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Über 100 Prozent Lohnerhöhung für Geschäftsleitung – Oerlikon erhält „Travail.Suisse-Lohnschere 2006“

Die Manager sahnen weiter ab. Wie die heute an einer Medienkonferenz in Bern von Travail.Suisse präsentierten Zahlen zeigen, haben die Chefs der 28 untersuchten Firmen eine durchschnittliche Salärsteigerung von 19 Prozent eingestrichen. Im Geschäftsjahr 2006 führten die Geschäftsleitungsmitglieder der Oerlikon mit einer Lohnerhöhung von 109 Prozent die Abzocker-Rangliste an. Oerlikon erhält deshalb die „Travail.Suisse-Lohnschere 2006“. mehr

Insgesamt haben im Jahr 2006 die Chefs der 28 von Travail.Suisse untersuchten Firmen ihr Salär um 19 Prozent gesteigert. Betrachtet man die Entwicklung zwischen 2003 und 2006, dann haben diese Herren in den vergangenen vier Jahren eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 66 Prozent eingesteckt. Demgegenüber sind die Arbeitnehmenden die geprellten. Im gleichen Zeitraum stieg ihr Reallohn gerade mal um 0.8 Prozent. Umgerechnet ist die reale Lohnsteigerung der Chefs zwischen 2003 und 2006 80-mal höher als die der Arbeitnehmenden.

Im Windschatten der Superabzocker findet gierige Aufholjagd statt
Sowohl die Saläre wie auch die Steigerung der Saläre und die Lohnschere erreichen unschöne Höchstwerte. Unfeine Spitzenreiter bei den höchsten Entschädigungen bleiben die Grossbanken UBS und CS, die Pharmariesen Roche und Novartis sowie Nestlé. Die höchste Lohnschere beträgt mittlerweile unglaubliche 1:700. Aber im Windschatten dieser Super-Abzocker blasen die Chefs der anderen, bisher unbescholtenen Firmen zur gierigen Aufholjagd.

Oerlikon erhält „Travail.Suisse-Lohnschere 2006“
Als grösster Abzocker hat sich die Oerlikon erwiesen. Mit einer durchschnittlichen Lohnerhöhung für die Geschäftsleitungsmitglieder von 109 Prozent führt sie die Rangliste an und erhält deshalb die „Travail.Suisse-Lohnschere 2006“ überreicht.

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Bild travailsuisse Lohnschere.doc 709 KB

250607 PK Managerlöhne Text H. Fasel.doc 35 KB

250607 PK Managerlöhne Text S. Blank.doc 53 KB

250607 PK Managerlöhne Text B. Keller.doc 49 KB

Beilagen gesamt.pdf 246 KB

25. Juni 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Managerlöhne und Lohnschere im Detailhandel: Lohnscheren öffnen sich, Stellenabbau geht weiter

Die Detailhändler Migros und Coop haben gute Jahresergebnisse vorgelegt, sowohl Umsatz als auch Gewinn konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Von dieser guten Leistung hat das Topmanagement stärker profitiert als die Arbeitnehmenden. So stiegen bei Coop die Löhne für den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung um mehr als 12 Prozent an. Bei der Migros stiegen die Löhne für den Verwaltungsrat gar noch stärker an, während die Gehälter der Geschäftsleitung um 2.7 Prozent zulegen konnten.

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04. Juni 2007, Bruno Keller, Managerlöhne Drucker-icon

Managerlöhne und Lohnschere bei Grossbanken: Ospel und Kielholz mit Lohnsprung

Die Grossbanken Credit Suisse und UBS zahlen in der Schweiz die höchsten Löhne. Die Durchschnittsentlöhnung in der Konzernleitung ist höher als der Höchstlohn in den meisten von Travail.Suisse untersuchten Firmen. Der nicht angegebene Lohn der CEO von CS und UBS bewegt sich schätzungsweise im Rahmen von 40 Millionen Franken, was sie an die nationale Spitze der Abzocker katapultiert. Die Lohnschere öffnet sich bei der UBS weiter, bei der CS hingegen ging sie ein wenig zurück.

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30. April 2007, Bruno Keller, Managerlöhne Drucker-icon

Managerlöhne und Lohnschere: Lohnschere öffnet sich ungebremst

Die skandalösen Managerlöhne sind in aller Munde. Auch weite Teile der Bevölkerung stören sich an den horrenden Managersalären. Die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstlohn nimmt ungebremst zu. Travail.Suisse warnt vor dieser fatalen Entwicklung und fordert die Unternehmen auf, die Lohnschere zu schliessen und somit einen Beitrag zur Sicherung des sozialen Friedens zu leisten. Die unteren Löhne sollen ebenfalls von der gesteigerten Produktivität profitieren.

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PD Lohnschere öffnet sich ungebremst.doc 45 KB

25. April 2007, Bruno Keller, Managerlöhne Drucker-icon

Nestlé: Brabeck zockt ab

Nestlé-CEO und Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck-Lemanthe ist lohntechnisch gesehen nicht zu bremsen. In den letzten vier Jahren hat sich sein Salär beinahe verdoppelt und beläuft sich heute auf Schwindel erregende 17.5 Millionen Franken. Damit öffnet sich die Lohnschere bei Nestlé auf 1: 348. mehr

Der im Doppelamt als Verwaltungsratspräsident und CEO regierende Brabeck liess sich im Geschäftsjahr 2006 17.5 Millionen Franken gutschreiben. Damit erhöhte er sich sein Salär innerhalb zweier Jahre um fast 30 Prozent. In diesem Lohn noch nicht enthalten sind seine Bezüge als Verwaltungsrat bei anderen Firmen wie Roche, Credit Suisse oder L’Oréal. Die Fähigkeit Brabecks, auf so vielen Hochzeiten gleichzeitig eine zentrale Rolle zu spielen, ist bewundernswert, doch spiegelt sich darin auch die Vetternwirtschaft beim Topmanagement wieder. Im Sinne der Corporate-Governance-Richtlinien sind diese Verflechtungen jedoch untragbar.

Auch Konzernleitung zockt mit
Der Chef steht als Abzocker bei Nestlé nicht allein da. Auch die Mitglieder der Konzernleitung tun es ihm gleich. Ihre durchschnittliche Vergütung erhöhte sich im letzten Jahr um 9 Prozent auf 4 Millionen Franken. Somit steigerte sich ihr Salär innerhalb der letzten vier Jahre um 57 Prozent. Zudem konnten auch die Aktionäre vom florierenden Geschäftsgang profitieren. Die Dividende stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent an.

Brabeck verdient 348 mal mehr
Die Lohnschere, die Differenz zwischen Tiefst- und Höchstlohn einer Unternehmung, stieg um 4 Prozent auf 1: 348. Dieses Verhältnis ist beängstigend und kann nicht gerechtfertigt werden. Travail.Suisse kritisiert daher die Lohnpolitik von Nestlé scharf. Bei Rekordgewinnen und grossen Effizienzsteigerungen gilt es auch die Saläre der Mitarbeitenden in den unteren Lohnklassen zu erhöhen. Denn während im letzten Geschäftsjahr sowohl die Teppichetage des Konzerns als auch das Aktionariat die Bezüge stark steigern konnten, stieg die Entlöhnung pro Mitarbeitenden (Lohnaufwand/Anzahl Mitarbeitende) nur um 3 Prozent an.

17. April 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon