Themen – Arbeit – Arbeitsmarkt

Nationalrat diskutiert über Sonntagsarbeit: Gelbe Karte zeigt Wirkung

Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, stellt mit Genugtuung fest, dass der Nationalrat die Motion, welche die totale Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Dienstleistungssektor und Detailhandel verlangt, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hat. Offensichtlich nimmt er die gelbe Karte der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vom 27. November 2005 ernst und hat die damit verbundene Botschaft verstanden: Sonntagsarbeit muss die Ausnahme bleiben. mehr

Travail.Suisse nimmt die Genugtuung zur Kenntnis, dass der Nationalrat heute einer weiteren Ausdehnung der Sonntagsarbeit eine Absage erteilt und die Motion, welche die totale Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Detailhandel und im gesamten Dienstleistungssektor verlangt, abgelehnt hat. Die grosse Kammer hat damit die Lehren aus der Abstimmung vom 27. November 2005 gezogen: Die lediglich hauchdünne Zustimmung der Stimmenden für eine Ausdehnung der Sonntagsarbeit des Personals in den Geschäften der Zentren des öffentlichen Verkehrs hat gezeigt, dass weitere Liberalisierungsschritte nicht erwünscht und vor dem Volk chancenlos wären.

Der Sonntag hat seinen kulturellen und gesellschaftlichen Wert als kollektiver Ruhetag. Sonntagsarbeit muss deshalb die Ausnahme bleiben. Travail.Suisse wird sich gegen jede weitere Ausweitung der Sonntagsarbeit zur Wehr setzen.

08. Dezember 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitslosenstatistik: Hohe Arbeitslosenrate der Ausländerinnen und Ausländer

Die Arbeitslosenquote der Ausländerinnen und Ausländer ist mit 5.9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der Schweizerinnen und Schweizer mit 2.3 Prozent. Dieser Unterschied ist nicht allein durch den ausgeübten Beruf, das Bildungsniveau oder die Branche erklärbar. Allein die Tatsache, ausländischer Herkunft zu sein, erhöht das Risiko, arbeitslos zu werden, und erschwert es, wieder eine Anstellung zu finden. Für Travail.Suisse, den Dachverband der Arbeitnehmenden, muss die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bekämpft werden, denn diese behindert nicht zuletzt auch die Integration in die Gesellschaft. mehr

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an den Erwerbstätigen in der Schweiz macht 22 Prozent aus (rund 800’000 Personen). Aber ihr Anteil an den Arbeitslosen beträgt rund 42 Prozent aller Erwerbslosen (rund 50’0000 Personen). Ausländerinnen und Ausländer sind demnach mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als Schweizerinnen und Schweizer. Sie finden auch weniger häufig und weniger rasch wieder eine neue Anstellung.

Ausländer sein, erhöht das Risiko, erwerbslos zu werden
Eine neue Studie des Staatssekretariates für Wirtschaft (seco) zeigt, dass ausländische Arbeitnehmende häufig in Branchen arbeiten, die eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote aufweisen – wie zum Beispiel das Gastgewerbe, die Hotellerie oder die Reinigungsbranche. Zudem haben sie oftmals einen tieferen Bildungsgrad oder üben eine Hilfsfunktion aus. Aber unabhängig von den Faktoren Beruf und Bildung haben sie gegenüber den gebürtigen Schweizerinnen und Schweizern ein massiv höheres Risiko, arbeitslos zu werden – allein aufgrund des Umstands, dass sie ausländischer Herkunft sind. Ausländerinnen und Ausländer haben ein um 35 Prozent erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden, bei den Eingebürgerten zweiter Generation beträgt das Risiko noch beträchtliche 33 Prozent.

Ausländer sein, erschwert es, eine Stelle zu kriegen
Einmal erwerbslos haben Personen ausländischer Herkunft viel mehr Mühe als die Schweizerinnen und Schweizer, wieder eine Stelle zu finden. Dies ist nicht allein auf individuelle Faktoren wie Sprachkenntnisse, kulturelle Unterschiede, Bildung oder Beruf zurückzuführen. Das Etikett „Ausländerin“ oder „Ausländer“ überlagert alle Faktoren. Auch das Verhalten der Arbeitgeber und der RAV-Beraterinnen und -berater trägt dazu bei, dass es für die ausländischen Erwerbslosen schwieriger ist, wieder eine Stelle zu finden. Das darf nicht so bleiben. Denn die Diskriminierung ausländischer Arbeitnehmender auf dem Arbeitsmarkt erschwert nicht zuletzt auch deren Integration in unsere Gesellschaft.

07. Dezember 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Wirtschaft boomt, Arbeitsmarkt dümpelt

Seit dreieinhalb Jahren ist die Schweizer Volkswirtschaft wieder auf Wachstumskurs. Dennoch macht sich der Aufschwung nur zögerlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Nach dem massiven Personalabbau im sekundären Sektor zwischen 2001 und 2003 werden jetzt in Industrie und Bau langsam wieder Stellen geschaffen. Hingegen bewegt sich beim Dienstleistungssektor kaum etwas. Insgesamt stellt Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, mit Besorgnis fest, dass verglichen mit dem Aufschwung Ende der 90er Jahre in der aktuellen Wachstumsphase nur wenig neue Stellen geschaffen wurden.

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27. November 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Das harte Los der Ausgesteuerten

In den letzten Monaten ist dank der glänzenden Wirtschaftslage die Arbeitslosenquote gesunken. Doch nicht alle können vom Aufschwung profitieren. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen und der Ausgesteuerten verharrt auf hohem Niveau. Der Weg der Ausgesteuerten ist mühselig. Die Betroffenen müssen immer öfter den Gang zur Fürsorge antreten oder finden sich in einem prekären Arbeitsverhältnis wieder. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, befürchtet eine steigende Sockelarbeitslosigkeit und Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse. mehr

Trotz der boomenden Wirtschaft und der sinkenden Arbeitslosenquote ist die Zahl der Aussteuerungen nach wie vor sehr hoch. Gemäss der heute publizierten Arbeitslosenstatistik haben im August abermals 2’991 Personen ihren Anspruch auf Taggelder verloren und wurden ausgesteuert. In den Jahren 2004 und 2005 wurden insgesamt 75’000 Personen ausgesteuert. Auch im laufenden Jahr haben monatlich im Durchschnitt 2’700 Personen ihren Anspruch auf Taggelder verloren. Dass es in nächster Zukunft kaum besser wird, zeigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen am Total der Arbeitslosen, welcher seit Mitte 2004 auf über 20 Prozent verharrt.

Der mühselige Weg der Ausgesteuerten
Die neuste Studie über die Ausgesteuerten vom Jahr 2005 kommt zum Schluss, dass sich deren Lage gegenüber 1999 leicht verschlechtert hat.

- Nur knapp die Hälfte (48 Prozent 2005 gegenüber 51 Prozent 1999) hat eine neue Stelle gefunden.

- Von den Personen, die wieder eine Arbeit gefunden haben, verdienten die Hälfte deutlich weniger als vor der Arbeitslosigkeit, ein Viertel sogar weniger als während der Arbeitslosigkeit.

- Bei den neuen Stellen handelt es sich oftmals um befristete oder temporäre Arbeitsverhältnisse, die als prekär bezeichnet werden müssen.

- Die Personen ohne Arbeit müssen immer häufiger den Gang zur Fürsorge antreten (29 Prozent 2005 gegenüber 23 Prozent 1999). Die anderen greifen auf das Ersparte zurück und werden von ihren Familien und Lebenspartnern unterstützt.

- Personen über 50 Jahre und niedrig Qualifizierte haben kaum eine Chance auf eine Stelle.

Travail.Suisse ist besorgt über diese Entwicklung. Es drohen eine wachsende Sockelarbeitslosigkeit und die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse. Die Ausgesteuerten dürfen nicht in der statistischen Grauzone verschwinden. Es braucht individuelles Coaching und Angebote, um die Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten.

09. November 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Situation auf dem Arbeitsmarkt: nicht zufriedenstellend

Seit Mitte 2003 ist die Schweizer Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs. Doch der Aufschwung erreicht den Arbeitsmarkt nur ungenügend. Zwar sinkt seit einem Jahr die Zahl der bei den regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV) angemeldeten Erwerbslosen. Doch diese Statistik zeigt ein zu optimistisches Bild. Tatsache ist, dass auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt rund 221’000 Vollzeitstellen fehlen.

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30. Oktober 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon