Marie-Thérèse Weber-Gobet: Weiterbildung für alle

Der Bund hat zum ersten Mal die Gelegenheit, ein Weiterbildungsgesetz zu schaffen. Ziel muss es sein, dass Weiterbildung für alle möglich wird. Dabei muss eine Frage unbedingt geprüft werden: Was würde ein Weiterbildungsobligatorium von drei Tagen - finanziert durch die Arbeitgeber  - bringen? Eine solche Lösung hätte einen Vorteil: Sie schliesst das Problem der Mitnahmeeffekte aus, die bei staatlichen Finanzierungen unumgänglich sind. Zudem sind bei der Umsetzung nur minimale administrative Aufwendungen nötig, da keine finanziellen Abgeltungen vorgesehen sind. Ferner verändert das Obligatorium nichts am bisher aufgebauten Weiterbildungssystem über Gesamtarbeitsverträge oder Berufbildungsfonds. All das kann erhalten oder sogar ausgebaut werden. Schliesslich können auch – aufbauend auf diesen drei Tagen – Förderprogramme für bestimmte Zielgruppen entwickelt werden. Das Obligatorium steht dem nicht im Wege. Ich möchte daher den Bundesrat bitten, die Idee des Obligatoriums ernsthaft in seine Überlegungen mit einzubeziehen."


Marie-Thérèse Weber-Gobet, Nationalrätin, CSP

22.10.2008