Themen – Sozialpolitik – AHV

Politische Blockade durchbrechen

Die politische Blockade rund um die AHV muss endlich durchbrochen werden. Das ist nur mit einem Ja zur Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“ möglich.

06. Oktober 2008, Martin Flügel, Präsident

„Wirtschaft“ gegen Rentenalter 62: Realitätsverlust in der Chefetage

Heute haben der Gewerbeverband und der Arbeitgeberverband ihr Nein zur Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“ präsentiert. Dabei zeigt sich, dass mit künstlichen und realitätsfernen Argumenten die wirklichen Probleme der Arbeitnehmenden vom Tisch gewischt werden sollen. mehr

Internationale Vergleiche, Entzug von Arbeitskräften für die Schweizer Wirtschaft, Finanzen der AHV, Koordinationsprobleme mit der beruflichen Vorsorge: Mit solchen oberflächlichen und kaum durchdachten Schlagworten zieht die „Wirtschaft“ in den Abstimmungskampf gegen eine flexibles AHV-Alter. Die Fakten:

- Die Erwerbsbeteiligung der älteren Arbeitnehmenden ist kaum irgendwo so gross wie in der Schweiz.

- Die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz und damit auch die Finanzierung der AHV hängen nicht vom flexiblen Rentenalter, sondern vom Wirtschaftswachstum und den Arbeitsbedingungen in der Schweiz ab. Mit klugen Arbeitsmodellen lassen sich auch ältere qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz halten. Und wenn sich diese pensionieren lassen, dann wegen der vom Arbeitgeber gut dotierten 2. Säule, und nicht wegen der AHV.

- Gleichzeitig haben viele nicht so gut qualifizierte Arbeitnehmende gesundheitliche Probleme und finden bei Arbeitslosigkeit ab 60 Jahren auch keine Stelle mehr. Für diese Menschen braucht es ein flexibles Rentenalter in der AHV ohne massive Rentenkürzung.

Für Travail.Suisse ist die Argumentation der selbst ernannten „Wirtschaft“ bedenklich realitätsfremd, und wenig lösungsorientiert. Die Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“ hingegen ist ein gerechter, günstiger und moderner Ansatz zur Flexibilisierung des Rentenalters.

09. September 2008, Martin Flügel, Präsident

Ja zum flexiblen Rentenalter für alle

Travail.Suisse sagt ganz klar Ja zur Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“, die am 30. November zur Abstimmung kommen wird. Die Initiative bringt eine gerechte und sinnvolle Regelung des flexiblen Rentenalters. Zudem hat das Parlament alle anderen Vorschläge für eine gerechte Flexibilisierung des Rentenalters verworfen.

08. September 2008, Martin Flügel, Präsident

Travail.Suisse will ein flexibles Rentenalter für alle

Ein flexibles Rentenalter, das allen Arbeitnehmenden offen steht, ist ein zentrales Anliegen von Travail.Suisse. Sowohl an der Gründungsversammlung im Dezember 2002 als auch am Kongress im letzten Jahr haben die Delegierten entsprechende Resolutionen verabschiedet. Nach dem Absturz der 11. AHV-Revision im Nationalrat ist die Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“ der einzige Weg, um dieses Ziel zu erreichen.

02. Juni 2008, Martin Flügel, Präsident

Travail.Suisse will ein flexibles Rentenalter, das allen offen steht

Travail.Suisse steht hinter der Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“, die morgen auf der Traktandenliste des Ständerates steht. Nachdem der Nationalrat im März jede Form des sozialen Ausgleichs abgelehnt hat, ist ein Ja zu dieser Initiative der einzige Weg, der zu einem flexiblen Rentenalter führt, das allen offen steht und den Aspekten der Fairness, der Gesundheit und des Arbeitsmarktes Rechnung trägt. mehr

Für Travail.Suisse gibt es eine Reihe von Gründen, warum für die Arbeitnehmenden eine Flexibilisierung des Rentenalters in der AHV unabdingbar ist:

- Gerechtigkeit und Fairness: Wer ein Leben lang ein gutes Einkommen erzielt hat und deshalb auch eine gute Zweite Säule hat, kann sein Pensionierungsalter weitgehend frei wählen; Personen mit tiefen oder mittleren Einkommen hingegen müssen bis 65/64 ausharren. Diese Situation ist aus Sicht von Travail.Suisse unfair und ungerecht. Wer während seines ganzen Berufslebens mit einem tiefen oder mittleren Einkommen zurechtkommen musste, soll deswegen nicht auch noch im Alter bestraft werden. Auch diese Einkommenskategorien sollen die Chance für einen fairen Übergang ins Rentenalter bekommen.

- Gesundheit: Die Flexibilisierung des Rentenalters ist ein wichtiges Instrument, um der gesundheitlichen Situation der Arbeitnehmenden Rechnung zu tragen. Es gibt berufliche Tätigkeiten mit hoher körperlicher Beanspruchung, die zu Abnützungserscheinungen führen. Im Bausektor hat man auf diese Tatsache reagiert und die vorzeitige Pensionierung in einer branchenspezifischen Lösung verankert. In den meisten andern Sektoren der Wirtschaft sind aufgrund fehlender Sozialpartnerschaft und hoher Mobilität ähnliche Lösungen kaum möglich. Verbesserungen müssen deshalb über die AHV realisiert werden.

- Arbeitsmarkt: Die Flexibilisierung des Rentenalters stellt einen wesentlichen Beitrag für einen flexiblen Arbeitsmarkt dar. Wie die Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre zeigen, werden in Zeiten von Umstrukturierungen und Arbeitslosigkeit vor allem ältere Arbeitnehmende entlassen. Mit Blick auf die Leistungen der Arbeitslosenversicherung werden sie zwei Jahre vor der Pensionierung abgeschoben ohne Chance, überhaupt wieder eine Beschäftigung zu finden. Für die Betroffenen bedeutet dies Bitterkeit und das Gefühl am Ende der Berufskarriere definitiv nicht mehr gebraucht zu werden. Eine gezielte Flexibilisierung des Rentenalters in der AHV würde hingegen einen Beitrag für eine sozialverträgliche und faire Lösung bieten: Arbeitnehmende mit kleineren und mittleren Einkommen erhielten die Möglichkeit, in Abhängigkeit von persönlicher Gesundheit, Arbeitsmarkt und konjunktureller Situation ihren Altersrücktritt wesentlich mitbestimmen zu können.

Aus diesen Gründen ist Travail.Suisse der Initiative des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes immer positiv gegenüber gestanden. Gleichzeitig hat Travail.Suisse intensiv auf einen Gegenvorschlag im Rahmen der laufenden 11. AHV-Revision hin gearbeitet. Und lange Zeit hat es so ausgesehen, als würden sich die Vorschläge für einen sozialen Ausgleich zum flexiblen Rentenalter, die von Travail.Suisse eingebracht wurden, durchsetzen.

Mit dem Nein des Nationalrates zu jeder Form des sozialen Ausgleichs zum flexiblen Rentenalter in der 11. AHV-Revision wird die Pensionierung vor 65 als Privileg der Gutverdienenden zementiert. Den Arbeitnehmenden, die ein flexibles Rentenalter wollen, das allen offen steht und das den Aspekten der Fairness, der Gesundheit und es Arbeitsmarktes Rechnung trägt, bleibt heute kein anderer Weg als ein klares und deutliches JA zur Initiative „für ein flexibles AHV-Alter“.

26. Mai 2008, Martin Flügel, Präsident

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