Themen – Arbeit – Arbeitsmarkt

Zu geringe Entspannung der Arbeitsmarktsituation im 2006

Die erfreuliche Nachricht: Im letzten Jahr ging die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3.8 auf 3.3 Prozent zurück. Die Zahl der Erwerbslosen sank um 17’000 auf 131’000 Personen. Die Schattenseite: Es wurden nach wie vor viele Erwerbslose ausgesteuert, innert Jahresfrist rund 31’000 Personen. Der aktuelle Aufschwung schaffte bisher vergleichsweise wenig neue Arbeitsplätze. Zwar hat auf dem Stellenmarkt das Tempo wieder angezogen, dies aber erst seit dem letzten Halbjahr. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, erwartet, dass das hervorragende Wirtschaftswachstum die Situation auf dem Arbeitsmarkt endlich nachhaltig verbessert und die Firmen ihren Personalbestand weiter aufstocken. mehr

Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit innert Jahresfrist um 0.5 Prozent, beziehungsweise um 17’000 Erwerbslose, gesunken ist. Weniger erfreulich ist, dass im 2006 rund 31’000 Personen1 ausgesteuert wurden. Die Arbeitslosenquote sank demnach nicht nur, weil die Leute wieder eine Anstellung fanden, sondern auch, weil es viele Aussteuerungen gab. Das Los der Ausgesteuerten ist hart. Laut der neusten Studie findet nur knapp die Hälfte wieder eine neue Stelle, die meisten davon verdienen dort deutlich weniger als vorher. Zudem handelt es sich bei den neuen Stellen oftmals um befristete oder temporäre Arbeitsverhältnisse, die als prekär bezeichnet werden müssen.

Aufschwung schafft bisher vergleichsweise wenig Stellen
Im letzten Jahr hat sich endlich die Stellensituation spürbar verbessert. Im 2006 wurden rund 33’000 Stellen (Vollzeitäquivalente) geschaffen. Trotzdem: Vergleicht man den wirtschaftlichen Aufschwung Ende der 90er Jahre mit heute, dann ist das Ergebnis eher dürftig. Im letzten Aufschwung wurden zwischen 1997 und 2001 rund 100’000 Stellen geschaffen. Die offizielle Arbeitslosenquote sank von 5.2 Prozent bzw. 188’000 Personen auf 1.7 Prozent bzw. 67’000 Personen. Im Vergleich dazu schafft der aktuelle Aufschwung bisher nur wenig neue Arbeitsplätze. Das steigende Auftragsvolumen wird vielfach immer noch durch die bestehende Belegschaft bewältigt. Es ist höchste Zeit, dass die Unternehmen vermehrt Leute einstellen.

08. Januar 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Zu geringe Entspannung der Arbeitsmarktsituation im 2006

Die erfreuliche Nachricht: Im letzten Jahr ging die durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3.8 auf 3.3 Prozent zurück. Die Zahl der Erwerbslosen sank um 17’000 auf 131’000 Personen. Die Schattenseite: Es wurden nach wie vor viele Erwerbslose ausgesteuert, innert Jahresfrist rund 31’000 Personen. Der aktuelle Aufschwung schaffte bisher vergleichsweise wenig neue Arbeitsplätze. Zwar hat auf dem Stellenmarkt das Tempo wieder angezogen, dies aber erst seit dem letzten Halbjahr. Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, erwartet, dass das hervorragende Wirtschaftswachstum die Situation auf dem Arbeitsmarkt endlich nachhaltig verbessert und die Firmen ihren Personalbestand weiter aufstocken. mehr

Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit innert Jahresfrist um 0.5 Prozent, beziehungsweise um 17’000 Erwerbslose, gesunken ist. Weniger erfreulich ist, dass im 2006 rund 31’000 Personen1 ausgesteuert wurden. Die Arbeitslosenquote sank demnach nicht nur, weil die Leute wieder eine Anstellung fanden, sondern auch, weil es viele Aussteuerungen gab. Das Los der Ausgesteuerten ist hart. Laut der neusten Studie findet nur knapp die Hälfte wieder eine neue Stelle, die meisten davon verdienen dort deutlich weniger als vorher. Zudem handelt es sich bei den neuen Stellen oftmals um befristete oder temporäre Arbeitsverhältnisse, die als prekär bezeichnet werden müssen.

Aufschwung schafft bisher vergleichsweise wenig Stellen
Im letzten Jahr hat sich endlich die Stellensituation spürbar verbessert. Im 2006 wurden rund 33’000 Stellen (Vollzeitäquivalente) geschaffen. Trotzdem: Vergleicht man den wirtschaftlichen Aufschwung Ende der 90er Jahre mit heute, dann ist das Ergebnis eher dürftig. Im letzten Aufschwung wurden zwischen 1997 und 2001 rund 100’000 Stellen geschaffen. Die offizielle Arbeitslosenquote sank von 5.2 Prozent bzw. 188’000 Personen auf 1.7 Prozent bzw. 67’000 Personen. Im Vergleich dazu schafft der aktuelle Aufschwung bisher nur wenig neue Arbeitsplätze. Das steigende Auftragsvolumen wird vielfach immer noch durch die bestehende Belegschaft bewältigt. Es ist höchste Zeit, dass die Unternehmen vermehrt Leute einstellen.

08. Januar 2007, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Beschäftigte nach Branchen: Gewinner und Verlierer

Im Vergleich zum Jahr 1991 gibt es heute auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt 180’000 Vollzeitstellen weniger. Der zweite Sektor ist in den vergangenen fünfzehn Jahren um 280’000 Stellen – um fast einen Viertel – geschrumpft. Der Dienstleistungssektor schuf im selben Zeitraum 100’000 Stellen. Die grossen Verlierer sind der Bau und die Maschinenindustrie, die grossen Gewinner sind das Gesundheitswesen und die Bereiche Informatik sowie Dienstleistungen für Unternehmen.

Anhang Grösse

PD Wachstumsbranchen.doc 499 KB

11. Dezember 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Nationalrat diskutiert über Sonntagsarbeit: Gelbe Karte zeigt Wirkung

Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, stellt mit Genugtuung fest, dass der Nationalrat die Motion, welche die totale Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Dienstleistungssektor und Detailhandel verlangt, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hat. Offensichtlich nimmt er die gelbe Karte der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger vom 27. November 2005 ernst und hat die damit verbundene Botschaft verstanden: Sonntagsarbeit muss die Ausnahme bleiben. mehr

Travail.Suisse nimmt die Genugtuung zur Kenntnis, dass der Nationalrat heute einer weiteren Ausdehnung der Sonntagsarbeit eine Absage erteilt und die Motion, welche die totale Liberalisierung der Sonntagsarbeit im Detailhandel und im gesamten Dienstleistungssektor verlangt, abgelehnt hat. Die grosse Kammer hat damit die Lehren aus der Abstimmung vom 27. November 2005 gezogen: Die lediglich hauchdünne Zustimmung der Stimmenden für eine Ausdehnung der Sonntagsarbeit des Personals in den Geschäften der Zentren des öffentlichen Verkehrs hat gezeigt, dass weitere Liberalisierungsschritte nicht erwünscht und vor dem Volk chancenlos wären.

Der Sonntag hat seinen kulturellen und gesellschaftlichen Wert als kollektiver Ruhetag. Sonntagsarbeit muss deshalb die Ausnahme bleiben. Travail.Suisse wird sich gegen jede weitere Ausweitung der Sonntagsarbeit zur Wehr setzen.

08. Dezember 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Arbeitslosenstatistik: Hohe Arbeitslosenrate der Ausländerinnen und Ausländer

Die Arbeitslosenquote der Ausländerinnen und Ausländer ist mit 5.9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der Schweizerinnen und Schweizer mit 2.3 Prozent. Dieser Unterschied ist nicht allein durch den ausgeübten Beruf, das Bildungsniveau oder die Branche erklärbar. Allein die Tatsache, ausländischer Herkunft zu sein, erhöht das Risiko, arbeitslos zu werden, und erschwert es, wieder eine Anstellung zu finden. Für Travail.Suisse, den Dachverband der Arbeitnehmenden, muss die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt bekämpft werden, denn diese behindert nicht zuletzt auch die Integration in die Gesellschaft. mehr

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an den Erwerbstätigen in der Schweiz macht 22 Prozent aus (rund 800’000 Personen). Aber ihr Anteil an den Arbeitslosen beträgt rund 42 Prozent aller Erwerbslosen (rund 50’0000 Personen). Ausländerinnen und Ausländer sind demnach mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als Schweizerinnen und Schweizer. Sie finden auch weniger häufig und weniger rasch wieder eine neue Anstellung.

Ausländer sein, erhöht das Risiko, erwerbslos zu werden
Eine neue Studie des Staatssekretariates für Wirtschaft (seco) zeigt, dass ausländische Arbeitnehmende häufig in Branchen arbeiten, die eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote aufweisen – wie zum Beispiel das Gastgewerbe, die Hotellerie oder die Reinigungsbranche. Zudem haben sie oftmals einen tieferen Bildungsgrad oder üben eine Hilfsfunktion aus. Aber unabhängig von den Faktoren Beruf und Bildung haben sie gegenüber den gebürtigen Schweizerinnen und Schweizern ein massiv höheres Risiko, arbeitslos zu werden – allein aufgrund des Umstands, dass sie ausländischer Herkunft sind. Ausländerinnen und Ausländer haben ein um 35 Prozent erhöhtes Risiko, arbeitslos zu werden, bei den Eingebürgerten zweiter Generation beträgt das Risiko noch beträchtliche 33 Prozent.

Ausländer sein, erschwert es, eine Stelle zu kriegen
Einmal erwerbslos haben Personen ausländischer Herkunft viel mehr Mühe als die Schweizerinnen und Schweizer, wieder eine Stelle zu finden. Dies ist nicht allein auf individuelle Faktoren wie Sprachkenntnisse, kulturelle Unterschiede, Bildung oder Beruf zurückzuführen. Das Etikett „Ausländerin“ oder „Ausländer“ überlagert alle Faktoren. Auch das Verhalten der Arbeitgeber und der RAV-Beraterinnen und -berater trägt dazu bei, dass es für die ausländischen Erwerbslosen schwieriger ist, wieder eine Stelle zu finden. Das darf nicht so bleiben. Denn die Diskriminierung ausländischer Arbeitnehmender auf dem Arbeitsmarkt erschwert nicht zuletzt auch deren Integration in unsere Gesellschaft.

07. Dezember 2006, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon