Themen – Bildung – Berufliche Grundbildung

Neues Ausländergesetz: Arbeitsbewilligungen mit der Schaffung von Lehrstellen verknüpfen

Aus bildungs- und integrationspolitischer Sicht ist es sinnvoll, das bereits bestehende Potenzial auf dem Schweizer Arbeitsmarkt möglichst gut auszuschöpfen. Zum Beispiel indem Arbeitsbewilligungen von der Schaffung von Ausbildungsplätzen abhängig gemacht werden. So können die Arbeitgeber für ihre sozialpolitische Verantwortung sensibilisiert werden.

26. September 2005, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik

Projekte stärken die Berufsbildung

Kürzungen im Bildungsbereich werden üblicherweise mit dem Argument bekämpft, dass Bildungsausgaben Investitionen sind. Wer im Bildungsbereich den Rotstift ansetzt, schwächt die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit wie auch das Wachstum einer Wirtschaft und gefährdet damit die eigene Zukunft. Es gibt allerdings noch einen zweiten Grund, bei Kürzungen im Bildungsbereich vorsichtig zu sein: Kürzungen treffen meistens Projekte zugunsten von benachteiligten Gruppen oder Neuentwicklungen.

24. April 2005, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik

Jugend ohne Arbeit: jetzt handeln!

Die Jugendlichen sind von der Arbeitslosigkeit am härtesten betroffen. Nach wie vor sind rund 30’000 Jugendliche als erwerbslos registriert, zusätzlich befinden sich 10’000 in arbeitsmarktlichen Massnahmen. In Tat und Wahrheit suchen über 60’000 Jugendliche eine Lehrstelle oder einen Job. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert ein rasches Handeln. mehr

Für Travail.Suisse stehen folgende Massnahmen im Vordergrund:

Bereits geschaffene Instrumente besser umsetzen

Anzahl der Lehrstellenförderer erhöhen: Die Kantone sind aufgerufen, die vorhandenen Bundesmittel abzuholen, um die Anzahl der Lehrstellenförderer zu erhöhen
Bundesrätliche Kompetenzen konkreter ausnutzen: Der Bundesrat soll mit der Eidgenössischen Berufsbildungskommission klar definierte Projekte lancieren
Branchenverbände: Von ihrer Seite sind mehr Engagement und weniger Kritik gefragtIm Rahmen der ALV sind die Anzahl der Motivationssemester und der Berufspraktika, spezifisch auf erwerbslose Jugendliche ausgerichtet, massiv zu erhöhen

Weitere Massnahmen ergreifen

Brückenangebote sind mit einem Bildungsauftrag zu versehen mit dem Ziel, dass aus der „Notlösung Übergangsjahr“ ein anerkanntes und anrechenbares Bildungsjahr wird
Die Grossbetriebe, inkl. Bund und Kantone, sollen pro 100 Angestellte mindestens drei Lehrlinge ausbilden
Es sind besondere Projekte für ausländische Jugendliche zu lancieren

Was macht Travail.Suisse?


Lehrlinge ausbilden und Jugendliche anstellen
Lehrstellenförderung durch Regionalsekretär/innen und Arbeitnehmervertreter/innen
Integration von ausländischen Jugendlichen in die Berufsbildung, indem bereits laufende Projekte in die Betriebe hineingetragen werden
Forcieren und Mitarbeiten bei der Umsetzung der neu geschaffenen Instrumente

07. März 2005, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik

Die 10 Thesen zur Lehrstellenproblematik

Auch diesen Sommer werden einige Tausend Jugendliche keine Lehrstelle antreten können. Sie werden in eine Warteschlange (Übergangsjahr, Brückenan-gebot, 10. Schuljahr) abgedrängt. In dieser Warteschlange befinden sich heute schon rund 22’000 Jugendliche. Zu Recht stellen sich die Partner der Berufsbildung (Bund, Kantone, Organisationen der Arbeitswelt), aber auch die sensibilisierten Bewohner/innen unseres Landes die Frage, was zur Verbesserung der Situation unternommen werden kann und muss. Die Meinung von Travail.Suisse zu diesem Themenbereich sei hier in zehn Thesen kurz zusammengefasst.

07. März 2005, Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik

Herabsetzung des Jugendschutzalters im Arbeitsgesetz – Bundesrat handelt kurzsichtig

Der Bundesrat hat sich heute für die Herabsetzung des arbeitsrechtlichen Jugendschutzalters auf 18 Jahre ausgesprochen. Travail.Suisse, die Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist enttäuscht, dass sich die Landesregierung dem Druck der Arbeitgeber und Kantone gebeugt hat, und der Arbeitnehmerschutz einmal mehr für kurzsichtige wirtschaftliche Interessen aufgeweicht werden soll. mehr

Gar mancher Arbeitgeber erhofft sich jetzt, Jugendliche vermehrt für Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit einsetzen zu können, jedoch bei geringeren Kosten. Dass dies zu einem Eigengoal wird, zeigt das Gastgewerbe. Diese Branche kennt schon heute eine Reihe solcher Ausnahmebestimmungen bei Jugendlichen – mit der Folge, dass die Lehrstellen in der Gastronomie immer unattraktiver werden und darum unbesetzt bleiben.

Die Kantone haben es bis heute verschlafen, die geltenden Jugendschutzbestimmungen durchzusetzen, und erhoffen sich durch die Herabsetzung des Schutzalters eine Entschärfung der Situation. Das ist eine zu billige Art, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Travail.Suisse erwartet von den zuständigen Behörden, dass sie die Einhaltung der Schutzbestimmungen bei den Arbeitgebern durchsetzen.

Mit dem Eintritt in die Arbeitswelt, sei es als Lehrling, aber auch ohne Lehrstelle, sehen sich Jugendliche mit einer Vielzahl von neuen Belastungen konfrontiert. Neuste Studien belegen, dass bei Jugendlichen bis 24 Jahre ein deutlich überdurchschnittliches Sucht- und Gesundheitsrisiko besteht. Mit dem bisherigen Jugendschutzalter von 20 bzw. 19 Jahren wurde diesem Umstand Rechnung getragen, und die jungen Arbeitnehmenden wurden mit besonde-ren Schutzbestimmungen entlastet.

Travail.Suisse fordert den Bundesrat auf, Wort zu halten und bei den Verordnungsbestimmungen den versprochenen besonderen Schutz der Lehrlinge über das 18. Altersjahr hinaus mit griffigen Bestimmungen umzusetzen.

Einmal mehr wird der Arbeitnehmerschutz für kurzsichtige wirtschaftliche Interessen aufgeweicht – heute auf dem Buckel der Jugendlichen.

17. November 2004, Arno Kerst, Vizepräsident Syna

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