Validierung von Bildungsleistungen: Für Jugendliche keine Alternative zur Berufslehre

Ein Validierungsverfahren, das zu einem Berufsabschluss führt, ist keine Alternative zur ordentlichen Lehre für Jugendliche. Die Befürchtung, Jugendliche könnten nach der Schule den direkten Einstieg in die Arbeitswelt suchen und erst nach fünf Jahren Berufspraxis mit einem Validierungsverfahren einen Abschluss nachholen, ist unbegründet. Das Validierungsverfahren ist ein Bildungsangebot, das sich an Erwachsene richtet und hohe Anforderungen an die Selbstkompetenz und Reflexionsfähigkeit stellt. 06.09.2010, Angela Zihler

Mit einem Validierungsverfahren zu einem gleichwertigen Berufsabschluss

Erwachsene mit der erforderlichen Berufserfahrung können über ein Validierungsverfahren einen Berufsabschluss erlangen. Dieser Berufsabschluss besitzt den gleichen Wert wie ein Abschluss nach einer „ordentlichen“ Lehre. Aufgabe der zuständigen Organisationen der Arbeitwelt — d.h. der Berufsverbände und Branchenorganisationen — ist es, diese Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses herzustellen. Sie bestimmen die Bildungsinhalte, stellen die Prüfungsexperten und nehmen Einsitz im Validierungsorgan. Damit sorgen die zuständigen Berufsverbände und Branchenorganisationen selbst für die inhaltliche Qualität ihrer Validierungsverfahren. 21.06.2010, Angela Zihler

Projekt „Zukunft statt Herkunft“ gut aufgegleist

Ende 2008 wurde die Webseite www.zukunftstattherkunft.ch aufgeschaltet. Sie richtet sich an Lehrbetriebe, insbesondere an Klein- und Kleinstbetriebe, die den Grossteil der Lehrstellen anbieten. Die Webseite thematisiert zum einen die Diskriminierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei der Lehrstellenvergabe. Zum anderen stellt sie den Lehrbetrieben einen Leitfaden für eine faire Selektion zur Verfügung (siehe Infobox). Im 2009 hat Travail.Suisse das Projekt mit Erfolg bei den anvisierten Lehrbetrieben bekannt gemacht. 08.03.2010, Angela Zihler

Lehrstellensituation stabil — Berufseinstieg für Jugendliche mit Migrationshintergrund weiterhin erschwert

Die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ist laut Lehrstellenumfrage des BBT weiterhin stabil. Es ist erfreulich, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe trotz wirtschaftlicher Krise nicht nachgelassen hat. Dass sich die Lage auf dem Lehrstellenmarkt so stabil präsentiert, ist auch auf die sinkende Zahl der Schulabgänger und Schulabgängerinnen zurückzuführen. In Zukunft wird mindestens ein Viertel der Schulabgänger und Schulabgängerinnen Jugendliche mit Migrationshintergrund sein. Diese werden bei der Lehrstellenvergabe nachweislich benachteiligt. 08.09.2009, Angela Zihler

Integration von Migrantinnen und Migranten in die Berufsbildung

Jugendliche mit Migrationshintergrund haben bei der Lehrstellensuche schlechtere Karten als Schweizer Jugendliche. Lehrstellen werden in vielen Betrieben über informelle Kanäle vergeben, zu denen erstere kaum Zugang haben. In Klein- und Kleinstbetrieben erfolgt die Auswahl meist unsystematisch, unter Zeitdruck und durch Nichtspezialisten. Das Projekt www.zukunftstattherkunft.ch setzt bei diesen Lehrbetrieben an. 24.08.2009, Angela Zihler