Themen – Arbeit – Managerlöhne

Managerlöhne bremsen – Arbeitnehmende stärken

Die Managerlöhne sind zu einem öffentlichen Ärgernis geworden, sie bergen beachtlichen gesellschaftlichen Zündstoff und sie gefährden den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. Für Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, ist klar, dass mit der laufenden Aktienrechtsrevision Lösungen gefunden werden müssen, die die unerwünschten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Vergütungsentwicklung in den Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen reduzieren.

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24. August 2009, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Managerlohnstudie 2008: Das Lohnkartell trotzt der Krise

Geleitet von ihrer Bonusgier haben die Topmanager aus der Finanzbranche die Weltwirtschaft auf direktem Weg in eine der bisher grössten Krisen geführt. Doch noch immer liegen in ihren Reihen Lohnerhöhungen von bis zu 70 Prozent im Bereich des Möglichen. Anlässlich einer Medienkonferenz in Bern hat Travail.Suisse heute die Ergebnisse einer entsprechenden Untersuchung präsentiert. mehr

Zum fünften Mal in Folge hat Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, die Saläre von Geschäftsleitungs- und Verwaltungsratsmitgliedern in 27 Schweizer Konzernen untersucht 1. Die Ergebnisse zeigen, dass sich als Folge der Wirtschaftskrise in einigen Unternehmen die Lohnscheren schliessen. Die Gründe dafür liegen allerdings oftmals bei den sinkenden Aktienkursen sowie beim Wegfallen von Sonderzahlungen im Vorjahr. Und in einigen Unternehmen steigen die Löhne immer noch massiv an. Auch heute noch sind offenbar Lohnerhöhungen von 30, 50 oder gar 70 Prozent durchaus möglich.

Das Problem der ausser Kontrolle geratenen Managerlöhne reduziert sich längst nicht nur auf einige wenige schwarze Schafe. Insgesamt verdienen in zehn Unternehmen einzelne Manager oder gar ganze Konzernleitungen mehr als das 100fache ihre Angestellten.

Die Travail.Suisse-Lohnschere 2008 geht an die ABB

Wie jedes Jahr verleiht Travail.Suisse demjenigen Unternehmen, in dem sich innerhalb eines Jahres die Lohnschere zwischen dem tiefsten im Unternehmen bezahlten Lohn und dem Durchschnittslohn eines Konzernleitungsmitgliedes am weitesten geöffnet hat, die Travail.Suisse-Lohnschere. Die Nachfolge der Helvetia, der letztjährigen Gewinnerin, tritt in diesem Jahr die ABB an. Innert nur einem Jahr hat sich im Maschinenindustriekonzern diese Lohnschere um nicht weniger als 70 Prozent geöffnet.

In nur sieben Jahren: Lohnscheren öffnen sich um über 70 Prozent

Seit 2002 stiegen die Löhne der Konzernleitungsmitglieder um durchschnittlich 83 Prozent an. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Nominallöhne der Schweizer Arbeitnehmenden um gerade einmal 8.4 Prozent. Dies führt dazu, dass sich die Lohnschere zwischen dem Tiefstlohn und dem Durchschnittslohn pro Konzernleitungsmitglied um unglaubliche 72 Prozent geöffnet hat. Einzig in fünf Unternehmen hat sich in den letzten Jahren diese Lohnschere geschlossen. In allen andern Unternehmen haben sich die Lohnscheren um bis zu 264 Prozent geöffnet.

Travail.Suisse fordert strengere Regelungen

Die von Wirtschaftsseite über Jahre propagierte Selbstregulierung ist gescheitert. Die Zustimmungsquote von gemäss neusten Umfragen 75 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger für die Abzockerinitiative zeigt, dass für die Bevölkerung die Grenze des Anstandes überschritten ist. Und auch die Politik reagiert nun mittels der Revision des Aktien- und Rechnungslegungsrechts mit staatlichen Regelungen. Für Travail.Suisse gehen diese Regelungen aber entschieden zu wenig weit. Insbesondere in folgenden Bereichen sind noch dringend Nachbesserungen nötig:

- Beseitigung von falschen Anreizen: Begrenzung der Boni und Verbot von Abgangs- und Antrittsentschädigungen.
- Transparenz erhöhen: Offenlegung von Entschädigungen aller VR- und aller Konzernleitungsmitglieder einzeln im Geschäftsbericht und Abstimmung an GV über Entschädigungen von VR und Management.
- Lohnkartell aufbrechen – Arbeitnehmende in den Verwaltungsrat.

Es braucht jetzt griffige Regelungen, um den Bonuswahn schnellstmöglich zu stoppen.

Weitere Informationen sowie Fotos zu Lohnschere und Plakat „Lohnkartell“ abrufbar unter www.travailsuisse.ch

Für weitere Auskünfte:
Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse, Tel: 079/743 90 05
Kurt Regotz, Vizepräsident Travail.Suisse & Präsident Syna, Tel: 079/617 62 94

1 Die Studie umfasst 27 Schweizer Unternehmen verschiedener Branchen und liefert Resultate für die Jahre 2002 bis 2008.

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PK 150609 Text M Flügel.doc 45 KB

PK 150609 Text K Regotz.doc 28 KB

PK 150609 Text M Humbel.doc 40 KB

Beilagen 2009.pdf 139 KB

15. Juni 2009, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon

Lohndeckel für Krisen-Banker: Chance verpasst – Ständerat zaudert

Der Ständerat hatte an seiner heutigen Sitzung die Chance, ein Zeichen zu setzen und den weiterhin übermässig hohen Löhnen der UBS einen Deckel aufzusetzen. Zum Bedauern von Travail.Suisse, der unabhängigen Dachorganisation der Arbeitnehmenden, hat der Ständerat allerdings im entscheidenden Moment den Mut verloren und entschieden, über die Saläre der Banker nicht zu entscheiden – eine diesbezügliche Motion der WAK wurde wieder dorthin zurückgewiesen. mehr

Vor etwas mehr als zwei Monaten hat der Nationalrat mehr Mut bewiesen als der Ständerat an seiner heutigen Sitzung. Während der Nationalrat die Motion seiner WAK zu einer Beschränkung der Löhne für die auf Staatshilfe angewiesene UBS gutgeheissen hat, hat der Ständerat heute entschieden, dass er darüber nicht entscheiden will.

Anstelle die Chance zu nutzen und ein Zeichen gegen die weiterhin exorbitanten Löhne der durch die Wirtschaftskrise arg gebeutelten UBS zu setzen – bereits sollen die Fixlöhne der Investmentbanker um bis zu 50 Prozent angehoben werden – verlässt die kleine Kammer offensichtlich der Mut. Mit 21 zu 17 Stimmen wurde die Motion wieder an die WAK zurückgesandt. Für Travail.Suisse ist dieses Zaudern, diese Nicht-Entscheidun, unverständlich und äusserst enttäuschend.

27. Mai 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon

Die Berufung von Frauen in die Geschäftsleitung ist für die schweizerischen Unternehmen überlebenswichtig

Eine von Travail.Suisse durchgeführte Untersuchung der Managerlöhne ergibt, dass sich die Situation in den hohen Sphären der Geschäftsleitung der grossen schweizerischen Unternehmen kaum geändert hat: Frauen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat sind immer noch die Ausnahme. Die Unternehmen würden von einer Geschlechterdurchmischung in den Direktionsetagen aber nur profitieren. Das Beispiel von Island illustriert das schmerzhafte Scheitern einer traditionellen, rein männlichen Führung.

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PD Die Berufung von Frauen in die Geschäftsleitung - eine Überlebensfrage.doc 41 KB

25. Mai 2009, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Maschinenindustrie: Wo die Managerlöhne munter weitersteigen

Für die Maschinenindustrie war 2008 kein schlechtes Jahr. Kurz bevor auch sie endgültig von der Wirtschaftskrise erreicht wurde, konnte sie teilweise gar Rekordergebnisse präsentieren. Doch nicht nur die Kennzahlen der Konzerne erreichen neue Rekordhöhen, auch die Managerlöhne fielen 2008 rekordverdächtig hoch aus. Die von Travail.Suisse berechneten Lohnscheren erreichen Spannweiten von bis zu 1 zu 427 – unhaltbare Zustände für einen Wirtschaftszweig, der eigentlich auf solider, ehrlicher Arbeit beruht.

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PD Wo die Managerlöhne munter weitersteigen.doc 104 KB

11. Mai 2009, Matthias Humbel, transfair Drucker-icon