Themen – Arbeit – Managerlöhne

Novartis: Der Lohnwahnsinn geht weiter!

Während sich die ganze Schweiz auf den Bonusskandal bei der UBS konzentriert, kassieren in anderen Unternehmen die Top-Manager ungeniert weiter ab. So auch bei der Novartis. Deren Managerlöhne kennen weiterhin nur eine Richtung: steil nach oben. Die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und Daniel Vasellas Lohn öffnet sich auf einen skandalösen neuen Höchstwert von 1 zu 747. mehr

Während 2007 der Lohn für Daniel Vasella wegen der gefallenen Aktienkurse noch leicht rückläufig war, stieg er im letzten Jahr trotz weiteren Kursverlusten wieder massiv an. Die tieferen Aktienkurse wurden durch einen mehr als doppelt so grossen Aktienbonus mehr als wettgemacht. Von bereits unverschämten 34 Millionen Franken stiegen Vasellas Bezüge auf ungeheuerliche 40 Millionen Franken an, dies entspricht einer Lohnerhöhung von 20 Prozent.

Auch die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn der Konzernleitung hat sich weiter geöffnet. Der Zuwachs beträgt hier 9 Prozent auf ein Verhältnis von 1 zu 183, während das Verhältnis zwischen Tiefstlohn und der Durchschnittsentschädigung für ein Verwaltungsratsmitglied für 2008 1 zu 10 beträgt, ein Zuwachs von 2 Prozent.

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Entschädigungen Novartis 02-081.doc 70 KB

24. Februar 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Managerlöhne: Jetzt muss gehandelt werden!

Die hohen Managerlöhne sind nicht erst seit dem Platzen der Hypothekenblase ein Problem. Seit Jahren weist Travail.Suisse auf die Lohnexzesse in den Teppichetagen hin. Mittlerweile liegen verschiedene Vorschläge zur Eindämmung dieser Übertreibungen auf dem Tisch. Und im Ausland sind auch schon Massnahmen ergriffen worden. Im Folgenden ein Überblick.

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PD Managerlöhne - jetzt muss gehandelt werden.doc 38 KB

23. Februar 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

UBS: Affront gegenüber dem Steuerzahler

Trotz einem Verlust von 19.7 Milliarden Franken und trotz mehr als 50 Milliarden Franken Staatsgeldern zahlt die UBS immer noch über 2.2 Milliarden Franken Boni. Während 1 Milliarde Franken davon durch vertragliche Zusicherungen geschuldet ist, werden 1.2 Milliarden Franken von der UBS frei verteilt. Ein unhaltbarer Affront gegenüber dem Steuerzahler. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, fordert deshalb die Rückkehr zu Fixlöhnen, um diesen Bonus-Wahnsinn endlich zu stoppen. mehr

Die Finanzkrise hat die UBS weiterhin im Würgegriff, die von der Bank heute präsentierten Zahlen sind katastrophal schlecht. Ein Verlust von 19.7 Mrd. Franken, eine Milliarde Franken an abgeflossenen Kundengeldern und der Abbau von 5’777 Stellen spiegeln das schlechteste Jahr in der Geschichte der UBS wider.

Realitätsfremd und unverschämt
Trotzdem leistet sich die Bank auch in diesem Jahr ein Bonussystem, das mit 2.2 Milliarden Franken weiterhin sehr grosszügig ausfällt, entspricht dies doch einem Pro-Kopf-Bonus von 27’705 Franken. Während eine Milliarde Franken davon durch vertragliche Zusicherungen durch die UBS geschuldet sind, wird mit 1.2 Milliarden Franken mehr als die Hälfte von der UBS freiwillig verteilt. Travail.Suisse erachtet solche Bonuszahlungen angesichts der Krise, in der sich die UBS befindet, als unhaltbar, nicht zuletzt gegenüber dem Steuerzahler.

Das Märchen vom Leistungslohn
Besonders fällt auch die veränderte Argumentation zur Rechtfertigung der Bonuszahlungen auf. Wurde früher damit argumentiert, dass Leistung (unverhältnismässig hoch) honoriert werden müsse, geht es laut der FINMA nun darum, die Abwanderung von Bankern zu anderen Banken zu verhindern. Der Bonus als Leistungslohn dürfte somit wohl endgültig als Märchen entlarvt sein. Travail.Suisse fordert daher endlich eine Rückkehr zu fairen Fixlöhnen ohne unverhältnismässige und ungerechtfertigte Bonuszahlungen.

10. Februar 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Aktienrechtsrevision: Strengere Regelungen

Aktienrechtsrevision: Strengere Regelungen Im Moment ist im Parlament die Revision des Aktienrechts am Laufen. Im Rahmen dieser Revision sollen die Kontrollmöglichkeiten der Aktionäre gegenüber dem Verwaltungsrat verbessert werden. Die diesbezüglichen Vorschläge gehen Travail.Suisse aber noch zu wenig weit. mehr

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PD Aktienrechtrechtsrevision - strengere Regelungen.doc 38 KB

09. Dezember 2008, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Managerlöhne: Es braucht mehr Regulierung!

Travail.Suisse ist enttäuscht, dass der Bundesrat die sich ihm bietende Chance zu einer Verschärfung des Aktienrechts nicht genutzt hat. Daher unterstützt Travail.Suisse auch weiterhin die Abzockerinitiative und stellt weitere Forderungen im Hinblick auf die Eindämmung der Lohnexzesse im Topmanagement. mehr

Durch die Finanzkrise sind die Managerlöhne verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit gelangt. Solche Lohnexzesse sind jedoch kein neues Phänomen, bereits seit Jahren bedienen sich diese Manager schamlos selbst. Die Folge ist eine sich immer weiter und immer stärker öffnende Lohnschere zwischen den Löhnen im Topmanagement und denjenigen der einfachen Angestellten. Travail.Suisse weist in der eigenen Managerlohnstudie bereits seit Jahren auf diesen Missstand hin und fordert die Aufnahme von stärkeren Kontrollmechanismen in die laufende Aktienrechtsrevision.

Abzockerinitiative – Griffige Kontrollmechanismen
Aus diesem Grund unterstützt Travail.Suisse auch die Forderungen der Abzockerinitiative. Diese bietet eine Reihe von guten Massnahmen zur Eindämmung der Lohnexzesse an der Unternehmensspitze. Dazu gehört die Forderung, dass sowohl die Löhne der Verwaltungsräte wie auch jene der Geschäftsleitungsmitglieder zwingend vor die Generalversammlung gehören und von dieser genehmigt werden müssen. Ebenfalls richtig ist die Forderung nach einem Verbot von jeglichen Abgangsentschädigungen und ähnlichen Zahlungen wie auch von Sonderprämien beim Stellenantritt.

Aktienrechtsrevision – zu wenig Biss
Zuwenig weit geht hingegen die laufende Revision des Aktienrechtes. So ist etwa nur die zwingende Abstimmung der Generalversammlung über die Löhne der Verwaltungsräte vorgesehen, die weitaus höheren Saläre der Geschäftsleitungsmitglieder kommen ungeschoren davon. Dies ist so nicht akzeptabel, es braucht dringend stärkere Kontrollmechanismen, um dieser Bonus-Gier entschlossen entgegentreten zu können. Deshalb fordert Travail.Suisse den Einsitz von Arbeitnehmervertretern in den Verwaltungsrat sowie eine gesetzliche Regelung, die den gleichen Lohnzuwachs auf allen Stufen einer Unternehmung garantiert.

05. Dezember 2008, José Balmer, Brücke-Le pont und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon