Themen – Arbeit – Managerlöhne

Löhne und Entschädigungen bei Swisscom, Post und Ruag: Stabile oder kleiner werdende Lohnschere

Mit dem Projekt „Managerlöhne“ untersucht Travail.Suisse die Entwicklung von Vergütungen und Löhnen in den Unternehmungen der Schweiz. Dabei zeigen sich stetig steigende Entschädigungen und Bezüge für die Kader-Mitglieder und stagnierende Löhne für die Arbeitnehmer/innen. Die Untersuchung der Geschäftsberichte der ehemaligen Staatsbetriebe Swisscom, Post und Ruag zeigt ein wenig ein anderes Bild. Obwohl auch sie mit soliden Kennzahlen aufwarten, steigen die Entschädigungen für Verwaltungsrat und Konzernleitung nicht stetig an. Die Lohnschere ist 2005 bei Swisscom und Post stabil geblieben und bei der Ruag sogar leicht kleiner geworden.

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PD Swisscom Post Ruag.doc 33 KB

PD-Anhang Post.doc 46 KB

PD-Anhang Ruag.doc 46 KB

PD-Anhang Swisscom.doc 49 KB

08. Mai 2006, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Travail.Suisse zu den Managerlöhne bei ABB

Das Salär von Fred Kindle, CEO von ABB, ist 2005 nur leicht gestiegen und beträgt gut 5.5 Mio. Franken. Dafür haben sich die übrigen Konzernleitungsmitglieder im ersten Jahr nach dem Turnaround nicht zurückgehalten und ihre Entschädigungen gleich um satte 95 Prozent erhöht. mehr

ABB ist auf den Erfolgskurs zurückgekehrt. Das ist nach vielen Jahren und vielen Hiobsbotschaften sehr erfreulich. Weniger erfreulich ist das Vorgehen der Konzernleitung bei der Erhöhung der eigenen Saläre.

Konzernleitung verdoppelt sich das Salär
Die durchschnittliche Entschädigung der Konzernleitungsmitglieder ist 2005 von bereits stattlichen 2.2 Mio. Franken auf über 4.3 Mio. gestiegen. Das entspricht einer Erhöhung von gut 95 Prozent in nur einem Jahr. Das sprengt auch im Vergleich zu anderen Firmen jeden Rahmen. Mit diesem Vorgehen setzt sich die Konzernleitung von ABB dem Verdacht aus, gierig auf die erste Gelegenheit mit besseren Geschäftszahlen gewartet zu haben, um sich selbst eine tüchtige Salärerhöhung zu gewähren.

Lohnschere öffnet sich auf 91:1
Im Gegensatz zur Salärerhöhung der Konzernleitung haben sich die Mindestlöhne nicht bewegt. Deshalb öffnet sich auch bei ABB die Lohnschere weiter und beträgt neu 91:1.

04. Mai 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Chemie- und Pharmabranche: Die Lohnschere öffnet sich weiter

Die von Travail.Suisse im Rahmen des Projekts „Managerlöhne“ untersuchten Jahresberichte 2005 der Unternehmungen der Chemie- und Pharmabranche zeigen ein unterschiedliches Bild. Die Branchenleader Roche und Novartis sowie Clariant weisen für 2005 ein Gewinnwachstum aus. Die Lonza musste einen Gewinnrückgang, die Ciba gar einen Betriebsverlust hinnehmen. Einheitlicher das Bild bei der Entwicklung der Löhne und Entschädigungen: Die Kader können sich über zum Teil massive Steigerungen ihrer Bezüge freuen; die Arbeitnehmenden müssen sich mit stagnierenden oder nur leicht steigenden Löhnen abfinden. In sämtlichen untersuchten Unternehmungen hat sich die Lohnschere als Verhältnis zwischen höchstem und tiefstem im Unternehmen bezahltem Lohn weiter geöffnet.

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PD Chemie- und Pharmabranche - Die Lohnschere öffnet sich weiter.doc 34 KB

PD Anhang Ciba.doc 40 KB

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PD Anhang Lonza.doc 52 KB

PD Anhang Novartis.doc 39 KB

PD Anhang Roche.doc 64 KB

24. April 2006, Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik Drucker-icon

UBS: Marcel Ospel im Lohnrausch

Das Salär von UBS-CEO Marcel Ospel ist auch 2005 ungebremst gewachsen. Wie bereits 2004 stieg die Entschädigung um mehr als 13 Prozent. Innert dreier Jahre hat Marcel Ospel sein Salär verdoppelt. Und wenn sich jemand Sorgen macht über diese Entwicklung, dann wird er von Ospel als populistisch und unverantwortlich gebrandmarkt. Eine Frechheit sondergleichen. mehr

Die UBS floriert. Davon zeugen die hohen Löhne. Sogar der Mindestlohn bewegt sich in der Höhe von 80’000 Franken und liegt damit weit über dem schweizerischen Durchschnittslohn. Trotzdem ist das, was sich in Bezug auf das Salär an der Spitze der UBS abspielt, ein Trauerspiel.

Doppelter Lohn für CEO innert dreier Jahre – Lohnschere von 1:170 auf 1:302
Das Salär von CEO Marcel Ospel ist auch 2005 um mehr als 13 Prozent auf über 24 Mio. gestiegen. Noch 2002 betrug die Entschädigung 12.5 Mio. Franken. Das bedeutet, dass Marcel Ospel sein Salär innert dreier Jahre verdoppeln konnte. Heute verdient er 12’500 Franken pro Stunde, das ist ungefähr das doppelte des Mindestlohnes pro Monat bei der UBS. Die Lohnschere hat im letzten Jahr nun auch bei der UBS die 300er Marke durchbrochen und beträgt neu 1:302. Für diese Entwicklung an der Spitze der UBS gibt es schlicht keine nachvollziehbare Rechtfertigung mehr.

Frechheit oder Realitätsverlust?
In den Medien bezeichnet Ospel die begreiflichen Sorgen von Nationalrat Johann Schneider-Amann über auseinanderklaffende Löhne als unverantwortlich. Mit seinem Geschwätz über die Bedeutung hoher Löhne – das er ja vor allem auch auf sich selbst bezieht – zeigt Ospel, dass er sich seiner privilegierten Lage offenbar nicht bewusst ist und von den sozialen Verhältnissen in der Schweiz keine Ahnung hat. Für Travail.Suisse sind solche Aussagen entweder eine Frechheit oder ein Zeichen von fortgeschrittenem Realitätsverlust. Es stellt sich fast die Frage, ob auch ein Lohnrausch früher oder später ins Delirium führt.

19. April 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne bei Migros und Coop: Keine Lohnexzesse bei Geschäftsleitung – stabile Lohnschere

Die Migros macht es vor: Die erfolgreiche Führung eines Milliardenkonzerns ist auch ohne Entschädigungsexzesse beim Topmanagement möglich. Die Saläre der Geschäftleitung stiegen nur leicht stärker als die sozialpartnerschaftlich ausge-handelte Gesamtlohnsumme. Und das in einem Umfeld, in dem die internationale Konkurrenz immer härter wird. mehr

Coop hat ein durchzogenes Jahr hinter sich. Zwar konnte der Umsatz gehalten werden, aber der Gewinn ist um 15 Prozent. zurückgegangen. Die Migros hingegen hat neben einer leichten Umsatzsteigerung auch den Gewinn um satte 28 Prozent erhöht.

Migros: Geschäftsleitung mit Lohnerhöhung von 2.8 Prozent
Bei vielen anderen Unternehmen würde ein Gewinnsprung von 28 Prozent unweigerlich zu entsprechenden Erhöhungen der Saläre auf Stufe Topmanagement führen. Bei der Migros erhöht sich die Geschäftsleitung die Entschädigung hingegen durchschnittlichen nur um 2.8 Prozent. Dieses Plus liegt nur leicht über der sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Erhöhung der Gesamtlohnsumme von 1.5 bis 2 Prozent. Das Beispiel Migros zeigt mit aller Deutlichkeit, dass der Salär-Irsinn in anderen Schweizer Firmen wenig mit den Fähigkeiten des Topmanagements und dafür viel mit fehlenden Kontrollmechanismen zu tun hat.

Coop: durchzogene Bilanz
Bei Coop steigen die Entschädigungen für die Geschäftleitung um durchschnittlich 3.7 Prozent. Auch dieser Wert liegt nahe an der Erhöhung des Mindestlohnes von 3. Prozent. Weniger schön ist, dass weitere 2’200 Stellen abgebaut wurden und dass der Verwaltungsrat seine Entschädigungen um mehr als 60 Prozent erhöht hat.

Lohnschere bleibt (fast) stabil
Da sich die Mindestlöhne und die Saläre der Geschäftsleitung bei Coop im Gleichschritt entwickelt haben, bleibt auch die Lohnschere mit 1 : 11 stabil. Bei der Migros ist hat sich die Lohnschere von 1 : 14 auf 1 : 14.5 leicht geöffnet, da die Mindestlöhne stagnieren.

12. April 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon