Aktuell – Abstimmungen

Gesamtarbeitsvertragliche Ferienansprüche im Industrie-Sektor

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, führt die umfangreichen Untersuchungen zu den Ferienansprüchen in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) von Branchen und Unternehmen weiter. Insgesamt wurden über 220 GAV mit mehr als 1’330’000 Unterstellten erfasst. Klare Trends sind allerdings schwer auszumachen. Dies bestätigt auch der nachfolgende Blick auf ein-zelne Vertragswerke und Wirtschaftszweige im 2. Sektor.

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PD Ferienansprüche im Industriesektor.doc 156 KB

19. April 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

Arbeitslosenversicherung aushöhlen – Nein!

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Argumentarium 4 AVIG-Revision lang.doc 155 KB

30. März 2010, Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Bundesrat gefährdet Gesundheit der Arbeitnehmenden und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, ist empört über das schroffe Nein des Bundesrates zur Initiative „6 Wochen Ferien für alle“. Offenbar sind dem Bundesrat die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden in der Schweiz nichts wert. Das ist gesundheitspolitisch inakzeptabel und wirtschaftspolitisch bedenklich. mehr

Die Leistung der Arbeitnehmenden ist die Basis des Wohlstandes in der Schweiz. Die Einführung neuer Technologien und die gestiegenen Anforderungen der Wirtschaft an die Produktivität der Arbeitnehmenden haben zu einer massiven Verdichtung der Arbeit geführt. Gemäss dem Bericht „Arbeit und Gesundheit“ aus dem Jahr 2009 sind Stress und Zeitdruck mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Gesundheitsrisiko. Die Belastungsgrenze ist für viele Arbeitnehmende erreicht, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit überschritten.

Die hohe Belastung am Arbeitsplatz kostet heute bereits 10 Mia. Franken pro Jahr. Kurzfristig sind wirtschaftlicher Erfolg und gesundheitsgefährdende Belastung vielleicht miteinander vereinbar. Auf die lange Sicht werden aber nur gesunde Mitarbeitende mit genug Ausgleich und Erholung die hohe Leistung erbringen, die der Schweiz den Wohlstand sichert. Dies gilt umso mehr, je älter die Arbeitnehmenden in der Schweiz aufgrund der demographischen Entwicklung werden.

Der gesetzliche Ferienanspruch ist seit 25 Jahren gleich geblieben. Mit der Initiative „6 Wochen Ferien für alle“ will Travail.Suisse den Ausgleich zur gestiegenen Arbeitsbelastung verbessern und zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmenden beitragen. Das Nein des Bundesrates ist deshalb gesundheitspolitisch inakzeptabel und wirtschaftspolitisch bedenklich.

24. März 2010, Martin Flügel, Präsident und Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik Drucker-icon

Mehr Ferien – keine unbezahlbare Forderung

Travail.Suisse, der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden, hat umfangreiche Untersuchungen zu den Ferienregelungen in Gesamtarbeitsverträgen (GAV) von Branchen und Unternehmen durchgeführt. Daraus wird vor allem eines ersichtlich: Die Höhe der Ferienansprüche steht in keinem klaren Zusammenhang zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Branche.

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PD Gesamtarbeitsvertragliche Ferienansprüche und Arbeitsproduktivität.doc 39 KB

Beilage Tabelle GAV PD Artikel Ferien 2010 02 08.pdf 202 KB

08. Februar 2010, Eva Linder, Öffentlichkeitsarbeit Drucker-icon

IV-Zusatzfinanzierung: Ein wichtiger Schritt zur Gesundung ist getan

Heute hat die Schweizer Bevölkerung gezeigt, dass sie zu einer soliden Invalidenversicherung steht. Mit der Zusatzfinanzierung sind allerdings keineswegs alle Sorgen der IV vom Tisch. Soll die IV wirklich saniert werden, braucht es nun neue Ansätze. Travail.Suisse fordert deshalb im Rahmen der 6. IV-Revision, dass Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, Behinderte zu beschäftigen. Mit noch mehr Druck auf die Arbeitnehmenden und IV-Bezüger/innen allein wird sich die IV nicht sanieren lassen. mehr

Travail.Suisse ist erfreut, dass mit dem heutigen Ja der IV die dringend benötigten Zusatzeinnahmen gewährt werden. Von den bürgerlichen Parteien und der Arbeitgeberseite wird nun wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass für die weiteren Sanierungsschritte einfach der Druck auf die Arbeitnehmenden und die IV-Bezüger/innen weiter erhöht wird. Nur auf deren Buckel wird sich die IV aber nicht sanieren lassen. Die Arbeitgeberseite wird auf die eine oder andere Weise mithelfen müssen, die IV zu sanieren. Der Anstieg der Rentenfälle ist nämlich zu einem guten Teil auch darauf zurück zu führen, dass wir in einer Wirtschaftwelt leben, welche nicht mehr allen Menschen einen Platz zugesteht. Das wird sich von alleine nicht so schnell ändern.

Eingliederung aus Rente: Ja, aber dann richtig

Die ersten Vorschläge zur 6. IV-Revision liegen auf dem Tisch. Neu soll das Credo „Eingliederung aus der Rente gelten“. IV-Bezüger/innen mit einem Potenzial zur Wiedereingliederung sollen in den Arbeitsmarkt reintegriert werden. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange die dafür benötigten Arbeitsplätze bereit gestellt werden. Wer aber die IV-Bezüger/innen zu Eingliederungsmassnahmen verpflichtet und ihnen die Rente streicht, ohne die notwendigen Arbeitsplätze anzubieten, der arbeitet auf deren Abschieben in die Arbeitslosenversicherung und die Sozialhilfe hin. Das ist keine Alternative und nicht tragbar.

Keine Sanierung der IV ohne die Verpflichtung der Arbeitgeber

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der gute Wille der Arbeitgeber für eine vermehrte Anstellung von Personen mit einer Behinderung allein nicht ausreicht. Für Travail.Suisse braucht es eine klare Verpflichtung der Arbeitgeberseite, diese Stellen zu schaffen. Die Arbeitgeberseite hat die Wahl: Entweder wird sie langfristig mit zusätzlichen Beiträgen zur Sanierung der IV beitragen müssen. Oder sie verpflichtet sich, jene Anzahl Jobs bereit zu stellen, welche es für eine echte Eingliederungsoffensive braucht.

Schweizer Wirtschaft beschäftigt wenig Behinderte

Im Vergleich zum benachbarten Ausland beschäftigt die Schweizer Wirtschaft sehr wenig behinderte Personen. Während Behinderte in der Schweiz kein Prozent der Erwerbstätigen ausmachen, sind es in Deutschland und Frankreich rund 4 Prozent. Diese Länder haben Pflichtquoten, welche zu einer Erreichung eines hohen Eingliederungsziels beitragen.

Würde die Schweiz einen ähnlichen Anteil an Stellen für Behinderte reservieren wie das benachbarte Ausland, wäre die IV weitgehend saniert! Deshalb braucht es in der 6. IV-Revision dringend eine Verpflichtung für Arbeitgeber, die erforderlichen Stellen anzubieten.

27. September 2009, Matthias Kuert Killer, Leiter Sozialpolitik Drucker-icon