Themen – Arbeit – Managerlöhne

Lohndeckel für Krisen-Banker: Chance verpasst – Ständerat zaudert

Der Ständerat hatte an seiner heutigen Sitzung die Chance, ein Zeichen zu setzen und den weiterhin übermässig hohen Löhnen der UBS einen Deckel aufzusetzen. Zum Bedauern von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden, hat der Ständerat allerdings im entscheidenden Moment den Mut verloren und entschieden, über die Saläre der Banker nicht zu entscheiden – eine diesbezügliche Motion der WAK wurde wieder dorthin zurückgewiesen. mehr

Vor etwas mehr als zwei Monaten hat der Nationalrat mehr Mut bewiesen als der Ständerat an seiner heutigen Sitzung. Während der Nationalrat die Motion seiner WAK zu einer Beschränkung der Löhne für die auf Staatshilfe angewiesene UBS gutgeheissen hat, hat der Ständerat heute entschieden, dass er darüber nicht entscheiden will.

Anstelle die Chance zu nutzen und ein Zeichen gegen die weiterhin exorbitanten Löhne der durch die Wirtschaftskrise arg gebeutelten UBS zu setzen – bereits sollen die Fixlöhne der Investmentbanker um bis zu 50 Prozent angehoben werden – verlässt die kleine Kammer offensichtlich der Mut. Mit 21 zu 17 Stimmen wurde die Motion wieder an die WAK zurückgesandt. Für Travail.Suisse ist dieses Zaudern, diese Nicht-Entscheidun, unverständlich und äusserst enttäuschend.

27. Mai 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Die Berufung von Frauen in die Geschäftsleitung ist für die schweizerischen Unternehmen überlebenswichtig

Eine von Travail.Suisse durchgeführte Untersuchung der Managerlöhne ergibt, dass sich die Situation in den hohen Sphären der Geschäftsleitung der grossen schweizerischen Unternehmen kaum geändert hat: Frauen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat sind immer noch die Ausnahme. Die Unternehmen würden von einer Geschlechterdurchmischung in den Direktionsetagen aber nur profitieren. Das Beispiel von Island illustriert das schmerzhafte Scheitern einer traditionellen, rein männlichen Führung.

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PD Die Berufung von Frauen in die Geschäftsleitung - eine Überlebensfrage.doc 41 KB

25. Mai 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Maschinenindustrie: Wo die Managerlöhne munter weitersteigen

Für die Maschinenindustrie war 2008 kein schlechtes Jahr. Kurz bevor auch sie endgültig von der Wirtschaftskrise erreicht wurde, konnte sie teilweise gar Rekordergebnisse präsentieren. Doch nicht nur die Kennzahlen der Konzerne erreichen neue Rekordhöhen, auch die Managerlöhne fielen 2008 rekordverdächtig hoch aus. Die von Travail.Suisse berechneten Lohnscheren erreichen Spannweiten von bis zu 1 zu 427 – unhaltbare Zustände für einen Wirtschaftszweig, der eigentlich auf solider, ehrlicher Arbeit beruht.

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PD Wo die Managerlöhne munter weitersteigen.doc 104 KB

11. Mai 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

SwissLife: Massive Lohnerhöhungen in der Konzernleitung

Seit 2002 ist der Lohn der Konzernleitungsmitglieder der SwissLife um 155 Prozent angestiegen. Die von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden, anlässlich der heutigen Generalversammlung der SwissLife berechneten Lohnscheren weisen dementsprechend für diese sieben Jahre eine Öffnung um unglaubliche 139 Prozent aus. Dies entspricht für 2008 einer Lohnschere mit dem Verhältnis von 1 zu 54. mehr

Seit 2002 ist der Lohn, den ein Konzernleitungsmitglied der SwissLife erhält, um 155 Prozent angestiegen: Von durchschnittlich 1.1 Millionen Franken im Jahr 2002 auf 2.9 Millionen Franken für das Jahr 2008. Eine äusserst bedenkliche Entwicklung, die zu einer massiven Öffnung der Lohnschere – dem Unterschied zwischen dem tiefsten Lohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied – von 139 Prozent geführt hat. Die von Travail.Suisse berechnete Lohnschere für 2008 weist ein Verhältnis von 1 zu 54 auf, 2002 lag dieses Verhältnis noch bei 1 zu 23.

Durch den Wechsel von Rolf Dörig zu Bruno Pfister an der Unternehmensspitze hat sich die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Höchstlohn von 1 zu 103 auf 1 zu 77 vorübergehend geschlossen. Wie nachhaltig dieser Lohnrückgang ist, wird sich zeigen, sobald die Zahlen für das Geschäftsjahr 2009 vorliegen. Travail.Suisse wird auch dann wieder ein kritisches Auge auf die Managerlöhne werfen.

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Entschädigungen SwissLife1.doc 69 KB

07. Mai 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

ABB: Weiterhin goldene Zeiten für Manager

Vier Monate war Joe Hogan 2008 für die ABB tätig. Vier Monate, für die er insgesamt 19.2 Millionen Franken erhielt. 13.5 Millionen davon gar bereits vor Stellenantritt in Form eines überaus üppigen Antrittsbonus. Doch nicht nur Hogan konnte 2008 richtig abkassieren. Der Lohn pro Konzernleitungsmitglied stieg um unglaubliche 70 Prozent an. Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, berechnet zur heutigen Generalversammlung der ABB die Lohnscheren zwischen dem Tiefstlohn und den Löhnen der Top-Manager des Konzerns. mehr

Seit September 2008 hat die ABB mit Joe Hogan einen neuen CEO. Für Hogan hat sich diese neue Stelle bereits vor Arbeitsbeginn bezahlt gemacht, denn die ABB vergoldete ihm den Stellenwechsel mit einem Antrittsbonus (auch als Golden Hello bekannt) von über 13.5 Millionen Franken. Insgesamt erhielt Hogan für die 4 Monate, die er 2008 für die ABB tätig war, 19.2 Millionen Franken. Die von Travail.Suisse berechnete Lohnschere zwischen dem tiefsten Lohn und dem Lohn von Hogan weist ein Verhältnis von unglaublichen 1: 427 auf.

Im Fahrtwind von Hogan konnten aber auch die restlichen Mitglieder der Konzernleitung der ABB kräftig zulegen. Der Durchschnittslohn stieg um 70 Prozent auf 7.1 Millionen Franken, die daraus resultierende Lohnschere weist ein Verhältnis von 1: 158 auf. Seit 2002 hat sich diese Lohnschere somit um 264 Prozent geöffnet, das Verhältnis zwischen Tiefst- und Höchstlohn gar um 478 Prozent. Lohnexzesse im Management sind also bei weitem nicht nur ein Problem der Finanz- oder der Pharmabranche, auch die MEM-Industrie ist an vorderster Front mit dabei.

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Entschädigungen ABB.doc 70 KB

05. Mai 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon