Themen – Gleichstellung – Mutterschaft und Vaterschaft

Vaterschaftsurlaub braucht dringend eine gesetzliche Basis

Travail.Suisse hat die Zahlen zur Verbreitung des Vaterschaftsurlaubs in der Schweizer Wirtschaft aktualisiert (Stand Juni 2018). Dabei wurden die grössten und dazu die allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsverträge analysiert (gut 40 GAV). Es zeigt sich: Es geht nur langsam vorwärts mit einem Vaterschaftsurlaub. Für fast die Hälfte der einem Gesamtarbeitsvertrag unterstellten Arbeitnehmenden sind nach wie vor nur 1-2 Tage Vaterschaftsurlaub vorgesehen. Bei den grossen Unternehmen gibt es zahlreiche Beispiele mit 10 bis 20 Tagen Vaterschaftsurlaub.

Aktualisiert wurden auch die Zahlen zur öffentlichen Hand als Arbeitgeberin. Beim Bund, den Kantonen, den 30 grössten Städten und den Kantonshauptorten werden 5-10 Tage Vaterschaftsurlaub je länger je mehr zur Norm. Einen Vaterschaftsurlaub im Bereich von 20 Arbeitstagen, wie von der Volksinitiative von Travail.Suisse gefordert, bieten jedoch nur grössere städtische Zentren an.

Insgesamt besteht ein grosser Unterschied zwischen grossen und kleinen Arbeitgebern: Grosse Arbeitgeber sehen einen – wenn auch bescheidenen – Vaterschaftsurlaub vor, kleinere Arbeitgeber in der Regel nicht. Diese Lücke kann nur mit einer gesetzlichen Regelung zum Vaterschaftsurlaub und einer solidarischen Finanzierung geschlossen werden, welche gleiche Bedingungen für alle schafft.

> Factsheet “Vaterschaftsurlaub in den Gesamtarbeitsverträgen, der öffentlichen Verwaltung und in den grösseren Unternehmen


Muss der Vaterschaftsurlaub wegen der Krise auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden?

Unser Land steckt in einer Wirtschaftskrise, die manche zur Aussage verleitet, dass gewisse Massnahmen auf später zu verschieben sind. Dazu gehört auch der Vaterschaftsurlaub. Der Reflex, die unmittelbaren finanziellen Konsequenzen jeder neuen Massnahme zu berechnen, hat einen Namen: Ökonomismus. Er ist das Ergebnis des Neoliberalismus, der zu lange herrschte und unsere Wirtschaft in die heutige Krise führte. Es ist Zeit, den Vaterschaftsurlaub aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und mit anderen Werten im Kopf zu argumentieren.

02. Februar 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Handbuch «InfoMutterschaft»: Neu auf Internet

Das seit mehreren Jahren vergriffene Handbuch «InfoMutterschaft… um Mutterschaft und Erwerbsarbeit in Einklang zu bringen» ist wieder erhältlich – neu in einer moderneren Form. Dank Unterstützung durch das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann kann Travail.Suisse das überarbeitete Handbuch auf der Internetseite veröffentlichen, sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch. Die Internetseite bietet ausserdem noch weitere Angebote.

09. Dezember 2008, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Der Vaterschaftsurlaub nimmt in der Schweiz schrittweise Gestalt an

«Sonderurlaub»: Als das versteht das Recht die sehr begrenzte Zeit, die jeder Vater mit seiner Familie verbringt, wenn sein Kind auf die Welt kommt. Wie sieht es in Wirklichkeit in der Arbeitswelt aus? Travail.Suisse führte bei den Kantonen eine Erhebung durch, die zeigt, dass sich bei den öffentlichen Arbeitgebern etwas bewegt. Die Gesamtarbeitsverträge stehen nicht nach.

19. Mai 2008, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Der Vaterschaftsurlaub – die Antwort auf die Wünsche der jungen Arbeitnehmer

Mehrere gesellschaftliche und wirtschaftliche Kennziffern weisen darauf hin, dass vor allem Männer zwischen 30 und 40 Jahren nach einer ausgewogeneren Balance zwischen Berufs- und Privat- bzw. Familienleben streben. Das richtige Gleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Familienleben ist nicht länger ein reines «Frauenanliegen».

14. April 2008, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

Der Vaterschaftsurlaub ist bezahlbar und zahlt sich auch aus

Zahlreiche Unternehmen haben per Anfang 2008 einen Vaterschaftsurlaub eingeführt. Dieses Angebot wird vollumfänglich von den Unternehmen finanziert, solange keine einheitliche Regelung auf gesamtschweizerischer Ebene eingeführt worden ist. Was kostet ein solcher Urlaub? Und was bringt er? Antworten dazu gibt es bereits jetzt.

11. Februar 2008, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik

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