehrt.

2010: Die Lohnscheren öffnen sich weiter

In 16 der 27 untersuchten Unternehmen öffnet sich die Lohnschere weiter. Konkret bei Georg Fischer, Swatch, Ascom, Swiss Life, Nestlé, Bobst, Ruag, Lindt & Sprüngli, Post, Lonza, Swisscom, Clariant, Helvetia, Migros, ABB und Valora.

2010: Travail.Suisse-Lohnschere geht an den Industriekonzern Georg Fischer

Das Verhältnis des Tiefstlohns zum durchschnittlichen Lohn eines Konzernleitungsmitglieds stieg bei Georg Fischer innert Jahresfrist am stärksten; und zwar von 1 : 14 auf 1: 20, was eine Steigerung von 45 Prozent bedeutet. Die „Travail.Suisse-Lohnschere 2010“ geht darum dieses Jahr an Georg Fischer.

2010: Das Lohnkartell wächst weiter

Das Lohnkartell sind die Abzocker, die über 100mal mehr verdienen als ihre Mitarbeiter. Es ist im Vorjahresvergleich wieder grösser geworden und beinhaltet im Jahr 2010 46 Manager und Verwaltungsräte aus 10 verschiedenen Unternehmen. In der abgeschotteten Welt der Teppichetagen hat sich bisher nichts Grundlegendes verändert.

2002 – 2010: massiver Lohnscheren-Shift nach oben

Die Entwicklung über die vergangenen neun Jahre lässt keinen Zweifel mehr offen: es gab einen gigantischen Lohnscheren-Shift gegen oben. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit haben „mittelständische“ Unternehmen wie Implenia, Lonza, Bâloise, Lindt & Sprüngli, Clariant, Ascom etc. im Windschatten der Höchstverdiener zur Aufholjagd geblasen.

Es braucht griffige Massnahmen

Für Travail.Suisse ist klar, dass die Selbstregulierung versagt hat. Es braucht grundlegende Veränderungen. Dazu gehören folgende Massnahmen: Begrenzung der Boni und Verbot von Sonderzahlungen, Bonisteuer ab 1 Million Franken, Abstimmung über individuelle Saläre der Konzernleitung, sowie eine angemessene Personalvertretung im Verwaltungsrat.

20. Juni 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Gegen den Arbeitskräftenotstand – Zehn Thesen zur Demografie

Nachdem die Demografie jahrzehntelang zur Schwarzmalerei in Bezug auf die Altersvorsorge gedient hat, wird sie nun als Einwanderungsdebatte zelebriert. Beide Diskussionen lenken vom eigentlichen Problem ab: einem Arbeitskräftenotstand, der die Lebensqualität der Menschen in der Schweiz bedroht. Eine Studie des Büro BASS zeigt, dass im Jahr 2030 über 400’000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden könnten. In einem heute publizierten Thesenpapier skizziert Travail.Suisse eine neue Sicht der Demografie und der wichtigsten damit verbundenen Herausforderungen. mehr

Die Finanzierung der Altersvorsorge stand während Jahrzehnten im Fokus der Demografiediskussion. Die Horrorszenarien von milliardenschweren Defiziten bei der AHV wurden unterdessen vom Bundesamt für Sozialversicherungen ad acta gelegt.

Vierhunderttausend fehlende Arbeitskräfte: Bedrohte Lebensqualität

Die grösste Herausforderung der Demografie ist jedoch der Arbeitskräftenotstand. Eine von Travail.Suisse in Auftrag gegebene Studie des Büro BASS kommt zum Schluss, dass im Jahr 2030 über 400’000 Arbeitskräfte fehlen werden. Diese grosse Zahl zeigt, dass der Arbeitskräftenotstand Bereiche erfassen wird, die für die Lebensqualität der ganzen Bevölkerung entscheidend sind: Pflegenotstand in Spitälern und Heimen, massiv grössere Klassen an der Volksschule wegen Mangel an Lehrkräften, Einschränkungen im Sicherheitsdienst wegen Polizistenmangel, ausfallende Züge aufgrund fehlender Lokführer etc.

Arbeitsmarkt demografietauglich machen: Potential von 200’000 Arbeitskräften nutzen

Damit der Arbeitskräftenotstand verhindert werden kann, ohne die Einwanderung massiv zu erhöhen, braucht die Schweiz einen demografietauglichen Arbeitsmarkt. Die Arbeitnehmenden müssen gestärkt und das vorhandene Arbeitskräftepotential in der Schweiz optimal genutzt werden. Die BASS-Studie zeigt, dass insbesondere bei den älteren Arbeitnehmenden und bei teilzeitbeschäftigen Frauen noch ein Potential von mindestens 200’000 Arbeitskräften vorhanden ist. Dazu sind aber Investitionen in die Gesundheit und die Bildung der Arbeitnehmenden sowie in die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie nötig. Konkret heisst das zum Beispiel mehr Ferien und mehr altersgerechte Arbeitsbedingungen für mehr Gesundheit, ein Vaterschaftsurlaub, mehr Teilzeitstellen und flächendeckende Betreuungseinrichtungen zur besseren Vereinbarkeit sowie ein Weiterbildungsobligatorium zur Steigerung des Bildungsniveaus aller Arbeitnehmenden.

10 Thesen zur Demografie als Kongressthema

Diese Sicht der demografischen Entwicklung und die Forderungen für notwendige Anpassungen hat Travail.Suisse in einem heute präsentierten Thesenpapier festgehalten. Das Thesenpapier soll am 10. September am Kongress von Travail.Suisse von den Delegierten diskutiert und verabschiedet werden.

24. Mai 2011, Martin Flügel, Präsident

Vaterschaftsurlaub: eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Elternurlaub

Die Ergebnisse der jährlichen Befragung von Travail.Suisse bei den Arbeitgebern der öffentlichen Hand (Kantone und grosse Städte) zu Elternurlauben und Familienzulagen wurden heute an einer Medienkonferenz in Bern vorgestellt. Die Nationalräte Luc Barthassat (CVP) und Roger Nordmann (SP) und Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (EVP) riefen bei dieser Gelegenheit die Gründe in Erinnerung, die sie veranlassen, sich weiterhin für einen einheitlichen bezahlten Vaterschaftsurlaub einzusetzen. Gemeinsam mit Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation von 170‘000 Arbeitnehmenden, fordern sie einen bezahlten, durch die Erwerbsersatzordnung finanzierten Vaterschaftsurlaub. mehr

Zum vierten Mal hat Travail.Suisse ihre jährlich durchgeführte Befragung zu den Elternurlauben bei den Arbeitgebern des öffentlichen Sektors (Kantone und grosse Städte) präsentiert. Die Daten zeigen, dass Elternurlaube weitgehend Realität sind. Beim Mutterschaftsurlaub gelten im Allgemeinen Regelungen, die über das gesetzliche Minimum hinausgehen (16 Wochen mit 100% Lohn statt 14 Wochen mit 80%). Immerhin die Hälfte der Kantone und grossen Schweizer Städte gewährt inzwischen einen Vaterschaftsurlaub, wenn auch von beschränkter Dauer (5 bis 10 Tage). Mehrwöchige Adoptionsurlaube sind in den Städten verbreiteter als bei den Kantonen. Unbezahlte Elternurlaube wiederum sind sehr häufig vorgesehen. Dies liegt sicher nicht zuletzt daran, dass sie nichts kosten.

Elternurlaube gelten heute als Bestandteil attraktiver Anstellungsbedingungen. Sie werden deshalb eingesetzt, um Personal zu gewinnen und zu halten. Travail.Suisse kann nicht akzeptieren, dass auf dem Arbeitsmarkt die Deckung der Bedürfnisse von Familien als Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen privaten und öffentlichen Arbeitgebern instrumentalisiert wird. Deshalb muss die Praxis landesweit vereinheitlicht werden, indem für alle ein bezahlter Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen eingeführt wird.

Geschlechterdiskriminierung beseitigen

Die Befragung von Travail.Suisse hat gezeigt, dass beim Adoptionsurlaub und beim unbezahlten Elternurlaub eine geschlechtsspezifische Benachteiligung besteht: Bei gewissen Arbeitgebern des öffentlichen Sektors haben nur die Frauen einen Anspruch darauf, obwohl der Urlaub als «Elternurlaub» bezeichnet wird. Diese Beschränkungen widerspiegeln ein Familienbild, das nicht mehr der Realität in unserem Land entspricht. Tatsächlich ist die Betreuung eines Kindes nicht nur Sache der Mutter.

Familienzulagen – das gesetzliche Minimum reicht bei Weitem nicht

Die Städte haben die auf Bundesebene gesetzlich vorgeschriebenen Zulagen durch verschiedenste Zulagen mit vielfältigen Bezeichnungen und häufig substanziellen Leistungen ergänzt. Der Betrag pro Kind reicht deshalb bis zu 816 Franken (Basel-Stadt, ab dem 4. Kind in Ausbildung). Dies bestätigt, dass die Mindestbeträge (200 Franken pro Kind und 250 für Jugendliche in Ausbildung) angesichts der Belastung der Familien deutlich zu tief angesetzt sind, insbesondere wenn die Betreuungskosten für Kinder berücksichtigt werden, die Voraussetzung zum Erzielen des Familieneinkommens sind.

Da die Belastung für eine Familie mit einem Kind nicht gleich gross ist wie bei mehreren Kindern, passen verschiedene öffentliche Arbeitgeber die Zulagen an die Kinderzahl, aber auch ans Alter an (ab 12 Jahren).

Engagierte Parlamentarier/innen

In den letzten fünf Jahren wurden dem Parlament rund zehn Vorstösse zur Frage des Eltern- und des Vaterschaftsurlaubs eingereicht. Jedes Mal scheiterten sie allein am Schreckgespenst der Mehrkosten. Dass Väter einen bezahlten Urlaub brauchen, um ihre neue Aufgabe ab der Geburt ihres Kindes wahrzunehmen, wurde ausgeblendet.

Die Nationalräte Luc Barthassat und Roger Nordmann und Nationalrätin Marianne Streiff-Feller gehören ebenso wie Travail.Suisse zu denjenigen, die ihre Hände nicht in den Schoss legen, sondern weiter nach innovativen Lösungen suchen. Gemeinsam ist allen Vorschlägen der Grundsatz eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs, der durch die Erwerbsersatzordnung finanziert wird und der sich am Modell der Mutterschaftsversicherung orientiert.

Für Travail.Suisse sind 20 bezahlte, flexibel beziehbare Tage Vaterschaftsurlaub eine erste unabdingbare Etappe auf dem Weg zu einem echten Elternurlaub, der zwischen Vater und Mutter aufgeteilt werden kann, wie ihn bereits die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen (EKFF) vorschlägt. Für Travail.Suisse als unabhängige Dachorganisation von 170’000 Arbeitnehmenden ist es wichtig, diese Etappe nicht auszulassen, um zu vermeiden, dass der Elternurlaub ausschliesslich von Müttern bezogen und die Rollenverteilung zementiert wird. Die Einführung eines bezahlten Vaterschaftsurlaubs nimmt die Forderungen der Väter auf und ebnet den Weg für einen unerlässlichen Gesinnungswandel im Hinblick auf den Elternurlaub.

05. Mai 2011, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

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