Medien – Medienkonferenzen

Überhöhte Gewinne der Lebensversicherer begrenzen

Resultate einer Analyse von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, zeigen, dass die gewinnorientierten Lebensversicherer jährlich rund 600 Mio. Franken aus der 2. Säule abschöpfen. Travail.Suisse fordert, dass die zulässigen Gewinne der Lebensversicherer strikt begrenzt werden. Sie sollen an den Mindestzins gekoppelt werden. mehr

Eine Analyse von Travail.Suisse zu den Gewinnen der Lebensversicherungsgesellschaften in der 2. Säule zeigt, dass diese der 2. Säule jährlich mindestens 600 Mio. Franken als Gewinn entnehmen und sie ihren Aktionären zuführen. Das ist für die Tätigkeit in einer Sozialversicherung eindeutig zu viel. Insgesamt sind den Aktionären allein zwischen 2005 und 2010 fast 2.5 Milliarden Franken zugeflossen. Gleichzeitig wird immer wieder vorgebracht, dass der heutige Umwandlungssatz jährlich 300 bis 600 Mio. Franken „zu viel“ kostet. Der Widerspruch zwischen dieser behaupteten Unterfinanzierung und der tatsächlichen Gewinnabschöpfung der Lebensversicherer ist eklatant.

Für Travail.Suisse müssen im Hinblick auf die Gewinne der Lebensversicherungen zwei Massnahmen ergriffen werden:

- Die Prämien für Invalidität und Todesfall müssen auf maximal 120 Prozent der tatsächlich erbrachten Leistungen beschränkt werden. Heute betragen die Prämien für Invalidität und Tod das doppelte der tatsächlich von den Lebensversicherern ausgerichteten Leistungen.
- Die zulässigen Gewinne der Lebensversicherer aus der 2. Säule müssen an die Höhe des Mindestzinses gekoppelt werden (2011: 2 Prozent, 2012: 1,5 Prozent). Heute entnehmen die Lebensversicherer der 2. Säule weit mehr Mittel, als ihnen vom Parlament ursprünglich zugedacht war. Die gesetzlichen Grundlagen müssen deshalb angepasst und eine für die Versicherten faire Überschussbeteiligung festgeschrieben werden.

Solange die Lebensversicherungsgesellschaften in der 2. Säule massiv überhöhte Gewinne abführen, sind Leistungskürzungen bei den Versicherten für Travail.Suisse nicht akzeptabel und in der breiten Bevölkerung chancenlos. Aus diesem Grund sind die Gewinne der Lebensversicherer ein entscheidender Knackpunkt jeglicher Revision der 2. Säule. Die Politik muss in diesem Punkt einsichtige Lösungen finden, wenn die Blockade überwunden werden soll.

21. November 2011, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik

Breitere Abstützung und weniger Scheinheiligkeit

Heute ist die Personenfreizügigkeit im Fokus aller Zuwanderungsdebatten. Es gibt jedoch gute Gründe, auch die Zulassungspolitik für Arbeitnehmende aus Drittstaaten zu überdenken. Heute wird diese Politik von multinationalen Unternehmen dominiert und es herrscht eine grosse Scheinheiligkeit. Damit diese Malaise überwunden werden kann, braucht es eine breiter abgestützte, flexible Zulassungspolitik, die mit starken Begleitmassnahmen verknüpft wird. mehr

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Schweiz auch in Zukunft auf Einwanderung angewiesen sein. Das gilt ebenfalls für Europa. Die Schweiz wird also kaum mehr alle benötigen Arbeitskräfte in Europa rekrutieren können. Die Zulassungspolitik für Arbeitnehmende aus Drittstaaten entspricht aber bereits heute nicht den realen Verhältnissen und gesellschaftlichen Bedürfnissen. Sie wird dominiert von grossen, multinationalen Unternehmen und allein durch den Bundesrat beschlossen. Zudem herrscht eine grosse Scheinheiligkeit, indem nur der Bedarf von hoch qualifizieren Spezialisten offiziell abgedeckt und die Existenz von ca. 100’000 Sans-Papier unter den Teppich gekehrt wird.

Damit diese Scheinheiligkeit überwunden werden kann und die Zulassungspolitik die Bedürfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft abdeckt, ist eine flexiblere Zulassungspolitik sinnvoll. Dabei ist aber zu beachten, dass die neue Zulassungspolitik nicht zu einem grösseren Druck auf die Löhne und die Arbeitsbedingungen führt und den Zielen der Bildungs-, und Integrationspolitik nicht zuwiderläuft. Für Travail.Suisse ist deshalb klar, dass eine Flexibilisierung der Zulassungspolitik nur möglich ist, wenn sie über die Frage der Kontingente hinaus erweitert und an strikte Bedingungen geknüpft wird. Dabei stehen folgende Themen und Forderungen im Vordergrund:

- Abstützung der Zulassungspolitik verbreitern
- Eine strikte Kontrolle der Löhne und Arbeitsbedingungen zur Verhinderung von Lohn und Sozialdumping
- Obligatorische Bildungsmassnahmen zugunsten des ausländischen Personals und Stärkung der Berufsbildung
- Integrationspolitik zur Nutzung der Potenziale der gesamten Bevölkerung

Mit diesen Bedingungen wird die Zulassungspolitik für Personen aus Drittstaaten breiter abgestützt, der Arbeitsmarkt geschützt und dafür gesorgt, dass gesellschaftliche Bedürfnisse in der Bildungs- und Integrationspolitik berücksichtigt werden. Nur so kann die zur Bewältigung der demografischen Entwicklung nötige Flexibilisierung der Zulassungspolitik auch die Akzeptanz der Bevölkerung finden.

25. Oktober 2011, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

2. Säule: Renten sichern und Vertrauen schaffen

Es besteht in der zweiten Säule ein Widerspruch. Während von den Versicherten von der Politik Leistungskürzungen abverlangt werden, lassen Lebensversicherer und Vermögensverwalter jährlich Milliarden von Franken in die eigenen Taschen fliessen. Die Politik hat dies bis jetzt zugelassen und damit viel Vertrauen der Bevölkerung verspielt. Travail.Suisse hat heute an einer Medienkonferenz in Bern zusammen mit Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet aufgezeigt, wie ungerechtfertigte Geldabflüsse zu stoppen und die Renten zu sichern sind. Nur so kann die Politik der zweiten Säule aus der Vertrauenskrise finden. mehr

Den Versicherten wird in der beruflichen Vorsorge laufend die dringende Notwendigkeit von Leistungskürzungen unter die Nase gerieben. Gleichzeitig fliessen jährlich mehrere Hundert Millionen Franken als Gewinn der Lebensversicherer und mehrere Milliarden Franken als Vermögensverwaltungskosten aus dem System ab. Der Bundesrat und das Parlament haben versucht, über den Widerspruch von gepredigter Unterfinanzierung und realem Überfluss hinwegzugehen. Die Quittung war das klare Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes. Es war Ausdruck dafür, dass die Politik das Vertrauen der Bevölkerung verspielt hat.

Vertrauensfördernde Massnahmen jetzt ergreifen

Diesen Herbst wird der Bundesrat einen Bericht zur Zukunft der zweiten Säule präsentieren. Gleichzeitig stehen im Parlament verschiedene vertrauensbildende Massnahmen zur Diskussion. Was muss die Politik tun, um einen verantwortungsvollen Umgang mit der beruflichen Vorsorge unter Beweis zu stellen?

- Die bei Stiftungen von Lebensversicherern versicherten Arbeitnehmenden müssen fair an den Überschüssen beteiligt werden. Kann eine Verbesserung der damit verbundene Mindestquotenregelung („Legal-quote“) zur Gewinnausschüttung die heute betriebene Zweckentfremdung der Vorsorgegelder nicht stoppen, ist eine Verbannung der Lebensversicherer als Träger von beruflichen Vorsorgeeinrichtungen unumgänglich.
- Die Vermögensverwaltungskosten von fast 4 Mrd. CHF jährlich müssen klar reduziert werden. Die zweite Säule ist nicht der Goldesel der Finanzindustrie. Die zweite Säule wird mit solch horrenden und oft versteckten Vermögensverwaltungskosten in den Dunstkreis der Abzocker gerückt. Das ist einer Sozialversicherung nicht würdig. Bundesrat Burkhalter muss dafür sorgen, dass dies unterbunden wird.
- Die klare Botschaft der Bevölkerung gegen Rentensenkungen ist zu respektieren. Wenn Anpassungen des Umwandlungssatzes notwendig sind, müssen Ausgleichsmassnahmen ergriffen werden, die Rentenkürzungen kurz- und langfristig verhindern.

Nur ein Paket ist mehrheitsfähig

Damit eine Revision des BVG mehrheitsfähig wird, müssen die drei erwähnten Punkte gleichzeitig angegangen werden. Ausgleichsmassnahmen zur Erhaltung der Rentenhöhe reichen nicht aus. Solange für die Lebensversicherer und Vermögensverwalter Geld im Überfluss vorhanden ist, ist nicht einzusehen, warum die Versicherten künftig für die gleichen Renten mehr bezahlen sollen.

30. August 2011, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik

Löhne: Jetzt muss es aufwärts gehen!

Die Schweiz hat die vergangene Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die Aussichten bleiben mit einem Wirtschaftswachstum von 2.9 Prozent fürs laufende und 1.9 Prozent fürs kommende Jahr solide. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union fordern fürs Jahr 2012 Lohnerhöhungen von 1.5 bis 3 Prozent nominell. mehr

Dass es mit der Schweizer Wirtschaft seit zwei Jahren stetig nach oben geht, ist nicht zuletzt auch dem grossen Einsatz der Arbeitnehmenden zu verdanken. Die laufend steigende Produktivität, die hohe Flexibilität und der hohe Arbeitsdruck sind in der Lohnrunde 2012 entsprechend zu honorieren.

Differenzierte Forderungen zwischen 1.5 und 3 Prozent

Wie gewohnt gehen Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union differenziert vor und tragen der aktuellen wirtschaftlichen Situation der einzelnen Branchen und Firmen Rechnung. Die Lohnforderungen für das Gewerbe, den Bau, den Detailhandel und den Dienstleistungssektor belaufen sich auf 2 bis 3 Prozent nominell (1.3 – 2.3 Prozent real) und für die Industrie im Schnitt auf 2 Prozent nominell (1.3 Prozent real), für die Branchen des Service Public auf 1.5 bis 2.5 Prozent nominell (0.8 bis 1.8 Prozent real)1. Mit der neuen Lohnskala im Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes gibt es nun auch für die Gastro-Angestellten die seit einiger Zeit anstehenden Lohnerhöhungen von zwischen 4 bis 7 Prozent.

Fokus Lohngleichheit

Es braucht eine ausserordentliche Lohnerhöhung für Frauen. Zudem sind die Unternehmen aufgefordert, sich am Lohngleichheitsdialog zu beteiligen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Karrierechancen von Frauen zu verbessern.

Fokus generelle und reguläre Lohnerhöhungen

Mit generellen Lohnerhöhungen können alle Arbeitnehmenden die steigenden Lebenshaltungskosten ausgleichen und vom Wirtschaftsaufschwung profitieren. Anstatt Prämien und Einmalzahlungen braucht es reguläre Lohnerhöhungen.

1 Abzüglich der Teuerung von 0.7 Prozent.

03. August 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

mamagenda ist aufgeschaltet! Ein innovatives Tool, um die Mutterschaft am Arbeitsplatz begleiten zu können

Heute lanciert Travail.Suisse offiziell mamagenda, die digitale Agenda zur Begleitung schwangerer Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz. mamagenda ist für die Frauen wie auch für die Unternehmen von grossem Nutzen und konkretisiert eine gelebte Sozialpartnerschaft. mehr

mamagenda ist ein innovatives neues Internet-Angebot im Bereich der Human Resources, auf das gratis zugegriffen werden kann. Mit dem digitalen Terminkalender können Unternehmen die Mutterschaft ihrer weiblichen Angestellten managen. Er organisiert den fortlaufenden Dialog und schlägt zum geeigneten Zeitpunkt Gespräche und Themen vor. Weil er von überall zugänglich ist, können die Frauen und ihre Partner ihn auch zu Hause konsultieren.

mamagenda verfolgt zwei Ziele: Die Unternehmen können sich die Fähigkeiten und die Berufserfahrung ihrer Mitarbeiterinnen erhalten. Die Frauen und ihre Partner wiederum können dank den Informationen, Tipps und Hilfestellungen Beruf und Familie besser vereinbaren.

Wann offenbare ich an der Arbeitsstelle meine Schwangerschaft? Ab welcher Schwangerschaftswoche ist es verboten, stehend zu arbeiten? Was tu ich, wenn in meinem Team Spannungen aufkommen wegen meiner Schwangerschaft? mamagenda hält die Antworten auf diese und viele weitere Fragen bereit. Sie geht auf die Sorgen der Angestellten, aber auch der Arbeitgeber ein.

Auf der Webseite www.mamagenda.ch findet man unterhaltsame Clips, die der Sensibilisierung dienen, Videos mit der Präsentation des Instruments, Informationsblätter und Formulare.
Zur Anwendung der digitalen Agenda genügt es, sich anzumelden, seine persönliche mamagenda zu kreieren und danach die Mitarbeiterin (oder den/die Vorgesetzte/n) einzuladen, die mamagenda ebenfalls zu benützen.

mamagenda begleitet die Vorgesetzten und deren Mitarbeiterinnen durch die Schwangerschaft, den Mutterschaftsurlaub bis hin zur Rückkehr an den Arbeitsplatz.

28. Juni 2011, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

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