Medien – Medienkonferenzen

2. Säule: Renten sichern und Vertrauen schaffen

Es besteht in der zweiten Säule ein Widerspruch. Während von den Versicherten von der Politik Leistungskürzungen abverlangt werden, lassen Lebensversicherer und Vermögensverwalter jährlich Milliarden von Franken in die eigenen Taschen fliessen. Die Politik hat dies bis jetzt zugelassen und damit viel Vertrauen der Bevölkerung verspielt. Travail.Suisse hat heute an einer Medienkonferenz in Bern zusammen mit Nationalrätin Marie-Thérèse Weber-Gobet aufgezeigt, wie ungerechtfertigte Geldabflüsse zu stoppen und die Renten zu sichern sind. Nur so kann die Politik der zweiten Säule aus der Vertrauenskrise finden. mehr

Den Versicherten wird in der beruflichen Vorsorge laufend die dringende Notwendigkeit von Leistungskürzungen unter die Nase gerieben. Gleichzeitig fliessen jährlich mehrere Hundert Millionen Franken als Gewinn der Lebensversicherer und mehrere Milliarden Franken als Vermögensverwaltungskosten aus dem System ab. Der Bundesrat und das Parlament haben versucht, über den Widerspruch von gepredigter Unterfinanzierung und realem Überfluss hinwegzugehen. Die Quittung war das klare Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes. Es war Ausdruck dafür, dass die Politik das Vertrauen der Bevölkerung verspielt hat.

Vertrauensfördernde Massnahmen jetzt ergreifen

Diesen Herbst wird der Bundesrat einen Bericht zur Zukunft der zweiten Säule präsentieren. Gleichzeitig stehen im Parlament verschiedene vertrauensbildende Massnahmen zur Diskussion. Was muss die Politik tun, um einen verantwortungsvollen Umgang mit der beruflichen Vorsorge unter Beweis zu stellen?

- Die bei Stiftungen von Lebensversicherern versicherten Arbeitnehmenden müssen fair an den Überschüssen beteiligt werden. Kann eine Verbesserung der damit verbundene Mindestquotenregelung („Legal-quote“) zur Gewinnausschüttung die heute betriebene Zweckentfremdung der Vorsorgegelder nicht stoppen, ist eine Verbannung der Lebensversicherer als Träger von beruflichen Vorsorgeeinrichtungen unumgänglich.
- Die Vermögensverwaltungskosten von fast 4 Mrd. CHF jährlich müssen klar reduziert werden. Die zweite Säule ist nicht der Goldesel der Finanzindustrie. Die zweite Säule wird mit solch horrenden und oft versteckten Vermögensverwaltungskosten in den Dunstkreis der Abzocker gerückt. Das ist einer Sozialversicherung nicht würdig. Bundesrat Burkhalter muss dafür sorgen, dass dies unterbunden wird.
- Die klare Botschaft der Bevölkerung gegen Rentensenkungen ist zu respektieren. Wenn Anpassungen des Umwandlungssatzes notwendig sind, müssen Ausgleichsmassnahmen ergriffen werden, die Rentenkürzungen kurz- und langfristig verhindern.

Nur ein Paket ist mehrheitsfähig

Damit eine Revision des BVG mehrheitsfähig wird, müssen die drei erwähnten Punkte gleichzeitig angegangen werden. Ausgleichsmassnahmen zur Erhaltung der Rentenhöhe reichen nicht aus. Solange für die Lebensversicherer und Vermögensverwalter Geld im Überfluss vorhanden ist, ist nicht einzusehen, warum die Versicherten künftig für die gleichen Renten mehr bezahlen sollen.

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PK 300811 Text M Fluegel.doc 30 KB

PK 3008011 Text M Kuert.doc 37 KB

PK 300811 Text MT Weber-Gobet.doc 113 KB

PK 300811 Kennzahlen zum Geschäft der Lebensversicherer in der zweiten Säule.doc 40 KB

30. August 2011, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon

Löhne: Jetzt muss es aufwärts gehen!

Die Schweiz hat die vergangene Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die Aussichten bleiben mit einem Wirtschaftswachstum von 2.9 Prozent fürs laufende und 1.9 Prozent fürs kommende Jahr solide. Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union fordern fürs Jahr 2012 Lohnerhöhungen von 1.5 bis 3 Prozent nominell. mehr

Dass es mit der Schweizer Wirtschaft seit zwei Jahren stetig nach oben geht, ist nicht zuletzt auch dem grossen Einsatz der Arbeitnehmenden zu verdanken. Die laufend steigende Produktivität, die hohe Flexibilität und der hohe Arbeitsdruck sind in der Lohnrunde 2012 entsprechend zu honorieren.

Differenzierte Forderungen zwischen 1.5 und 3 Prozent

Wie gewohnt gehen Travail.Suisse und die angeschlossenen Verbände Syna, transfair und Hotel & Gastro Union differenziert vor und tragen der aktuellen wirtschaftlichen Situation der einzelnen Branchen und Firmen Rechnung. Die Lohnforderungen für das Gewerbe, den Bau, den Detailhandel und den Dienstleistungssektor belaufen sich auf 2 bis 3 Prozent nominell (1.3 – 2.3 Prozent real) und für die Industrie im Schnitt auf 2 Prozent nominell (1.3 Prozent real), für die Branchen des Service Public auf 1.5 bis 2.5 Prozent nominell (0.8 bis 1.8 Prozent real)1. Mit der neuen Lohnskala im Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes gibt es nun auch für die Gastro-Angestellten die seit einiger Zeit anstehenden Lohnerhöhungen von zwischen 4 bis 7 Prozent.

Fokus Lohngleichheit

Es braucht eine ausserordentliche Lohnerhöhung für Frauen. Zudem sind die Unternehmen aufgefordert, sich am Lohngleichheitsdialog zu beteiligen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Karrierechancen von Frauen zu verbessern.

Fokus generelle und reguläre Lohnerhöhungen

Mit generellen Lohnerhöhungen können alle Arbeitnehmenden die steigenden Lebenshaltungskosten ausgleichen und vom Wirtschaftsaufschwung profitieren. Anstatt Prämien und Einmalzahlungen braucht es reguläre Lohnerhöhungen.

1 Abzüglich der Teuerung von 0.7 Prozent.

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PK 030811 Text A Kerst.doc 62 KB

PK 030811 Text M Humbel.doc 56 KB

PK 030811 Text E Dubuis.doc 84 KB

03. August 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

mamagenda ist aufgeschaltet! Ein innovatives Tool, um die Mutterschaft am Arbeitsplatz begleiten zu können

Heute lanciert Travail.Suisse offiziell mamagenda, die digitale Agenda zur Begleitung schwangerer Mitarbeiterinnen am Arbeitsplatz. mamagenda ist für die Frauen wie auch für die Unternehmen von grossem Nutzen und konkretisiert eine gelebte Sozialpartnerschaft. mehr

mamagenda ist ein innovatives neues Internet-Angebot im Bereich der Human Resources, auf das gratis zugegriffen werden kann. Mit dem digitalen Terminkalender können Unternehmen die Mutterschaft ihrer weiblichen Angestellten managen. Er organisiert den fortlaufenden Dialog und schlägt zum geeigneten Zeitpunkt Gespräche und Themen vor. Weil er von überall zugänglich ist, können die Frauen und ihre Partner ihn auch zu Hause konsultieren.

mamagenda verfolgt zwei Ziele: Die Unternehmen können sich die Fähigkeiten und die Berufserfahrung ihrer Mitarbeiterinnen erhalten. Die Frauen und ihre Partner wiederum können dank den Informationen, Tipps und Hilfestellungen Beruf und Familie besser vereinbaren.

Wann offenbare ich an der Arbeitsstelle meine Schwangerschaft? Ab welcher Schwangerschaftswoche ist es verboten, stehend zu arbeiten? Was tu ich, wenn in meinem Team Spannungen aufkommen wegen meiner Schwangerschaft? mamagenda hält die Antworten auf diese und viele weitere Fragen bereit. Sie geht auf die Sorgen der Angestellten, aber auch der Arbeitgeber ein.

Auf der Webseite www.mamagenda.ch findet man unterhaltsame Clips, die der Sensibilisierung dienen, Videos mit der Präsentation des Instruments, Informationsblätter und Formulare.
Zur Anwendung der digitalen Agenda genügt es, sich anzumelden, seine persönliche mamagenda zu kreieren und danach die Mitarbeiterin (oder den/die Vorgesetzte/n) einzuladen, die mamagenda ebenfalls zu benützen.

mamagenda begleitet die Vorgesetzten und deren Mitarbeiterinnen durch die Schwangerschaft, den Mutterschaftsurlaub bis hin zur Rückkehr an den Arbeitsplatz.

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PK 280611 Text V Borioli.doc 53 KB

PK 280611 Text F Reinhard.doc 71 KB

PK 280611 Text C Sennhauser.doc 107 KB

PK 280611 Text A Rampaey.doc 30 KB

PK 280611 Text R Liniger.doc 57 KB

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28. Juni 2011, Valérie Borioli Sandoz, Leiterin Gleichstellungspolitik Drucker-icon

Managerlöhne: Selbstbedienung geht weiter!

Nach einem kurzen Zwischenstopp in den Jahren 2008 und 2009 grassierte im 2010 wieder die Selbstbedienungsmentalität in der Führungsetage. Die Managerlohnstudie von Travail.Suisse, dem unabhängigen Dachverband von 170’000 Arbeitnehmenden, zeigt auf, dass sich die Lohnscheren in den vergangenen neun Jahren massiv geöffnet haben. mehr

Anhand der Geschäftsberichte hat Travail.Suisse zum siebten Mal in Folge die Lohnzahlungen an Manager und Verwaltungsräte von 27 Schweizer Unternehmen untersucht. Fazit: Nach einer abgeschwächten Entwicklung in den Vorjahren ist im Jahr 2010 der „ ganz normale Wahnsinn“ in die Mehrheit der Teppichetagen zurückgekehrt.

2010: Die Lohnscheren öffnen sich weiter

In 16 der 27 untersuchten Unternehmen öffnet sich die Lohnschere weiter. Konkret bei Georg Fischer, Swatch, Ascom, Swiss Life, Nestlé, Bobst, Ruag, Lindt & Sprüngli, Post, Lonza, Swisscom, Clariant, Helvetia, Migros, ABB und Valora.

2010: Travail.Suisse-Lohnschere geht an den Industriekonzern Georg Fischer

Das Verhältnis des Tiefstlohns zum durchschnittlichen Lohn eines Konzernleitungsmitglieds stieg bei Georg Fischer innert Jahresfrist am stärksten; und zwar von 1 : 14 auf 1: 20, was eine Steigerung von 45 Prozent bedeutet. Die „Travail.Suisse-Lohnschere 2010“ geht darum dieses Jahr an Georg Fischer.

2010: Das Lohnkartell wächst weiter

Das Lohnkartell sind die Abzocker, die über 100mal mehr verdienen als ihre Mitarbeiter. Es ist im Vorjahresvergleich wieder grösser geworden und beinhaltet im Jahr 2010 46 Manager und Verwaltungsräte aus 10 verschiedenen Unternehmen. In der abgeschotteten Welt der Teppichetagen hat sich bisher nichts Grundlegendes verändert.

2002 – 2010: massiver Lohnscheren-Shift nach oben

Die Entwicklung über die vergangenen neun Jahre lässt keinen Zweifel mehr offen: es gab einen gigantischen Lohnscheren-Shift gegen oben. Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit haben „mittelständische“ Unternehmen wie Implenia, Lonza, Bâloise, Lindt & Sprüngli, Clariant, Ascom etc. im Windschatten der Höchstverdiener zur Aufholjagd geblasen.

Es braucht griffige Massnahmen

Für Travail.Suisse ist klar, dass die Selbstregulierung versagt hat. Es braucht grundlegende Veränderungen. Dazu gehören folgende Massnahmen: Begrenzung der Boni und Verbot von Sonderzahlungen, Bonisteuer ab 1 Million Franken, Abstimmung über individuelle Saläre der Konzernleitung, sowie eine angemessene Personalvertretung im Verwaltungsrat.

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PK 200611 Text M Flügel.doc 34 KB

PK 200611 Text S Blank.doc 46 KB

PK 200611 Text M Hubacher.doc 40 KB

Beilagen PK Manager.pdf 203 KB

LohnkartellA4 D.pdf 1939 KB

20. Juni 2011, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Gegen den Arbeitskräftenotstand – Zehn Thesen zur Demografie

Nachdem die Demografie jahrzehntelang zur Schwarzmalerei in Bezug auf die Altersvorsorge gedient hat, wird sie nun als Einwanderungsdebatte zelebriert. Beide Diskussionen lenken vom eigentlichen Problem ab: einem Arbeitskräftenotstand, der die Lebensqualität der Menschen in der Schweiz bedroht. Eine Studie des Büro BASS zeigt, dass im Jahr 2030 über 400’000 Arbeitsplätze nicht besetzt werden könnten. In einem heute publizierten Thesenpapier skizziert Travail.Suisse eine neue Sicht der Demografie und der wichtigsten damit verbundenen Herausforderungen. mehr

Die Finanzierung der Altersvorsorge stand während Jahrzehnten im Fokus der Demografiediskussion. Die Horrorszenarien von milliardenschweren Defiziten bei der AHV wurden unterdessen vom Bundesamt für Sozialversicherungen ad acta gelegt.

Vierhunderttausend fehlende Arbeitskräfte: Bedrohte Lebensqualität

Die grösste Herausforderung der Demografie ist jedoch der Arbeitskräftenotstand. Eine von Travail.Suisse in Auftrag gegebene Studie des Büro BASS kommt zum Schluss, dass im Jahr 2030 über 400’000 Arbeitskräfte fehlen werden. Diese grosse Zahl zeigt, dass der Arbeitskräftenotstand Bereiche erfassen wird, die für die Lebensqualität der ganzen Bevölkerung entscheidend sind: Pflegenotstand in Spitälern und Heimen, massiv grössere Klassen an der Volksschule wegen Mangel an Lehrkräften, Einschränkungen im Sicherheitsdienst wegen Polizistenmangel, ausfallende Züge aufgrund fehlender Lokführer etc.

Arbeitsmarkt demografietauglich machen: Potential von 200’000 Arbeitskräften nutzen

Damit der Arbeitskräftenotstand verhindert werden kann, ohne die Einwanderung massiv zu erhöhen, braucht die Schweiz einen demografietauglichen Arbeitsmarkt. Die Arbeitnehmenden müssen gestärkt und das vorhandene Arbeitskräftepotential in der Schweiz optimal genutzt werden. Die BASS-Studie zeigt, dass insbesondere bei den älteren Arbeitnehmenden und bei teilzeitbeschäftigen Frauen noch ein Potential von mindestens 200’000 Arbeitskräften vorhanden ist. Dazu sind aber Investitionen in die Gesundheit und die Bildung der Arbeitnehmenden sowie in die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie nötig. Konkret heisst das zum Beispiel mehr Ferien und mehr altersgerechte Arbeitsbedingungen für mehr Gesundheit, ein Vaterschaftsurlaub, mehr Teilzeitstellen und flächendeckende Betreuungseinrichtungen zur besseren Vereinbarkeit sowie ein Weiterbildungsobligatorium zur Steigerung des Bildungsniveaus aller Arbeitnehmenden.

10 Thesen zur Demografie als Kongressthema

Diese Sicht der demografischen Entwicklung und die Forderungen für notwendige Anpassungen hat Travail.Suisse in einem heute präsentierten Thesenpapier festgehalten. Das Thesenpapier soll am 10. September am Kongress von Travail.Suisse von den Delegierten diskutiert und verabschiedet werden.

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RapportBASS d.pdf 1888 KB

PK 240511 Text M Fluegel.doc 38 KB

PK 240511 Text J Aubert.doc 30 KB

PK 240511 Text S Blank.doc 48 KB

d Thesen Demografie Februar 2011.pdf 707 KB

24. Mai 2011, Martin Flügel, Präsident Drucker-icon