Themen – Bildung – Berufliche Grundbildung

Weniger Diskriminierung in der Berufsbildung

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist erfreut, dass der Nationalrat heute die Motion Glanzmann „Antidiskriminierungskampagne“ angenommen hat. Für Jugendliche ausländischer Herkunft ist viel gewonnen, wenn sich die Lehrlingsselektion an den Kompetenzen der Bewerbenden orientiert und nicht an Kriterien wie Nationalität und Familiennamen. mehr

Heute hat der Nationalrat die Motion Glanzmann „Antidiskriminierungskampagne“ überwiesen. Travail.Suisse erachtet eine Antidiskriminierungskampagne als wichtigen Schritt, um die Chancengleichheit in der Berufsbildung zu verbessern. Schweizer Jugendliche haben heute bei gleicher schulischer Leistung eine viermal höhere Chance, eine Lehrstelle zu finden, als Jugendliche ausländischer Herkunft. Und dies unabhängig von den Kompetenzen der Jugendlichen.

Travail.Suisse ist der faire Umgang mit Jugendlichen ausländischer Herkunft in der Berufsbildung seit langem ein Anliegen. Deshalb hat der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden zusammen mit dem KV Schweiz das Projekt „Zukunft statt Herkunft“ lanciert. Dieses richtet sich mit der Website www.zukunftstattherkunft.ch an Lehrbetriebe, insbesondere an Klein- und Kleinstbetriebe. Es stellt einen Werkzeugkasten (Checklisten u.v.m.) zur Verfügung, der eine systematische und diskriminierungsfreie Lehrlingsselektion ermöglicht.

Aus Gründen der Fairness und vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist es für unsere Volkswirtschaft wichtig, dass das Potenzial der in der Schweiz wohnhaften jungen Menschen ausgeschöpft wird unabhängig davon, ob sie Schweizer oder ausländische Wurzeln haben.

29. April 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Parlamentarischer Vorstoss für einen chancengleichen Zugang von Jugendlichen ausländischer Herkunft zu einer Lehrstelle

Nationalrätin Josiane Aubert, designierte Vize-Präsidentin von Travail.Suisse, hat diese Woche unter dem Titel „Zukunft statt Herkunft“ ein Postulat eingereicht. Sie und die über 30 Mitunterzeichnenden fordern, dass der Bundesrat die Situation von Jugendlichen ausländischer Herkunft bezüglich Chancengleichheit bei der Lehrstellensuche aufarbeitet und Massnahmen für die Verbesserung des Zugangs dieser Gruppe zum Lehrstellenmarkt prüft. mehr

Verschiedene Studien stellen heute fest, dass Jugendliche ausländischer Herkunft bei der Lehrstellensuche massiv benachteiligt werden. Häufig kann die Benachteiligung nicht mit fehlenden Kompetenzen erklärt werden. Gegenüber gewissen Gruppen, insbesondere bei Jugendlichen aus Ex-Jugoslawien oder aus der Türkei, spielen Vorurteile eine grosse Rolle. Es findet eine Diskriminierung auf Grund des Namens statt.

Teure Diskriminierung
Das ist sowohl für die Jugendlichen selber als auch für Gesellschaft und Wirtschaft folgenreich: Schlecht qualifizierte Arbeitnehmende sind hohen Risiken bei Arbeitslosigkeit, Invalidität und in Bezug auf die Gesundheit ausgesetzt. Die Folgekosten für die Gesellschaft sind enorm. Die Wirtschaft verzichtet ihrerseits freiwillig auf das grosse Potenzial dieser Jugendlichen. Auch wenn die Rezession den prognostizierten Fachkräftemangel etwas verlangsamt, wird die Wirtschaft in allen Branchen bald stark auf gut ausgebildete junge Fachkräfte angewiesen sein.

Anteil Jugendlicher ausländischer Herkunft wächst
Der Anteil von Jugendlichen ausländischer Herkunft an den Schulabgänger/innen wird in den kommenden Jahren auf rund 25 Prozent, in städtischen Gebieten mancherorts auf fast 50 Prozent ansteigen. Die Wirtschaft wird sich somit eine solche Diskriminierung nicht mehr leisten können, ohne den Wohlstand, die Lebensqualität und den sozialen Frieden in der Schweiz zu gefährden.

Massnahmen für eine faire Lehrlingsselektion
Deshalb hat Josiane Aubert, designierte Vize-Präsidentin von Travail.Suisse, im Nationalrat ein Postulat unter dem Titel „Zukunft statt Herkunft“ eingereicht. Darin wird der Bundesrat beauftragt, die Situation der Jugendlichen ausländischer Herkunft bezüglich des chancengleichen Zugangs zu einer Lehrstelle aufzuarbeiten und Massnahmen für die Verbesserung des Zugangs dieser Gruppe zum Lehrstellenmarkt zu prüfen. Travail.Suisse setzt sich seit längerem für eine faire Lehrlingsselektion ein und stellt unter www.zukunftstattherkunft.ch konkrete Hilfsmittel für Lehrbetriebe zur Verfügung.

19. März 2009, Josiane Aubert, Vizepräsidentin Travail.Suisse und Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Berufsmaturitätsverordnung: Prioritär ist der Fachhochschulzugang

In der Vernehmlassung ist die Berufsmaturitätsverordnung durchgefallen. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat deshalb im Rahmen von Gesprächen mit den wichtigsten Partnern die Situation aufgearbeitet und ist nun daran, eine besser abgestützte und mehrheitsfähige Vorlage auszuarbeiten. Für Travail.Suisse hat dabei die Berufsmaturität primär ein Ziel zu erreichen: gute Voraussetzungen für den Zugang zu einem Fachhochschulstudium zu schaffen. mehr

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PD Prioritär ist der Fachhochschulzugang.doc 31 KB

09. Dezember 2008, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Berufsmaturitätsverordnung: Prioritär ist der Fachhochschulzugang

In der Vernehmlassung ist die Berufsmaturitätsverordnung durchgefallen. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat deshalb im Rahmen von Gesprächen mit den wichtigsten Partnern die Situation aufgearbeitet und ist nun daran, eine besser abgestützte und mehrheitsfähige Vorlage auszuarbeiten. Für Travail.Suisse hat dabei die Berufsmaturität primär ein Ziel zu erreichen: gute Voraussetzungen für den Zugang zu einem Fachhochschulstudium zu schaffen. mehr

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PD Prioritär ist der Fachhochschulzugang.doc 31 KB

09. Dezember 2008, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik Drucker-icon

Das Potenzial von Jugendlichen ausländischer Herkunft nutzen!

An der morgigen Lehrstellenkonferenz werden Vertreter aus Politik und Wirtschaft mit der Bundesrätin Doris Leuthard das Thema Fachkräftemangel diskutieren. Travail.Suisse hat bereits letzte Woche auf eine wirksame Massnahme gegen den drohenden Fachkräftemangel hingewiesen: die Nutzung des Potenzials aller Jugendlicher und damit das aktive Vorgehen gegen die Diskriminierung Jugendlicher ausländischer Herkunft auf dem Lehrstellenmarkt. Mit www.zukunftstattherkunft.ch stellt Travail.Suisse den Lehrbetrieben ein Instrument für eine faire Lehrlingsselektion zur Verfügung.
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Wer Lernende ausbildet, übernimmt nicht nur soziale Verantwortung gegenüber Jugendlichen, sondern tut damit auch etwas für die Zukunft seines Betriebs, seiner Branche und der Volkswirtschaft. Möglichst vielen Jugendlichen eine qualitativ gute Berufsausbildung zu geben ist das beste Mittel gegen einen drohenden Fachkräftemangel.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Jugendliche ausländischer Herkunft und mit ungewohnten ausländischen Namen bei der Lehrstellensuche diskriminiert werden. Dies obwohl sie oft wichtige Auswahlkriterien wie gute Schulleistungen, genügende Sprachkenntnisse und gutes Sozialverhalten erfüllen. Zu oft werden wegen Vorurteilen und Ängsten Lehrstellen nur mit Schweizer Jugendlichen – oder wenn keine gefunden werden – gar nicht besetzt. Das bedeutet, dass Betriebe heute freiwillig auf das Potenzial geeigneter Jugendlicher verzichten. Eine volkswirtschaftliche Ressourcenverschwendung sondergleichen!

Travail.Suisse hat bereits letzte Woche ein aktives Vorgehen gegen die Diskriminierung Jugendlicher ausländischer Herkunft gefordert und mit www.zukunftstattherkunft.ch ein Arbeitsinstrument für Lehrbetriebe für eine faire Lehrlingsselektion vorgestellt. Travail.Suisse fordert die Berufs- und Branchenverbände sowie Bund und Kantone auf, innovative Projekte wie www.zukunftstattherkunft.ch bei den Lehrbetrieben zu propagieren und in bestehende Informationsangebote zu integrieren. Von Bund und Kantonen erwartet Travail.Suisse zudem eine Vorbildfunktion, indem diese sich für die eigene Ausbildungstätigkeit eine Quote von mindestens 25 Prozent Lehrverträgen mit Jugendlichen ausländischer Herkunft vorgeben.

27. November 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon