Themen – Arbeit – Löhne

Lohnungleichheiten – Die Lage hat sich verschlechtert und das BFS liefert keine Erklärungen mehr

Frauen verdienen immer noch weniger als Männer. Konkrete Hinweise darauf, dass sich die Situation sogar verschlechtert, liefert die aktuellste Lohnstruktur-erhebung (LSE): Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Lohnrückstand der Frauen von 18,9 auf 19,3 Prozent ausgeweitet. Travail.Suisse, die unabhängige Organisation der Arbeitnehmenden, wartete gespannt auf Erklärungen zu dieser schlechten Neuigkeit. Vergeblich, denn wider Erwarten legt das Bundesamt für Statistik (BFS), das diese zuverlässige Statistik erstellt, eine beunruhigende Zurückhaltung an den Tag.

07. Dezember 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Ein Lohngespräch führen, aber wie?

Lohnverhandlungen nehmen eine Schlüsselfunktion bei der Einkommensverteilung ein. Die kollektiven Lohnverhandlungen der Arbeitnehmerverbände mit der Arbeitgeberseite spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie schaffen z.B. einen allgemeinen Lohnrahmen, definieren durchschnittliche Lohnerhöhungen und ein minimales Lohnniveau. Bedeutsam sind aber auch die individuellen Lohngespräche der Arbeitnehmenden. Wer dabei allerdings erfolgreich sein möchte, muss sich gut vorbereiten. Clever 5 unterstützt die Arbeitnehmenden bei dieser Vorbereitung.

21. September 2009, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik

Arbeitsplätze, gute Löhne und soziale Sicherheit jetzt!

Die Schweiz befindet sich mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise. Und das Schlimmste steht uns noch bevor. Die bisherigen Entlassungen bei sind nur der Vorgeschmack. Die Arbeitslosigkeit wird vermutlich auf 250’000 Arbeitslose steigen. So viel wie noch nie in der Schweiz. Jetzt braucht es eine mutige und wirksame Politik gegen die Krise und für den Schutz der sozialen Sicherheit.

24. August 2009, Martin Flügel, Präsident

Lohnerhöhungen trotz Krise!

Trotz Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosigkeit sind Lohnerhöhungen für die Verbände von Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, kein Tabu. Lohnerhöhungen stützen den privaten Konsum, den wichtigsten Wachstumsfaktor der Schweizer Volkswirtschaft. Allerdings gehen die Verbände von Travail.Suisse auch dieses Jahr differenziert vor und berücksichtigen bei ihren Forderungen die Situation jeder einzelnen Branche bzw. jedes einzelnen Betriebs. mehr

Lohnrückstand aufholen
Die Arbeitnehmenden waren in der Hochkonjunktur die Geprellten. Während das BIP zwischen 2004 und 2008 um 13.9 Prozent wuchs, stiegen die Löhne gemäss Lohnindex nur um 0.5 Prozent. Es besteht nach wie vor ein frappanter Lohnrückstand.

Lohnerhöhungen zur Stützung des privaten Konsums
Im 2010 droht der private Konsum massiv einzubrechen und das verfügbare Einkommen wird aufgrund der steigenden Krankenkassenprämien sinken. Lohnerhöhungen helfen, den privaten Konsum, den wichtigsten Wachstumstreiber unserer Volkswirtschaft, zu stützen.

Nicht überall ist Wirtschaftskrise
Reale Lohnerhöhungen bis zu zwei Prozent sind beim Gewerbe, insbesondere beim Bauhaupt- und Baunebengewerbe, bei den Unternehmen des Service Public und bei der öffentlichen Hand angebracht und volkswirtschaftlich sinnvoll. Dabei sind sie als Teil eines Konjunkturprogramms zu betrachten.

Lohnerhöhungen für tiefe Einkommen – Nullrunde bei den Managern
Lohnerhöhungen sollen vor allem die tiefen Einkommen erhalten, für die Manager ist eine Nullrunde angesagt. Das wird dazu führen, dass sich die Lohnschere endlich wieder etwas schliesst.

Exportindustrie – Stellenerhalt ist prioritär
Bei Betrieben, denen es wirtschaftlich schlecht geht, hat der Stellenerhalt oberste Priorität. Mittels Kurzarbeit oder innovativen Arbeitszeitmodellen muss alles daran gesetzt werden, Arbeitsplätze über die Krise hinaus zu retten.

03. August 2009, Arno Kerst, Vizepräsident Syna und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Travail.Suisse setzt sich für die Lohngleichheit ein

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, nimmt am Projekt „Lohngleichheitsdialog“ teil, das heute vom Bund und den Sozialpartnern lanciert wird. Die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen ist zentraler Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit und damit von entscheidender Bedeutung für die Zukunft unseres Landes. Das Projekt „Lohngleichheitsdialog“ macht zudem den Wert der Arbeit grundsätzlich wieder zum Thema.
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Travail.Suisse freut sich, am Projekt „Lohngleichheitsdialog“ teilzunehmen, das heute vom Bund und den Sozialpartnern lanciert wird. Der mit dem Lohngleichheitsdialog eingeschlagene Weg des Dialogs und der Lösungssuche zwischen Sozialpartnern entspricht der ideellen Grundhaltung und der Tradition von Travail.Suisse. Die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden hat sich für die Erarbeitung des Projekts engagiert und wird sich auch für dessen Umsetzung einsetzen.

Für eine echte Wertschätzung der Arbeit

Wenn von Lohngleichheit, und damit von gleichem Lohn für gleiche Arbeit die Rede ist, geht es nicht nur um den Betrag, der Ende Monat im Portemonnaie bzw. auf dem Bankkonto der Arbeitnehmenden landet, sondern immer auch grundsätzlicher um die Wertschätzung der Arbeit. Diese Wertschätzung der Arbeit hat in den letzten zehn, zwanzig Jahren stark unter der Euphorie für den Produktionsfaktor Kapital gelitten. Nur mit einer neuen Wertschätzung der Arbeit kann ein Weg aus der heutigen Krise gefunden werden. Mit dem Lohngleichheitsdialog setzen die Sozialpartner diesbezüglich ein sehr positives Signal.

Für die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit

Lohngleichheit von Frau und Mann ist ein zentraler Faktor für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit und damit für die Stellung von Frau und Mann in unserer Gesellschaft. Auch wenn sich die Männer von der Lohngleichheit bzw. Lohnungleichheit meist nicht direkt betroffen fühlen, bekommen sie die Folgen indirekt zu spüren. Denn die heutigen Lohndifferenzen zwischen Männern und Frauen führen dazu, dass die Männer vielfach auf die Wahrnehmung ihrer väterlichen Familienpflichten verzichten, weil damit empfindliche Einkommensverluste verbunden wären. Eine echte partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben in der Familie und der Erwerbsarbeit, die mit Teilzeitarbeit für Väter einhergeht, ist für viele junge Familien schlicht unerschwinglich. Die Schweiz wird aber ihren hohen Stand in Bezug auf die wirtschaftlichen Erfolge, die soziale Sicherheit und die Lebensqualität in unserem Land nur halten können, wenn alle Frauen und Männer ihre Arbeitskraft einbringen und gleichzeitig ihr Familienleben unter vernünftigen Rahmenbedingungen führen können. Lohngleichheit ist für die Schweiz eine gute Investition mit einem sicheren Gewinn.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ebg.admin.ch/themen/00008/00072/00312/index.html?lang=de

02. März 2009, Martin Flügel, Präsident und Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

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