Themen – Arbeit – Arbeitsbedingungen

Ladenöffnungszeiten rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, braucht es nicht

Soll es nach der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben gehen, werden in der Schweiz bald 1‘200 Läden rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche geöffnet haben. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, wehrt sich gegen diesen neuen, unnötigen Liberalisierungsschritt. Der Kampf um Marktanteile im Detailhandel bringt keinen ökonomischen Mehrwert und geht voll zu Lasten des Verkaufspersonals.

08. November 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Die Verwilderung der Arbeitsbedingungen stoppen

Mehr Arbeit auf Abruf, die neue Generation Praktika, Working Poor und zunehmende Mehrfacherwerbstätigkeit: Stichworte, die aufschrecken. Führen die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, der offene Arbeitsmarkt und die hohe Arbeitslosenrate zu einer schleichenden Verwilderung der A-beitsbedingungen? Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, fordert Regelungen zur Eindämmung der Flexibilisierung sowie Massnahmen zur Stärkung der Betroffenen.

25. Oktober 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Bessere sozialpartnerschaftliche und gesetzliche Regelungen

Trotz Hochkonjunktur ist die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse in den vergangenen Jahren auf 140’000 Personen gestiegen. Diese Entwicklung ist sehr bedenklich. Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband von 170‘000 Arbeitnehmenden, fordert vermehrt sozialpartnerschaftliche Bestimmungen und gesetzliche Regelungen zur Eindämmung der Prekarität. mehr

Bislang ist man davon ausgegangen, dass insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Phasen die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse zunimmt.

Zunehmende Prekarisierung durch mehr Arbeit auf Abruf und mehr Praktikumsstellen
Die neue Studie zeigt: Die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse hat auch in der Hochkonjunktur zugenommen. Die Stellung von Jungen, Tiefqualifizierten und Frauen wird, unabhängig von der Konjunkturlage, weiter geschwächt. Am meisten haben die Arbeit auf Abruf und die Praktika zugenommen. Für Travail.Suisse ist klar: ausbeuterische Tendenzen, wie sie in der „Generation Praktika“ in Deutschland existieren, dürfen in der Schweiz nicht reproduziert werden!

Unsicherheit verursacht Stress und gesellschaftliche Kosten
Die Unsicherheiten des prekären Arbeitsverhältnisses – finanzieller und zeitlicher Art – verursachen Stress für die Betroffenen und ihr privates Umfeld. Gesundheitliche Schwierigkeiten sind oftmals die Folge davon. Die Betroffenen haben meistens einen ungenügenden Sozialversicherungsschutz. Im Fall von Erwerbslosigkeit, Invalidität oder Alter muss der Staat in die Lücke springen. Prekäre Arbeitsverhältnisse belasten daher auf die lange Frist die Sozialversicherungen doppelt.

Verwilderung der Arbeitsbedingungen eindämmen durch griffige Regelungen
Arbeitgeber, die unter prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten lassen, überwälzen ihr Arbeitgeberrisiko gänzlich auf den Arbeitnehmenden und damit letztlich auf die Gesellschaft. Das darf nicht sein. Travail.Suisse verlangt auf sozialpartnerschaftlicher und gesetzlicher Ebene Regelungen. Arbeit auf Abruf muss für den Arbeitnehmenden durch klare Einsatzpläne, Vorankündigungen und ein vereinbartes Mindesteinkommen berechenbar werden. Praktika haben einen Ausbildungs- oder Berufszweck und dürfen nicht zu Missbräuchen führen.

04. Oktober 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

Änderung von Artikel 30 der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz

09. April 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik

6 Wochen Ferien für alle: Initiative wird heute eingereicht

Heute reichen Travail.Suisse, die unabhängige Dachorganisation der Arbeitnehmenden, und die ihr angeschlossenen Verbände die Unterschriften für ihre Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ mit fast 108‘000 gültigen Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern ein (siehe Bilder im Anhang). mehr

Die Belastung und der Zeitdruck am Arbeitsplatz haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Von den Arbeitnehmenden wird heute höchste Flexibilität und Anpassungsbereitschaft verlangt. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen leidet am Arbeitsplatz unter Stress. Die Folgen des zunehmenden Arbeitsdrucks kosten die Schweizer Volkswirtschaft jährlich mehrere Milliarden Franken.

Um die langfristige Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden zu erhalten, ist ein Ausgleich in Form von mehr Ferien nötig. Mit mehr Ferien haben die Arbeitnehmenden die Möglichkeit, für beschränkte Zeit aus der Belastung und der Hektik des Arbeitsalltags auszusteigen und sich zu erholen.

Deshalb haben Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände die Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ lanciert. Ziel der Initiative ist es, den gesetzlichen Mindestanspruch auf Ferien von 4 Wochen auf 6 Wochen zu erhöhen.

Heute (14.30 Uhr) reichen die Initianten das Volksbegehren bei der Bundeskanzlei ein. Mehr als 126‘000 Personen haben die Initiative unterschrieben, fast 108‘000 gültige Unterschriften können der Bundeskanzlei übergeben werden. Damit kommen die Themen Arbeitsbelastung und Erholung endlich auf die politische Agenda.

26. Juni 2009, Martin Flügel, Präsident

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