Themen – Arbeit – Arbeitsbedingungen

Ganzjährige schweizweite Sonntagsverkäufe braucht es nicht!

Nur einen Tag vor der abschliessenden Nationalratsdebatte über die 24-Stunden-Öffnungszeiten von Tankstellenshops stimmt der Ständerat dem nächsten Deregulierungsschritt im Detailhandel zu. Mit der Annahme der Motion Abate werden die Fremdenverkehrsgebiete neu definiert, sprich ausgedehnt auf Regionen, Städte und Orte, wo bisher kein Sonntagsverkauf erlaubt war. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, wird die ganzjährige flächendeckende Sonntagsarbeit der Detailhandelsangestellten so nicht akzeptieren. mehr

Nächster Akt im Deregulierungstheater der Bürgerlichen: Der Ständerat nimmt die Motion Abate nur einen Tag vor der abschliessenden Nationalratsdebatte über die 24-Stunden-Öffnungszeiten von Tankstellenshops an.

Neudefinition führt zu Dammbruch

Nationalrat Abate verlangt eine Neudefinition des Begriffs Fremdenverkehrsgebiete in Richtung funktionale Wirtschaftsräume. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Sonntagsarbeit im Detailhandel auf Regionen, Städte und Orte ausgedehnt wird, wo bisher keine Sonntagsarbeit erlaubt war. Auch die Begrenzung der Sonntagsarbeit auf die Saisons sollen abgeschafft werden. Ganzjahressaison bedeutet durchgehende Sonntagsarbeit.

Arbeitnehmerschutz ist zu erhalten

Der Sonntag ist der einzige Tag der Woche, der für das Familien- und Sozialleben genutzt werden kann. Das soll auch für die Detailhandelsangestellten so bleiben. Noch mehr Sonntagsarbeit im Detailhandel wird eine Kettenreaktion auslösen auf andere Branchen, beispielsweise die Transport-, Reinigungs-, Informatik- oder Sicherheitsbranchen, die eng mit dem Verkauf verknüpft sind. Mit dem Detailhandel ist abermals eine Branche betroffen, in welchen es kaum Gesamtarbeitsverträge gibt und wo die Beschäftigten bereits heute in teilweise prekären Arbeitsbedingungen arbeiten müssen.

Die Motion Abate geht zu weit. Travail.Suisse wird diesen einschneidenden Liberalisierungsschritt nicht akzeptieren.

04. Dezember 2012, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Shoppen rund um die Uhr unerwünscht

In der Wintersession wird das Parlament die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops rund um die Uhr beschliessen. Was auf den ersten Blick als „Peanuts“ daherkommt, erweist sich in Tat und Wahrheit als grobe Verschlechterung des Arbeitnehmerschutzes vor Nacht- und Sonntagsarbeit im Arbeitsgesetz. Der Vorstand von Travail.Suisse wird nach der parlamentarischen Debatte über das Referendum befinden. mehr

Die Annahme der Vorlage „Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops“ führt zur Einführung des 24-Stunden-Betriebs im Detailhandel. Gleichzeitig weitet sie die Sonntagsarbeit aus. Damit wird der Schutz der Arbeitnehmenden vor Nacht- und Sonntagsarbeit verschlechtert.

Beim nächsten Tropfen bricht der Damm

Doch dem ist nicht genug: In der parlamentarischen Pipeline befinden sich bereits weitere Vorstösse zur Deregulierung der Öffnungszeiten im Detailhandel. So hat der Ständerat die Motion Lombardi, die eine Zwangserweiterung der kantonalen Ladenöffnungszeiten auf 6 bis 20 Uhr am Montag bis Freitag und auf 6 und 19 Uhr am Samstag fordert, bereits angenommen. Der Ständerat wird in dieser Wintersession als Erstrat über die Motion Abate beschliessen. Diese verlangt eine neue Fremdenverkehrsdefinition im Arbeitsgesetz, was nichts anderes als eine abermalige Verwässerung des Sonntagsarbeitsverbots zur Folge hätte.

Shoppen rund um die Uhr bachab geschickt

Dabei haben die jüngsten Volksabstimmungen in den Kantonen Zürich und Luzern gezeigt, dass längeres Shoppen oder Rund-um-die-Uhr-Lädele von der Stimmbevölkerung gar nicht erwünscht ist. Die beiden Abstimmungsresultate entsprechen dem langfristigen Trend: Seit dem Jahr 2006 wurden 90 Prozent der kantonalen Abstimmungen zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten verworfen. Was jetzt auf Bundesebene abläuft, ist nichts als Zwängerei.

Die Grundsätze von Travail.Suisse

Der Vorstand von Travail.Suisse hat sich für folgende Grundsätze ausgesprochen:

Für das Nachtarbeits- und Sonntagsarbeitsverbot – gegen den Dammbruch
Das Arbeitsgesetz regelt die Ausnahmebestimmungen aufgrund der Kriterien der „wirtschaftlichen und technischen Unentbehrlichkeit“. Diese Unentbehrlichkeit ist bei 24-Stunden-Tankstellenshops nicht gegeben. Es ist verfehlt, die Ausnahmebestimmungen zu lockern, da dies einen gravierenden Dominoeffekt auslösen wird. Die Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten der Tankstellenshops erhöhen den Druck auf den ganzen Detailhandel und tangieren weitere Branchen. Immer mehr Zulieferbetriebe im Bereich Logistik, Sicherheit, Reinigung oder Informatik und letztlich auch die Produktionsstätten werden nachziehen müssen. In der Folge wird der Ruf nach gleichlangen Spiessen lauter, und die heutigen Nacht- und Sonntagsarbeitsverbote erodieren.

Für Zeit mit Familie und Freunden – gegen die ungesunde soziale Desynchronisation
Die Sonntags- und Nachtruhe ist zu schützen. Ein ausgewogenes Gleichgewicht von Aktivität über den Tag und Ruhe während der Nacht entspricht der biologischen Notwendigkeit des Menschen. Zahlreiche Studien belegen, dass Nachtarbeit die Gesundheit der Arbeitnehmenden beeinträchtigt und vermehrt zu chronischen Krankheiten führt. Es ist zum Beispiel erwiesen, dass Herz- und Kreislaufbeschwerden, Magen- und Darmgeschwüre und sogar Krebs häufiger vorkommen bei Menschen, die Schicht- und Nachtarbeit leisten. Mehr Nacht- und Sonntagsarbeit beeinträchtigt auch das soziale Leben der Betroffenen und ihrer Familien. Der Abend und der Sonntag, oftmals die einzige Gelegenheit, zusammen Zeit zu verbringen und sich auszutauschen, fallen weg. Die soziale Desynchronisation hat sowohl für den einzelnen als auch für die Gemeinschaft destabilisierende Auswirkungen und ist nicht wünschenswert.

Sonntagsarbeit schafft keine neuen Arbeitsplätze – gegen unfaire Arbeitsbedingungen
Durch die Rund-um-die-Uhr-Öffnungszeiten wird der Personalbestand in den Tankstellenshops kaum aufgestockt, sondern während den längeren Öffnungszeiten wird mit gleich vielen Angestellten gearbeitet. Das erhöht wiederum die Arbeitszeiten und den Arbeitsdruck auf die Betroffenen. Die Liberalisierung verschlechtert die Arbeitsbedingungen und untergräbt den Grundsatz „Flexibilität gegen Schutz“, da es keine Gesamtarbeitsvertragspflicht gibt und das Recht auf Lohnzuschläge beschränkt ist. Auch steigt der Umsatz des gesamten Detailhandels nicht. Die Kaufkraft der Konsumenten bleibt gleich, auch wenn länger eingekauft werden kann.

03. Dezember 2012, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz (Verzicht auf Arbeitszeiterfassung)

26. November 2012, Arno Kerst, Vizepräsident Syna

Noch mehr sonntags arbeiten? Nein danke!

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, setzt sich zusammen mit der Sonntagsallianz (vgl. Medienkonferenz von heute Mittwoch) ein für den Schutz der bisherigen Sonn- und Feiertagsruhe und wehrt sich gegen weitere Deregulierungsangriffe. mehr

Travail.Suisse fordert: Der Sonntag gehört den Arbeitnehmenden, nicht der Arbeit!

- Generell gilt das Sonntagsarbeitsverbot: Das Arbeitsgesetz regelt die Ausnahmebestimmungen aufgrund der Kriterien der „wirtschaftlichen und technischen Unentbehrlichkeit“. Diese Ausnahmebestimmungen sollen nicht zugunsten von mehr Sonntagsarbeit gelockert werden.

- Arbeitsfreie Sonntage sind notwendige Ruheinseln: Der Sonntag ist ein kollektiver Ruhetag, der dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Familien- und Sozialleben dient. Der arbeitsfreie Sonntag als traditioneller Ruhetag hat in der heutigen Leistungs- und Konsumgesellschaft einen wichtigen Stellenwert, den es zu erhalten gilt.

- Sonntagsarbeit schafft keine neuen Arbeitsplätze: Durch die Ausweitung von Arbeits- und Ladenöffnungszeiten wird nicht mehr konsumiert. Die Kaufkraft ändert sich nicht, auch wenn länger eingekauft werden kann. Es werden auch nicht mehr Arbeitnehmende eingestellt, sondern während den längeren Öffnungszeiten wird mit gleich viel Personal gearbeitet. Das erhöht wiederum die Arbeitszeiten und den Arbeitsdruck auf die Betroffenen.

- Keine unfairen Arbeitsbedingungen: Die Ausweitung der Sonntagsarbeit verschlechtert die Arbeitsbedingungen und untergräbt den Grundsatz „Flexibilität gegen Schutz“, da es keine Gesamtarbeitsvertragspflicht gibt und das Recht auf Lohnzuschläge beschränkt ist. Sonntagsarbeit ist oftmals prekäre Arbeit, die zu Lasten der sozial Schwächeren geht.

- Gegen die Ansteckungsgefahr auf weitere Branchen: Jede Ausweitung der Sonntagsarbeit erhöht den Druck auf andere Branchen, ebenfalls die Arbeitszeiten zu deregulieren. Bei Öffnungszeiten an 7 Tagen pro Woche rund um die Uhr müssen immer mehr Zulieferbetriebe sowie andere Betriebe (Sicherheit, Reinigung, Informatik etc.) nachziehen, was dann auf andere Branchen auch wieder Auswirkungen haben kann.

Beschliesst der Ständerat in der Herbstsession ganz nach der bewährten Salamitaktik eine weitere „Scheibe“ Sonntags- und Nachtarbeit in Tankstellenshops, wird Travail.Suisse das Referendum dagegen unterstützen.

13. Juni 2012, Martin Flügel, Präsident

Noch mehr nachts und sonntags arbeiten? Nein danke!

Die arbeitsfreien Sonntage und Nächte werden auf nationaler und kantonaler Ebene immer stärker bedrängt. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, wehrt sich gegen weitere Liberalisierungsschritte der Arbeits- und Ladenöffnungszeiten. mehr

Der Kanton Zürich stimmt am 17. Juni über die Initiative „Der Kunde ist König“ ab. Die Initiative verlangt nichts Geringeres als die vollständige Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Im September berät der Ständerat über Rund-um-die-Uhr-Arbeitszeiten für Tankstellenshops (parlamentarische Initiative Lüscher). Und er wird höchstwahrscheinlich ganz nach der bewährten Salamitaktik eine weitere „Scheibe“ Arbeitszeitderegulierung beschliessen.

Gegen den Dammbruch der Arbeits- und Ladenöffnungszeiten

Travail.Suisse wehrt sich gegen die Deregulierungsangriffe. Der Vorstand von Travail.Suisse hat im März ein Positionspapier zur Sonntags- und Nachtarbeit mit folgenden Forderungen verabschiedet.

1. Generell gilt das Nachtarbeits- und Sonntagsarbeitsverbot: Das Arbeitsgesetz regelt die Ausnahmebestimmungen aufgrund der Kriterien der „wirtschaftlichen und technischen Unentbehrlichkeit“. Diese Ausnahmebestimmungen sollen nicht gelockert werden.

2. Arbeitsfreie Sonntage und Nächte sind notwendige Ruheinseln: Der Sonntag ist ein kollektiver Ruhetag, der dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und dem Familien- und Sozialleben dient. Der arbeitsfreie Sonntag als traditioneller Ruhetag hat in der heutigen Leistungs- und Konsumgesellschaft einen wichtigen Stellenwert, den es zu erhalten gilt.

3. Keine Ausdehnung der Nachtarbeit: Auch die Nachtruhe ist zu schützen. Ein ausgewogenes Gleichgewicht von Aktivität tagsüber und Ruhe während der Nacht entspricht der biologischen Notwendigkeit des Menschen. Zahlreiche Studien belegen, dass Nachtarbeit die Gesundheit der Arbeitnehmenden beeinträchtigt und vermehrt zu chronischen Krankheiten führt.

4. Sonntagsarbeit schafft keine neuen Arbeitsplätze: Durch die Ausweitung der Arbeits- und Ladenöffnungszeiten wird nicht mehr konsumiert. Die Kaufkraft ändert sich nicht, auch wenn länger eingekauft werden kann. Es werden auch nicht mehr Arbeitnehmende eingestellt, sondern während den längeren Öffnungszeiten wird mit gleich viel Personal gearbeitet. Das erhöht wiederum die Arbeitszeiten und den Arbeitsdruck auf die Betroffenen.

5. Keine unfairen Arbeitsbedingungen: Die Ausweitung der Sonntags- und Nachtarbeit verschlechtert die Arbeitsbedingungen und untergräbt den Grundsatz „Flexibilität gegen Schutz“, da es keine Gesamtarbeitsvertragspflicht gibt und das Recht auf Lohnzuschläge beschränkt ist. Sonntagsarbeit ist oftmals prekäre Arbeit, die zu Lasten der sozial Schwächeren geht.

6. Gegen die Ansteckungsgefahr auf weitere Branchen: Jede Ausweitung der Sonntags- und Nachtarbeit erhöht den Druck auf andere Branchen, ebenfalls die Arbeitszeiten zu deregulieren. Bei Öffnungszeiten rund um die Uhr müssen immer mehr Zulieferbetriebe sowie andere Betriebe (Sicherheit, Reinigung, Informatik etc.) nachziehen, was dann auf andere Branchen auch wieder Auswirkungen haben kann.

Permanenter Konsum ist nicht erwünscht

Nachdem das Volk im 2005 die Sonntagsarbeit in Zentren des öffentlichen Verkehrs hauchdünn angenommen hat, ist der Bedarf an Konsummöglichkeiten gedeckt. Dies zeigt sich auch daran, dass seit dem Jahr 2006 90 Prozent der kantonalen Abstimmungen zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten abgelehnt wurden.

In der laufenden Abstimmungskampagne im Kanton Zürich engagieren sich Travail.Suisse Zürich und die Syna im überparteilichen Komitee „Der Sonntag gehört mir“ gegen die Totalderegulierung der Ladenöffnungszeiten.

Falls im Herbst der Ständerat dem Nationalrat folgen sollte und die parlamentarische Initiative Lüscher ohne weitere Korrekturen annimmt, wird Travail.Suisse das Referendum unterstützen.

04. Juni 2012, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

RSS | D | F | Rechtliches | Impressum | Sitemap | Full Site | LOGIN