Themen – Arbeit – Managerlöhne

Credit Suisse: Weiterhin fürstliche Saläre für das Topmanagement

Trotz massiven Verlusten befinden sich die Saläre der Topmanager der Credit Suisse weiterhin auf einem unverschämt hohen Niveau. Im Durchschnitt erhielt ein Konzernleitungsmitglied 9.3 Millionen Franken. Die höchste Vergütung betrug gar 20.8 Millionen Franken. Die von Travail.Suisse anlässlich der heutigen Generalversammlung der Credit Suisse errechnete Lohnschere zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn zeugt mit einem Verhältnis von 1 zu 434 von einer weiterhin anhaltenden Masslosigkeit an der Spitze der Grossbank. mehr

Im vergangenen Jahr musste die Credit Suisse einen Verlust von unglaublichen 8.2 Milliarden Franken vermelden. Ein Resultat, das eigentlich keinerlei Bonus für die Teppichetage rechtfertigen würde. Tatsächlich bezahlte die Credit Suisse aber trotz allem einigen Konzernleitungsmitgliedern noch Boni über insgesamt 40,5 Millionen Franken. Darin noch nicht eingerechnet sind Antrittsboni über weitere 42.6 Millionen Franken. Es kann somit nicht weiter erstaunen, dass die Konzernleitungsmitglieder im Durchschnitt mit 9.3 Millionen Franken immer noch mehr als nur fürstlich entlöhnt werden.

Dementsprechend weit geöffnet sind auch die von Travail.Suisse errechneten Lohnscheren. Das Verhältnis zwischen dem tiefsten Lohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied beträgt 1 zu 195. Das Verhältnis zwischen dem tiefsten Lohn und dem höchsten ausgewiesenen Lohn (20.8 Millionen Franken für Kai Nargolwala) beträgt gar 1 zu 434.

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Entschädigungen Crédit Suisse 02-08.doc 75 KB

24. April 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Nestlé: 47 Prozent mehr Lohn für Konzernleitungsmitglieder

Seit 2002 sind die Durchschnittslöhne der Konzernleitungsmitglieder der Nestlé um 47 Prozent gestiegen. Für 2008 entsprach dies einem Lohn von über 4 Millionen Franken pro Konzernleitungsmitglied. Nochmals deutlich mehr erhielten Verwaltungsratspräsident und ex-CEO Peter Brabeck und CEO Peter Bulcke. Die von Travail.Suisse errechneten Lohnscheren sind dementsprechend alarmierend weit geöffnet. Travail.Suisse fordert die Nestlé am Tage ihrer Generalversammlung zu einer Rückkehr zur Vernunft auf. mehr

Bereits im Jahr 2002 verdienten die Konzernleitungsmitglieder mit einem Durchschnittslohn von 2.8 Millionen Franken 53mal mehr als ihre Mitarbeiter mit den tiefsten Löhnen. Eine bereits damals unerhört weit geöffnete Lohnschere. In den letzten 7 Jahren hat sich die Situation in keiner Weise verbessert. Im Gegenteil, seit 2002 hat sich die Lohnschere zwischen dem tiefsten Lohn und dem Durchschnittslohn der Konzernleitung um 47 Prozent auf unsägliche 1: 78 geöffnet. Für 2008 entspricht dies einem Lohn von über 4 Millionen Franken pro Konzernleitungsmitglied. Unglaubliche Werte, die für Travail.Suisse weit jenseits von Gut und Böse liegen.

Auch an der Unternehmensspitze sind die Lohnscheren unsäglich weit geöffnet. Die 14.8 Millionen Franken für Peter Brabeck entsprechen einer Lohnschere von 1: 285, CEO Paul Bulcke erhielt für 2008 einen Lohn von 8.9 Millionen Franken, die daraus berechnete Lohnschere weist ein Verhältnis von 1: 172 aus. Lohnscheren, die in dieser Höhe für Travail.Suisse absolut inakzeptabel sind.

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Entschädigungen Nestle1.doc 69 KB

23. April 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Swisscom: Weitere Lohnerhöhungen für die Manager

Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, nimmt die heutige Generalversammlung der Swisscom zum Anlass, aktuelle Ergebnisse ihrer Managerlohnstudie zu präsentieren. Der Vergleich der Managerlöhne bei der Swisscom über die letzten sieben Jahre hinweg zeigt auf, dass sich die Lohnscheren wenn auch langsam, so doch kontinuierlich geöffnet haben. Eine Entwicklung, die gestoppt werden muss. mehr

Erstmals klettert der Durchschnittslohn für ein Konzernleitungsmitglied der Swisscom über die Grenze von einer Million Franken. Dadurch öffnet sich auch die Lohnschere ein weiteres Mal. Das Verhältnis zwischen dem tiefsten Lohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied beträgt für 2008 1 zu 22, gegenüber dem Vorjahr eine Erhöhung von 14 Prozent. Seit 2002 hat sich die Lohnschere gar um 22 Prozent geöffnet.

Auch Carsten Schloter konnte wieder zulegen. Nach 1.7 Millionen Franken als Lohn für 2007 erhielt er für das vergangene Jahr gar 1.8 Millionen Franken. Das Verhältnis seines Lohnes zum tiefsten Lohn im Unternehmen beträgt nun 1 zu 40. Seit 2002 hat sich somit die Lohnschere zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn der Swisscom um insgesamt 13 Prozent geöffnet.

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Entschädigungen Swisscom 02-08.doc 65 KB

21. April 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Aktienrechtsrevision: Arbeitnehmer im Verwaltungsrat – ein europäischer Vergleich

In den vergangenen Jahren ist der Wert der Arbeit in den Schatten eines zu stark auf Rendite und kurzfristige Gewinne ausgerichtetes Denken geraten. Die Folgen solchen von Profitgier und Eigennutz geleiteten Handelns sind heute deutlich sichtbar. Travail.Suisse fordert deshalb ein Umdenken in der Gestaltung der Corporate Governance. Arbeitnehmende müssen ein stärkeres Mitspracherecht bei Unternehmensentscheiden erhalten. Eine Übersicht über die Regelungen zu Arbeitnehmervertretern in Aufsichts- und Verwaltungsräten in sieben europäischen Ländern zeigt auf, dass die Schweiz in dieser Beziehung noch viel aufzuholen hat.

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PD Aktienrecht - Ländervergleich Mitbestimmung.doc 40 KB

20. April 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

UBS: Die Zeche bezahlen die Angestellten

Die UBS befindet sich weiterhin in Schieflage. Anlässlich der gestrigen Generalversammlung musste die Grossbank wiederum katastrophale Zahlen ankünden. Angekündigt wurde auch ein weiterer drastischer Stellenabbau. In der Schweiz sollen 2’500 Stellen verschwinden, bis zu 1’500 davon durch Entlassungen. Unbeeindruckt davon gönnen sich die Top-Manager weiterhin Löhne in Millionenhöhe. Selber abkassieren und die Angestellten dafür bezahlen lassen – für Travail.Suisse ist ein solches Gebaren absolut unakzeptabel. mehr

Die Fieberkurve der UBS schlägt weiterhin deutlich aus, wiederum musste die Bank miserable Resultate ankünden, ein weiteres Mal zerplatzt die Hoffnung auf baldige Genesung einer Seifenblase gleich.

Um endlich wieder Boden unter die Füsse zu kriegen, verschreibt sich die UBS selbst eine drastische Kur und will Einsparungen von 3.5 bis 4 Milliarden Franken realisieren. Die Rechnung dafür geht einmal mehr an die einfachen Angestellten. Bis Ende 2010 will die UBS weltweit 8’700 Stellen abbauen, 2’500 davon in der Schweiz. Dies hat bis zu 1’500 Entlassungen zur Folge. 1’500 Angestellte, die für die Fehler ihrer weiterhin mit Millionengagen bezahlten Top-Manager den Kopf hinhalten müssen.

Denn trotz der Schieflage, in der sich die UBS momentan befindet, erhält ein Konzernleitungsmitglied im Durchschnitt weiterhin 2.5 Millionen Franken an Lohn. Für Travail.Suisse ist dies ein unhaltbarer, skandalöser Zustand. Es kann nicht angehen, dass auf der einen Seite aus Kostengründen 2’500 Stellen gestrichen werden, während sich die Konzernleitung weiterhin solche überrissenen Löhne gönnt.

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Entschädigungen UBS 02-08.doc 70 KB

16. April 2009, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik und Matthias Humbel, transfair Drucker-icon