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Das Klima und die Beschäftigung sollen gewinnen – nicht die Energielobby

Travail.Suisse ist enttäuscht über die “neue” Energiepolitik des Bundesrates. Sie bleibt vage, ohne verpflichtende Ziele in Bezug auf die Energieeffizienz und die erneuerbaren Energien und setzt – wie zu erwarten war – weiterhin auf die Kernenergie. Bedauerlich ist, dass sich die Landesregierung keine Gedanken zur Verbindung zwischen Energie und Beschäftigung macht. mehr

Um die Energieversorgung der Schweiz auch in Zukunft sicher zu stellen, sollte der Bundesrat den Mut haben, auf die Kernkraft zu verzichten. Der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie würde uns veranlassen, schnell die nötigen Energiesparmassnahmen zu ergreifen und die erneuerbaren Energien nachdrücklich zu fördern. Nur eine solche Strategie ist geeignet, um wirkungsvoll gegen die Klimaerwärmung zu kämpfen und die nachhaltige Energieversorgung der Schweiz zu gewährleisten. Da es nicht möglich sein wird, in der erforderlichen Frist allen aus Kernenergie gewonnenen elektrischen Strom zu ersetzen, kann für eine Übergangsphase der Bau von Gaskraftwerken ins Auge gefasst werden, unter der Voraussetzung allerdings, dass diese ihren CO2-Ausstoss kompensieren.

Travail.Suisse bedauert ausserordentlich, dass der Bundesrat keine konkreten Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Förderung erneuerbarer Energien beschlossen hat und wartet nun mit Spannung auf die in Aussicht gestellten Vorschläge auf Gesetzes- und Verordnungsstufe. Travail.Suisse erwartet, dass:

- der Minergiestandard in der Schweiz obligatorisch wird. Die Sanierung des Schweizer Gebäudeparks würde viele Arbeitsplätze schaffen und erlauben, mehrere Hundert Millionen Franken, die eute für den Import von Gas und Heizöl ausgegeben werden, einzusparen.

- die Rahmenbedingungen (CO2-Abgabe, Ziele für erneuerbare Energien, Steueranreize usw.) grundlegend geändert werden im Hinblick auf die Verdoppelung des Angebots an erneuerbaren Energien in den nächsten Jahrzehnten. Dass dies möglich ist, zeigt eine kürzlich durchgeführte Studie der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften. Die Schweiz muss jetzt schnell und substanziell in saubere Energien (Sonnenkollektoren udn Photovoltaik, Holz, Biomasse usw.) investieren. Nur so kann sie den heutigen Rückstand gegenüber anderen europäischen Ländern aufholen und wirksam gegen die Klimaerwärmung kämpfen. Gleichzeitig wird sie mit diesem Vorgehen viele neue, qualifizierte und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen.

22. Februar 2007, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Ein neues Kernkraftwerk? Unnötig und nicht im Interesse der Arbeitsplätze

Der Bundesrat hat an seiner heutigen Sitzung über die energiepolitische Zukunft der Schweiz diskutiert und in Aussicht gestellt, dass er nächstens die entsprechenden Entscheide fassen wird. Travail.Suisse ist gegen den Bau eines neuen Kernkraftwerkes. Die Energieversorgung kann durch die Senkung des Energieverbrauchs und die Förderung erneuerbarer Energien gewährleistet werden. mehr

In rund 20 Jahren müssen die Kernkraftwerke, die 40 Prozent des elektrischen Stroms produzieren, abgeschaltet werden. Die Schweiz muss deshalb möglichst rasch darüber entscheiden, mit welcher Energie sie sich in Zukunft versorgen will.

Travail.Suisse lehnt den Vorschlag, die Betriebsdauer von bereits bestehenden Kernkraftwerken zu verlängern, aus Sicherheitsgründen ab und ist auch gegen den Bau eines neuen Kernkraftwerkes. Gaskraftwerke sind ebenfalls keine nachhaltige Lösung, da sie sehr viel CO2 ausstossen, was einer glaubwürdigen Klimapolitik widerspricht. Sie können deshalb höchstens als Übergangslösung ins Auge gefasst werden.

Die schrittweise Stilllegung der Kernkraftwerke ist als Chance zu betrachten für eine Entwicklung in Richtung einer 2000-Watt-Gesellschaft, in der drei Viertel der erforderlichen Energie aus erneuerbaren Quellen kommt.

In den nächsten 20 Jahren werden wir die 2000-Watt-Gesellschaft noch nicht erreichen. Mit dem entsprechenden politischen Willen und wenn man die Aufgabe sofort anpackt, ist es aber möglich, den Grossteil des aus Kernenergie gewonnenen Stroms durch eine Senkung des Energieverbrauchs einerseits und die Förderung erneuerbarer Energien andererseits zu ersetzen. Der Energieverbrauch kann gesenkt werden, indem die Elektrospeicherheizungen verboten, eine effiziente Beleuchtung benutzt und nur noch jene Haushaltsgeräte, die am wenigsten Energie brauchen (Klasse A+ und A), verkauft werden. Die Entwicklung der erneuerbaren Energien erfolgt vor allem über die Wärmekraftkoppelung, den Import von Windenergie und die Photovoltaik.

Die Beschäftigung ins Zentrum der Energiedebatte stellen
Die Debatte über die Energiezukunft der Schweiz muss unbedingt die Beschäftigung einbeziehen. Vor jeder Entscheidung, namentlich jener des Baus eines neuen Kernkraftwerks oder des Baus von Gaskraftwerken, muss der Bundesrat eine externe und neutrale Untersuchung erstellen lassen, welche die Auswirkungen aufzeigt, die der Bau von neuen Kraftwerken einerseits und die Senkung des Energieverbrauchs und die Förderung erneuerbarer Energien andererseits auf die Beschäftigung hätten. Travail.Suisse ist überzeugt, dass der Weg des Energiesparens und der Entwicklung erneuerbarer Energien nicht nur die Umwelt und die Gesundheit schützt, sondern auch für die Beschäftigung und die Schweizer Wirtschaft weitaus am viel versprechendsten ist.

31. Januar 2007, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Prekäre Arbeitsverhältnisse in der Schweiz

Die boomende Wirtschaftslage erreicht langsam den Arbeitsmarkt. Es werden wieder Arbeitsplätze geschaffen und neue Mitarbeiter angestellt. Doch nicht überall herrscht eitel Sonnenschein. Es gibt viele superflexible und prekäre Arbeitsverhältnisse, die auf Kosten der Arbeitnehmenden gehen.

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29. Januar 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Strategie Nachhaltige Entwicklung 2007: Die Bedeutung der Arbeitsplätze besser erkennen

Ein Evaluationsbericht zog kürzlich Bilanz aus der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2002 . Der Bundesrat erneuert die Strategie in diesem Jahr. Travail.Suisse erwartet dabei von der Landesregierung, dass sie die strukturellen Lücken schliesst und den Beitrag der Arbeitgeber und Arbeitnehmer an die nachhaltige Entwicklung nicht ausser Acht lässt.

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29. Januar 2007, Denis Torche, Leiter Umwelt-, Steuer- und Aussenpolitik Drucker-icon

Zu geringe Entspannung der Arbeitsmarktsituation im 2006

Die erfreuliche Nachricht: Im letzten Jahr ging die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3.8 auf 3.3 Prozent zurück. Die Zahl der Erwerbslosen sank um 17’000 auf 131’000 Personen. Die Schattenseite: Es wurden nach wie vor viele Erwerbslose ausgesteuert, innert Jahresfrist rund 31’000 Personen. Der aktuelle Aufschwung schaffte bisher vergleichsweise wenig neue Arbeitsplätze. Zwar hat auf dem Stellenmarkt das Tempo wieder angezogen, dies aber erst seit dem letzten Halbjahr. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, erwartet, dass das hervorragende Wirtschaftswachstum die Situation auf dem Arbeitsmarkt endlich nachhaltig verbessert und die Firmen ihren Personalbestand weiter aufstocken. mehr

Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit innert Jahresfrist um 0.5 Prozent, beziehungsweise um 17’000 Erwerbslose, gesunken ist. Weniger erfreulich ist, dass im 2006 rund 31’000 Personen1 ausgesteuert wurden. Die Arbeitslosenquote sank demnach nicht nur, weil die Leute wieder eine Anstellung fanden, sondern auch, weil es viele Aussteuerungen gab. Das Los der Ausgesteuerten ist hart. Laut der neusten Studie findet nur knapp die Hälfte wieder eine neue Stelle, die meisten davon verdienen dort deutlich weniger als vorher. Zudem handelt es sich bei den neuen Stellen oftmals um befristete oder temporäre Arbeitsverhältnisse, die als prekär bezeichnet werden müssen.

Aufschwung schafft bisher vergleichsweise wenig Stellen
Im letzten Jahr hat sich endlich die Stellensituation spürbar verbessert. Im 2006 wurden rund 33’000 Stellen (Vollzeitäquivalente) geschaffen. Trotzdem: Vergleicht man den wirtschaftlichen Aufschwung Ende der 90er Jahre mit heute, dann ist das Ergebnis eher dürftig. Im letzten Aufschwung wurden zwischen 1997 und 2001 rund 100’000 Stellen geschaffen. Die offizielle Arbeitslosenquote sank von 5.2 Prozent bzw. 188’000 Personen auf 1.7 Prozent bzw. 67’000 Personen. Im Vergleich dazu schafft der aktuelle Aufschwung bisher nur wenig neue Arbeitsplätze. Das steigende Auftragsvolumen wird vielfach immer noch durch die bestehende Belegschaft bewältigt. Es ist höchste Zeit, dass die Unternehmen vermehrt Leute einstellen.

08. Januar 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon