Themen – Arbeit – Managerlöhne

Nestlé: Brabeck zockt ab

Nestlé-CEO und Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Lemanthe ist lohntechnisch gesehen nicht zu bremsen. In den letzten vier Jahren hat sich sein Salär beinahe verdoppelt und beläuft sich heute auf Schwindel erregende 17.5 Millionen Franken. Damit öffnet sich die Lohnschere bei Nestlé auf 1: 348. mehr

Der im Doppelamt als Verwaltungsratspräsident und CEO regierende Brabeck liess sich im Geschäftsjahr 2006 17.5 Millionen Franken gutschreiben. Damit erhöhte er sich sein Salär innerhalb zweier Jahre um fast 30 Prozent. In diesem Lohn noch nicht enthalten sind seine Bezüge als Verwaltungsrat bei anderen Firmen wie Roche, Credit Suisse oder L’Oréal. Die Fähigkeit Brabecks, auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig eine zentrale Rolle zu spielen, ist bewundernswert, doch spiegelt sich darin auch die Vetternwirtschaft beim Topmanagement wieder. Im Sinne der Corporate-Governance-Richtlinien sind diese Verflechtungen jedoch untragbar.

Auch Konzernleitung zockt mit
Der Chef steht als Abzocker bei Nestlé nicht allein da. Auch die Mitglieder der Konzernleitung tun es ihm gleich. Ihre durchschnittliche Vergütung erhöhte sich im letzten Jahr um 9 Prozent auf 4 Millionen Franken. Somit steigerte sich ihr Salär innerhalb der letzten vier Jahre um 57 Prozent. Zudem konnten auch die Aktionäre vom florierenden Geschäftsgang profitieren. Die Dividende stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent an.

Brabeck verdient 348 mal mehr
Die Lohnschere, die Differenz zwischen Tiefst- und Höchstlohn einer Unternehmung, stieg um 4 Prozent auf 1: 348. Dieses Verhältnis ist beängstigend und kann nicht gerechtfertigt werden. Travail.Suisse kritisiert daher die Lohnpolitik von Nestlé scharf. Bei Rekordgewinnen und grossen Effizienzsteigerungen gilt es auch die Saläre der Mitarbeitenden in den unteren Lohnklassen zu erhöhen. Denn während im letzten Geschäftsjahr sowohl die Teppichetage des Konzerns als auch das Aktionariat die Bezüge stark steigern konnten, stieg die Entlöhnung pro Mitarbeitenden (Lohnaufwand/Anzahl Mitarbeitende) nur um 3 Prozent an.

17. April 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne und Lohnschere bei Staatsbetrieben: Chefs verdienen mehr als Bundesräte

Die Führungskräfte der ehemaligen Staatsbetriebe Post, Swisscom und Ruag verdienen gut. Sie strichen im Geschäftsjahr 2006 teilweise kräftige Lohnerhöhungen ein. Der Lohn von Post-Chef Ulrich Gygi stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent, derjenige von Ruag-Vorsteher Toni Wicki gar um 17 Prozent. Während sich bei diesen beiden Betrieben auch die Geschäftsleitungen über eine Lohnerhöhung von über 12 Prozent freuen konnten, sanken bei der Swisscom die Entschädigungen im Kader leicht.

Anhang Grösse

PD Chefs der Staatsbetriebe verdienen mehr als Bundesräte.doc 120 KB

16. April 2007, Bruno Keller, Managerlöhne Drucker-icon

Managerlöhne bei Schindler und Fischer: Lohnschere öffnet sich weiter

Die Industriefirmen Schindler und Fischer haben sowohl Konzerngewinn als auch Umsatz markant gesteigert. Profitiert von diesem Aufschwung hat die Führungsetage. So liess sich der CEO von Georg Fischer eine Lohnerhöhung von 13 Prozent gutschreiben und der Verwaltungsrat gönnte sich gar eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 35 Prozent. Ähnlich sieht es bei Schindler aus. Verwaltungsratspräsident und Mitbesitzer Alfred Schindler versüsste sich das Geschäftsjahr mit einer satten Lohnerhöhung von 10 Prozent, die durchschnittlichen Gehälter der Verwaltungsratsmitglieder in der Konzerleitung stiegen um 8 Prozent beziehungsweise 14 Prozent.

Anhang Grösse

PD Managerlöhne in der Maschinenindustrie.doc 107 KB

26. März 2007, Bruno Keller, Managerlöhne Drucker-icon

Managerlöhne Implenia – Nur Konzernführung profitiert von Fusion

Die Fusion der Bauunternehmen Zschokke und Batigroup zu Implenia wurde letztes Jahr vollzogen. Ziel war es, Synergien zu nutzen und die Konkurrenzfähigkeit zu verbessern. Dies ist nur beschränkt gelungen. Die Zahlen, welche die Gruppe heute präsentierte, sind nicht berauschend. Von der Fusion profitiert bisher nur die Teppichetage des Konzerns. mehr

Im Gegensatz zu Umsatz und Gewinn zeigen die Löhne in den Führungsetagen bei Implenia steil nach oben. Schamlos wurde die Fusion und damit hergehende „höhere Verantwortung“ dazu verwendet, die Löhne kräftig zu erhöhen.

Konzernleitung langt zu – Verwaltungsrat verdoppelt Salär
Die Lohnerhöhung, welche sich der CEO und mit ihm die Konzernleitung gönnte, braucht die nationale Konkurrenz nicht zu fürchten. Der Höchstlohn von 1.14 Millionen vom letzten Jahr wurde gleich um 154’000 Franken erhöht. Die Lohnschere steigt von 1: 21 auf 1: 24. Die Konzernleitung steht mit ihrer Lohnerhöhung nicht allein da. Auch der Verwaltungsrat hat mitgemacht und hat sich sein Salär innert Jahresfrist gleich verdoppelt. Wurde ein Verwaltungsrat im Durchschnitt bei Batigroup und Zschokke noch mit 106’000 Franken jährlich bezahlt, erhöht sich dieser Betrag bei der Implenia auf 200’000 Franken.

Arbeiter auf die Strasse gestellt
Für Travail.Suisse sind solche Lohnexzesse nicht akzeptabel. Das gilt umso mehr, da Hunderte Arbeitsstellen gestrichen wurden. Hatten vor der Fusion noch 6’414 Arbeitnehmende (Batigroup: 3’350; Zschokke: 3’064) eine Anstellung, sank diese Zahl im letzten Jahr um 472.

22. März 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne: Herr Ospel – Nimmersatt

Trotz grosser Kritik in den letzten Jahren, hat es UBS-Chef Marcel Ospel ein weiteres Mal gewagt, sein Lohnpolster kräftig aufzufüllen. Auf 26.6 Millionen Franken stieg sein Lohn an. Dies entspricht einer Erhöhung um 10% im Vergleich zum Vorjahr. mehr

Die UBS konnte auch im Geschäftsjahr 2006 sehr gute Zahlen präsentieren. Sowohl der Geschäftsertrag als auch die verwalteten Vermögen haben zugenommen. Die Aktionäre profi-tieren von der Geschäftslage. Die Dividende wurde im Vergleich zum Vorjahr um 37.5% erhöht.

Stundenlohn von 13’560 Franken
Das Salär vom exekutiven Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel stieg innerhalb des letzten Geschäftsjahres im Umfang von 2.4 Millionen Franken auf nun 26.6 Millionen Franken an. Somit hat sein Lohn im Vergleich zum Vorjahr um 10% zugenommen. Der Wert seines Lohnportfolios kann sogar je nach Entwicklung des Aktienkurses noch weiter steigen. Wird von einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 1961 Stunden ausgegangen (BFS 2004) be-trägt sein Stundenlohn unglaubliche 13’560 Franken! Herr Ospel kann sich also jede Stunde einen fabrikneuen Fiat Panda in die Garage stellen oder nach zwei Stunden Bürozeit seiner Angebeteten anstatt eines schicken goldenen Ohrrings gleich ein Kilogramm dieses Edelmetalls verschenken. Die Lohnschere bei der UBS driftet weiter auseinander und steigt von 1:544 auf 1: 554. Innerhalb von nur vier Jahren hat sich die Lohnschere bei der UBS verdoppelt.

700 mal stärkere Lohnerhöhung bei Ospel
Die Lohnerhöhung von monatlich 270 Franken, über welche sich der normale Arbeiter freu-en könnte, erblassen aber beim Anblick der monatlich um 185’000 Schweizer Franken ausgefallenen Lohnerhöhung beim UBS Verwaltungsratspräsidenten Ospel. Das Salär von Ospel, welches sich schon auf einem sehr hohen Niveau befand, nahm beinahe 700mal so stark zu, wie die Lohnentschädigung beim Tiefstlohn! Auch zeigen die von Travail.Suisse berechneten Kennzahlen, dass sowohl Umsatz als auch Gewinn pro Mitarbeiter in den letzten Jahren bei der UBS stark gewachsen sind. Der Personalaufwand pro Mitarbeiter hingegen hat sich zwar nach einem Einbruch wieder leicht erhöht, bewegt sich aber noch immer ungefähr auf demselben Niveau wie vor vier Jahren. Travail.Suisse verlangt, dass von Produktivitätsgewinnen alle Arbeitnehmenden gleichstark profitieren.

22. März 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon