Themen – Bildung – Berufliche Grundbildung

Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität

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18. August 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Zeit, die Ausländerdiskriminierung bei der Lehrstellenvergabe zu stoppen

Für Jugendliche mit ausländischem Pass und Namen hat sich die Situation auf dem Lehrstellenmarkt trotz der Rede von Entspannung noch kaum gebessert. Unter anderem ist dies das Resultat der Diskriminierung von ausländischen Jugendlichen bei der Lehrlingsauswahl. Für Travail.Suisse ist es höchste Zeit, dies zu ändern. mehr

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) spricht auf Grund des Lehrstellenbarometers von einer Entspannung. Das ist nur die halbe Wahrheit. Ausländische Jugendliche und Jugendliche mit fremd klingenden Namen haben nach wie vor grosse Mühe, eine Lehrstelle zu finden. Dies nicht nur, weil sie tiefere Schulqualifikationen, weniger Netzwerke oder geringere Sprachkenntnisse hätten: Verschiedene Studien zeigen eindeutig, dass Jugendliche mit fremdländisch klingenden Namen bei der Lehrlingsselektion diskriminiert werden.1 Auch wer alle Auswahlkriterien erfüllt, hat wegen Vorurteilen deutlich weniger Chancen auf eine Lehrstelle, wenn er den falschen Namen trägt.

Dies hat weit reichende Folgen: Für die Jugendlichen entsteht Frust und Perspektivlosigkeit. Ohne Ausbildung droht ihnen der gesellschaftliche Ausschluss. Die Diskriminierung ist aber nicht nur unfair, sondern auch ineffizient: Betriebe wählen aus Angst vor Problemen nicht die geeignetsten Jugendlichen. Und Staat und Gesellschaft tragen früher oder später die Folgen, indem sie für spätere Kosten von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe aufkommen müssen.

Es ist an der Zeit, mehr Fairness in die Lehrlingsselektion zu bringen. Die Betriebe werden sich in Zukunft die Diskriminierung auf Grund der sinkenden Lernendenzahlen nicht mehr leisten können, wenn sie noch genügend Fachkräfte ausbilden wollen. Nun braucht es gezielte Sensibilisierungsmassnahmen und Hilfestellungen für Betriebe:

- Nutzen der fairen Selektion mit guten Beispielen aufzeigen (Best Practice Kampagne)

- Leitfäden, Checklisten, Empfehlungen für Lehrbetriebe zur Verfügung stellen

- Zur Verfügung stellen von fairen Selektionsinstrumenten (z.B. Anonymisierung)

- Charta der Branchenverbände

- Thematisierung in der Aus- und Weiterbildung von Berufsbildnern

12. Juni 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Stipendien: Kurswechsel dringend notwendig

Trotz mehr Lernenden und Studierenden sind die Stipendienbeträge in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Zugleich gibt es von Kanton zu Kanton riesige Unterschiede. Für das Bildungsland Schweiz und die Chancengleichheit ein unhaltbarer Zustand. Travail.Suisse fordert einen Kurswechsel. Der Dachverband der Arbeitnehmenden setzt sich für eine angemessene Erhöhung der Stipendien und für eine einheitliche Praxis in allen Kantonen ein. Eine Ersetzung von Stipendien durch Darlehen lehnt Travail.Suisse entschieden ab.

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02. Juni 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Lehrstellensituation: Es braucht ein Attest-Einstiegs-Jahr

Zwar hat sich gemäss BBT der Lehrstellenmarkt stabilisiert, allerdings auf einem nach wie vor beunruhigenden Niveau. Die Zahl der Schulaustritte ist immer noch hoch. Rund 20’000 Jugendliche befinden sich zudem in Zwischenlösungen und drängen mehrheitlich auf den Lehrstellenmarkt. Besonders für Jugendliche mit sozialen oder schulischen Schwierigkeiten ist es eng. Deshalb braucht es für Travail.Suisse weiterhin starke Bemühungen rund um die neu geschaffene Attestlehre. Ein Attest-Einstiegs-Jahr würde den Jugendlichen viele Türen öffnen. mehr

Das neue Berufsbildungsgesetz sieht für leistungsschwächere Jugendliche eine zweijährige Grundbildung mit Attest (Attestlehre) vor. In der nach wie vor angespannten Situation ist es zentral, dass nun die Bemühungen in diesem Bereich nochmals intensiviert werden. Wichtig ist es, überhaupt in allen Berufsfeldern eine zweijährige Grundbildung anzubieten. Dies ist noch nicht der Fall. Dort wo zweijährige Grundbildungen bestehen, muss für genügend Ausbildungsplätze gesorgt werden, insbesondere in der neuen zweijährigen Grundbildung im Gesundheits- und Sozialbereich. Jugendliche, die den Direkteinstieg trotzdem nicht schaffen, sollen mit einem Attest-Einstiegs-Jahr an die Attestlehre herangeführt werden. Travail.Suisse hat bereits an der letzten Lehrstellenkonferenz einen entsprechenden Vorschlag eingebracht (http://www.bildungsgewerkschaften.ch/downloads/Microsoft_Word__Vorschlag_f_r_die_Lehrstellenkonferenz_07.pdf).

08. Mai 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Klares Ja für HarmoS aus Sicht der Arbeitnehmenden

Der Vorstand von Travail.Suisse, dem Dachverband der Arbeitnehmenden, hat sich heute klar für die Harmonisierung der Volksschule ausgesprochen. Das HarmoS-Abkommen bringt für die Arbeitnehmenden mit Kindern mehr Mobilität und eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Schule. Travail.Suisse fordert die Kantone auf, dem Abkommen zügig beizutreten. mehr

Überall wird von Arbeitnehmenden Mobilität und Flexibilität verlangt. Wenn es ums Umziehen geht, legen die 26 kantonalen Schulsysteme heute aber den Arbeitnehmenden mit Kindern grosse Steine in den Weg: Unterschiedliche Lehrpläne und Lehrmittel, unterschiedliche Schulbeginnsdaten und Stichtage oder der unterschiedliche Beginn beim Englisch- und Französischunterricht sorgen dafür, dass Schulkarrieren durcheinander geraten. HarmoS hat erkannt, dass dies nicht mehr zeitgemäss ist, und diese Missstände behoben. Ein längst fälliger Schritt.

Beim Grossteil der Familien sind heute beide Elternteile erwerbstätig. Die Mütter nehmen zu recht für sich in Anspruch, am Erwerbsleben teil zu haben. Oft reicht ein Einkommen allein für die Familie ohnehin nicht aus. Neue Familienformen, wie die Einelternfamilien, nehmen zudem zu. Diese Entwicklungen machen es dringend erforderlich, dass sich Beruf, Familie und Schule besser vereinbaren lassen. Heute haben erwerbstätige Eltern mit den von Tag zu Tag und von Kind zu Kind unterschiedlichen Unterrichtszeiten zu kämpfen und können ihre Arbeitszeit kaum planen. HarmoS schafft hier Abhilfe und führt Blockzeiten ein. Mit einem bedarfsgerechten Angebot an Tagesstrukturen (Mittagstische, Tagesschulen) sorgt HarmoS zudem dafür, dass Arbeitnehmende ihre Kinder auch ausserhalb der Unterrichtszeiten gut betreut wissen.

Travail.Suisse steht deshalb klar hinter dem HarmoS-Abkommen und wird sich für dessen Akzeptanz in den Kantonen einsetzen. Travail.Suisse fordert die Kantone auf, dem HarmoS-Konkordat zügig beizutreten.

07. Mai 2008, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon